Solid-State Drive oder klassische Festplatte

Wann rechnet sich der Einsatz von SSDs?

12.03.2010 | Autor / Redakteur: George Crump / Nico Litzel

Eine SSD kann hunderte Festplatten ersetzen

Die Herausforderung bei dieser Strategie liegt darin, dass leistungshungrige Anwendungen oft so viele Storage-I/Os erzeugen, dass die Queue-Tiefe in die Hunderte geht. Hunderte von Laufwerken hinzuzufügen, ist natürlich aufgrund der enormen Kosten und des immensen Platzverbrauchs keine Option. Hier können aber Solid-State Drives weiterhelfen. Denn: Eine einzige SSD kann in den meisten Fällen die Queue Depth in dem Maß reduzieren wie sonst nur hunderte von klassischen Disks.

Solid-State Drives weisen nahezu keine Latenz auf und beantworten I/O-Request fast sofort. SSDs auf Basis von Flash spielen besonders beim Lesezugriff ihre Stärken aus und sind zudem wirtschaftlicher als Halbleiterspeicher auf Basis von RAM.

Bei Storage-I/O-Performance sind zumeist Lesezugriffe gemeint, für die eine höhere Kapazität gebraucht wird. Eine Ausnahme sind Highspeed-Schreibzugriffe, wie sie etwa für Transaktionslogs von Datenbanken gebraucht werden. RAM-SSDs mit einer geringen Kapazität sind in diesem Fall hier oft besser geeignet.

Wie zuverlässig sind SSDs?

Moderne SSDs auf Basis von Flash sind heute sehr zuverlässig, auch wenn hierzu noch falsche Vorstellungen weit verbreitet sind. Die meisten Produkte haben heute eine voraussichtliche Lebensdauer von zehn Jahren. Bedenken bereitet vielen die Write Endurance, also wie oft sich eine Zelle auf einem Flash-Chip beschreiben lässt.

Für den Einsatz in Rechenzentren konzipierte SSDs nutzen die Single-Level-Cell-Technik (SLC), bei der nur ein Bit in jede Zelle geschrieben wird. Im Gegensatz dazu werden bei der überwiegend im Consumer-Bereich eingesetzten Multi-Level-Cell-Technik (MLC) mehrere Bits in mehrere Zellen geschrieben. SLC-Produkte bieten eine höhere Schreibgeschwindigkeit, verbrauchen weniger Strom und die Zellen sind haltbarer als die von MLC-Produkten. Darüber hinaus sind professionelle Flash-Produkte mit fortschrittlicheren Controllern ausgestattet, die sicherstellen, dass die Zellen gleichmäßig beschrieben werden. Sie verfügen auch über Reservezellen, mit denen sich ausgefallene Zellen ersetzen lassen.

Fazit

Die SSD-Technik wird eine immer größere Verbreitung finden, da die Preise kontinuierlich sinken. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sollten sich Speicheradmins allerdings primär darauf konzentrieren, SSDs bei denjenigen Anwendungen einzusetzen, die das Unternehmen Umsatz kosten oder die das Kundenerlebnis negativ beeinflussen.

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