Erste Auswirkungen der Finanzkrise auf den Speichermarkt

EMCs Quartalsbericht kündigt sinkende Storage-Investitionen an

24.10.2008 | Autor / Redakteur: Beth Pariseau / Nico Litzel

Die Zeit des ungebremsten Wachstums scheint vorüber zu sein. EMC hat die Prognosen für das vierte Quartal und den Jahresgesamtumsatz nach unten korrigiert.

Zwar weist EMC für das dritte Quartal Zahlen aus, die sich mit Schätzungen von Wall-Street-Analysten decken. Allerdings rechnet das Unternehmen künftig mit einem leichten Umsatzrückgang. Grund hierfür ist das schwierige Geschäft mit Großkunden, besonders in der Finanzbranche.

EMC weist für das dritte Quartal einen Gesamtumsatz in Höhe von 3,7 Milliarden US-Dollar aus. Das liegt am unteren Rand der Schätzungen von Wall-Street-Analysten, entspricht aber einem Zuwachs von 13 Prozent im Vergleich zum dritten Quartal 2007. Das Unternehmen konnte seinen Umsatz zudem wieder quartalsweise steigern. Im zweiten Quartal verzeichnete das Unternehmen einen Umsatz von 3,67 Milliarden US-Dollar.

Im Jahresvergleich ist EMCs Nettogewinn um 17 Prozent auf 411,3 Millionen US-Dollar zurückgegangen. Das lässt sich allerdings mit einmaligen Erlösen erklären, die mit dem Verkauf von VMware-Anteilen erzielt wurden.

EMC hat den Ausblick auf das nun laufende vierte Quartal revidiert und geht von einem Umsatz in Höhe von vier Milliarden US-Dollar aus. Das ist geringfügig unter den 4,14 Milliarden, die Analysten vorhergesagt hatten. Der Jahresumsatz wird sich damit auf etwa 14,9 statt ursprünglich 15 Milliarden US-Dollar belaufen. „Nicht schlecht“, urteilt Aaron Rakers von der Wachovia-Bank in einer Mitteilung an Investoren.

EMC verspricht, an der Kostenschraube zu drehen

Dennoch verspricht EMC, den Gürtel enger zu schnallen und die Kosten zu senken. Finanzvorstand David Goulden kündigte an, das Unternehmen werde „einen genauen Blick auf das Back Office sowie Geschäftsbereiche mit einer geringen Produktivität oder hohen Kosten werfen.“ CEO Joe Tucci geht davon aus, dass der Storage-Markt 2009 insgesamt schleppender laufen wird.

EMC spürt auch die Auswirkungen eines kollabierenden Finanzdienstmarktes. Speziell zwei Bankenhäuser hätten negative Auswirkungen auf den Quartalsumsatz mit den Symmterix-Enterprise-Systemen gehabt. Tucci ließ verlauten, dass auch Kunden in anderen Branchen kleinere Bestellungen machten, als ursprünglich vorhergesagt, um angesichts einer drohenden globalen Rezession 2009 „auf Nummer sicher zu gehen“, wie er es ausdrückte.

Symmetrix schwächelt, Clariion legt zu

Der Umsatz mit den Symmetrix-Systemen hat sich laut Goulden im Vergleich zum Vorjahresquartal mäßig entwickelt. In einer Mitteilung an Investoren schätzt Rakers, dass die Verkäufe von Symmetrix-Systemen um drei Prozent in Folge zurückgegangen sind.

Allerdings geht Rakers davon aus, dass die Verkaufszahlen der Clariion-Modelle von Quartal zu Quartal um exakt diesen Prozentsatz zulegen konnten – und auch EMC hat berichtet, dass die Umsätze mit der Clariion-Serie um zwölf Prozent im Jahresvergleich zulegen konnten.

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