04.11.2011 | Redakteur: Gerald Viola
Rund 2.500 hochsensible Patientendaten psychisch schwer kranker Menschen aus Schleswig-Holstein waren über Monate frei im Internet abrufbar. Jetzt hat der Internetdienstleister erst einmal den Stecker gezogen.
„Wir haben die Daten gesichert und die Firma kontaktiert“, erklärte der Kieler Landesdatenschutzbeauftragte Thilo Weichert. Zuvor hatten die „Lübecker Nachrichten“ berichtet, dass Behörden- und Klinikbriefe, medizinische Befunde und psychologische Dokumentationen sogar heruntergeladen werden konnten.
Ein Sprecher des Dienstleisters wird von der Zeitung mit den Worten zitiert: „Wir haben bislang keine Erklärung, wie das passieren konnte.“
Die Sicherheitslücke des Unternehmens, das Datenbanken für fünf soziale Dienste und Behörden in ganz Deutschland betreibt, wurde erst einmal auf die Schnelle gestopft: Die Server wurden komplett abgeschaltet.
Vor kurzem erst waren in Österreich über 600.000 Datensätze einer Krankenkasse öffentlich zugänglich gewesen. Die Hackergruppe AnonAustria hatte erklärt, sie sei über die 600.475 Datensätze der Krankenversicherten bei einem Onlinespeicherdienst „gestolpert“.
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