CBL zu Trends bei der Datenrettung

Auch Solid State Disks sind anfällig für Datenverlust

19.01.2010 | Redakteur: Nico Litzel

Zwar sind Solid State Disks wesentlich robuster als Festplatten, allerdings kann es nach einem Sturz auch bei Halbleiterspeichern zu einem Datenverlust kommen, wenn Kontakte oder Lötstellen brechen.

Das Jahr 2009 haben aus Sicht des auf Datenrettung und Computerforensik spezialisierten Dienstleisters CBL Datenrettung zwei Trends geprägt, die sich auch dieses Jahr fortsetzen dürften: Zum einen werden mit einer zunehmenden Verbreitung von Solid State Disks auch die Datenverlustfälle in diesem Bereich weiter steigen. Zum anderen erfreuen sich kleine RAID-Systeme, die zumeist als RAID 0 konfiguriert sind, einer immer größeren Beliebtheit bei privaten Anwendern.

CBL Datenrettung blickt trotz Wirtschaftskrise eigenen Angaben zufolge auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr zurück. Trotz der spürbaren Auswirkungen der Rezession konnte das deutsche Labor im internationalen Verbund von CBL Data Recovery Technology ein leichtes Wachstum verzeichnen. Insbesondere die Partnerschaft mit Samsung habe sich positiv ausgewirkt.

Halbleiterspeicher sind doch nicht ganz so robust

Solid State Disks und kleine RAID-Systeme in Privathaushalten waren aus Sicht von CBL Datenrettung die Trends des vergangenen Jahres, die sich auch dieses Jahr weiter fortsetzen dürften. Mit der zunehmenden Verbreitung von Solid State Drives rechnet der Dienstleister mit einer Zunahme von Datenverlustfällen auf Halbleiterspeichern. Es habe sich herausgestellt, dass es bei SSDs, obwohl sie wesentlich robuster als Festplatten sind, durchaus auch durch Stürze zu Datenverlust kommen kann, da Lötstellen reißen und Kontakte abbrechen können. Besonders anfällig sind laut CBL Netbooks, da deren Flashspeicher fest auf dem Motherboard integriert sind.

Obwohl man für die SSD-Datenrettung keinen Reinraum brauche, sei diese nicht unbedingt günstiger als bei herkömmlichen Disks. Denn: Der SSD-Controller verteilt die Schreibvorgänge auf alle Zellen des Halbleiterspeichers, um dessen Lebensdauer zu verlängern. Daraus resultiert CBL zufolge ein hoher Aufwand bei der Rekonstruktion von Dateien und Verzeichnissen aus geretteten Rohdaten. Dieser Aufwand lasse sich mit der Wiederherstellung eines RAID-Verbundes vergleichen.

RAID 0 erobert das Wohnzimmer

Neben Notebook- und externen Festplatten senden immer mehr Privatanwender auch kleine RAID-Systeme an den Datenretter. Ein Großteil der Geräte ist nach Beobachtungen von CBL dabei als RAID 0 konfiguriert. Bei diesem RAID-Level werden Daten aufgeteilt, sodass ein höherer Datendurchsatz erzielt wird. Allerdings bietet RAID 0 keine Redundanz, die Datensicherheit wird also nicht erhöht. Allerdings steige aus Sicht des Datenretters der Aufwand und somit die Kosten für eine Wiederherstellung für den Anwender, sollte eine Disk versagen.

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