Festplatten verlangsamen und abschalten stößt auf wenig Interesse

MAID wird nur zögerlich eingesetzt

30.04.2009 | Autor / Redakteur: Dave Raffo / Nico Litzel

MAID-Systeme, im Bild Nexsans SATAbeast, gelten als Schlüsseltechnik auf dem Weg zum grünen Rechenzentrum, werden bislang aber nur zögerlich eingesetzt.

Der Begriff MAID (Massive Arrays of Idle Disks) wird gerne im Zusammenhang mit „grünen“ Rechenzentren genannt und wird in immer mehr Speichersystemen angeboten. Dennoch wird die Technik fünf Jahre nach ihrem Marktstart bislang nur zögerlich eingesetzt.

„MAID sollte im grünen Rechenzentrum eine Rolle spielen“, erklärt Mark Peters, Analyst bei der Enterprise Strategy Group. Sein Analystenhaus verzeichnet keinen bedeutenden Zuwachs beim Einsatz von MAID oder einer vergleichbaren Technik, bei der die Festplatten bei Inaktivität heruntergefahren werden. „Allerdings befürchte ich, dass das Thema MAID wichtiger werden wird, wenn die Betriebskosten weiterhin explodieren. Momentan schenkt man der Deduplizierung noch mehr Aufmerksamkeit als MAID.“

„MAID ist eines der Buzz-Wörter im Markt, aber es zählt nicht zu den Techniken, auf die Anwender fliegen“, erläutert Greg Schulz, Gründer und Chefanalyst der StorageIO Group. „Das ist etwas zum Abhaken, nach dem Motto, OK, wir haben es auch. Einfach eine weitere Funktion.“

Copan hat den Begriff MAID im Jahr 2004 geprägt, als das Unternehmen sein erstes MAID-System vorgestellt hatte, in dem maximal ein Viertel der Festplatten auf einmal liefen. Die Idee hinter MAID ist, Festplatten abzuschalten, wenn sie nicht gebraucht werden. Zudem lässt sich die Lebensdauer von günstigen SATA-Festplatten verlängern, wenn sie sich langsamer drehen und man kann mehr Festplatten in einem System unterbringen.

Disk Spin-down wurde zu einem Synonym zu MAID und wird gerne als eine der Schlüsseltechniken auf dem Weg zum grünen Rechenzentrum angesehen. Weitere Hersteller haben im Laufe der Zeit nachgezogen, etwa DataDirect Networks, EMC, Fujitsu, Hitachi Data Systems sowie NEC und Nexsan.

Unterschiedliche Energiesparstufen umgehen Performance-Probleme

MAID wurde im Laufe der Zeit dank mehrerer unterschiedlicher Energiesparstufen intelligenter, um Performance-Nachteile auszugleichen. Nexsan bietet beispielsweise mit seinem AutoMAID die Möglichkeit, während der Arbeitszeit die Festplatten nur geringfügig langsamer laufen zu lassen und außerhalb dieser sie in einen dauerhaften Ruhemodus zu versetzen.

Kleinere Hersteller vermarkten MAID aggressiv, für die großen wie EMC und Hitachi ist MAID lediglich eine weitere Funktion. „Mittlerweile bietet jeder die Möglichkeit an, Festplatten zu verlangsamen“, erklärt Arun Taneja, Gründer und Consulting Analyst der Taneja Group. „Allerdings bremsen nicht alle die Disks bis zum Stillstand herunter, da die Zeit bis zum Wiederanlauf für viele Anwendungen einfach viel zu lang ist. Aber sie bremsen die Platten herunter, um Strom zu sparen, allerdings nur bis zu dem Grad, bis zu dem die Zugriffszeit noch akzeptabel ist. Das ist ein Balanceakt.“ Schulz von der StorageIO ergänzt: „MAID 1 ist verschwunden, die Hersteller unterstützen heute MAID der zweiten Generation, MAID 2.0 oder ein intelligentes Powermanagement.“

Weiter mit: So wird sich MAID weiterentwickeln

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