09.05.2011 | Autor / Redakteur: Carl Brooks und Ulrike Ostler / Florian Karlstetter
Die Amazon-Cloud zerreißt es und die Anwender stehen im Regen. Doch warum? Der Ausfall über Ostern verdeutlicht die Diskrepanz zwischen dem, was Anwender vom Cloud-Computing erwarten und dem, was Computing-Clouds liefern können. Hier gibt es die Ursachen und die Folgen.
Was war passiert? Der Ausfall begann am 21. April 2011 um 9:30 Uhr nach hiesiger Zeit. K.O. gingen die Services des Amazon-Angebots „Elastic Block Store“ (EBS), die normalerweise vom wichtigsten Rechenzentrum des Web-Tycoons in Ashburn, Virginia, bereit gestellt werden.
Ungefähr zwölf Stunden später sagte Amazon die Verfügbarkeit aller Web Services dort zu, wo sie laufen sollten. Allerdings habe einer wiederhergestellt werden müssen und liefe nun normal.
Um 1:00 Uhr nachts am 24. April gab das Unternehmen bekannt, dass die Services nunmehr stabil arbeiteten, die Wiederherstellung jedoch noch andauere. Bis dann tatsächlich die „Amazon Web Services“ (AWS) korrekt funktionierten, war es an der Ostküste der USA schon der 25. April, und noch immer liefen die „Relational Database Services“ nicht rund.
Schuld an dem Zusammenbruch ist, wie Amazon mitteilt, ein Backup-Router gewesen, der falsch konfiguriert war. Dieser hätte einspringen müssen als das Primärsystem für ein Routine-Upgrade offline war, führte aber zu einem Domino-Effekt.
So war laut Amazon der ursprüngliche Fehler schnell behoben, doch das Recovery dauerte, weil das Unternehmen nur ungenügend frischen Plattenplatz auf den Speicher-Arrays zur Verfügung hatte. Zugleich habe man den Standard-Routinen zur Wiederverwendung freigewordener Kapazitäten nicht folgen wollen, solange ungeklärt war, ob alle Daten wiederhergestellt werden konnten.
Das Unternehmen hat nun den geschädigten Kunden angeboten, für zehn Tage den Wert ihrer EBS-Services kostenfrei zur Verfügung zu stellen.
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| Wolken bergen auch Risiken, wie das Beispiel von Amazon zeigt. |
Wen hatte der Ausfall kalt erwischt? Der größere Nutzer-Anteil war direkt vom EBS-Ausfall betroffen: vornehmlich in den USA bekannte Websites wie Reddit und Online Service Provider wie Heroku, die keine Alternative fanden, um dem Desaster auszuweichen.
Im Vergleich zu der Anzahl an EBS-Nutzern stellt sich die Anzahl der Relational-Database-Services-Kunden verschwindend gering dar. Dennoch spielt der EBS-Ausfall auch hier eine bedeutsame Rolle.
Denn EBS ist zwar nur ein Add-on zu den primären Compute- und Storage-Diensten von Amazon, die die Anwender sehr schätzen. Dennoch kann ein Ausfall zu einer fatalen Schwäche der AWS beitragen.
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