05.05.2010 | Redakteur: Peter Schmitz
Peter Tippett ist ein Computer-Pionier der ersten Stunde. Von ihm stammt das erste kommerzielle Antivirus-Programm, das später unter dem Namen Norton Antivirus bekannt wurde. Er ist der leitende Forscher der ICSA Labs in den USA, in denen IT-Sicherheitslösungen getestet werden, war Berater im „President‘s Information Technology Advisory Committee“ (PITAC) und ist Vice President für Sicherheitslösungen und Enterprise Innovationen bei Verizon Business. Dort hat er kürzlich den Verizon Business 2009 Data Breach Investigations Report miterarbeitet.
SearchSecurity.de: Der Verizon Business 2009 Data Breach Investigations Report gibt an, dass es 2008 mehr Datenverluste gab als in den vier Jahren zuvor zusammen. Warum?
Peter Tippett: Es gab mehr Angriffe durch organisiertes Verbrechen und vor allem auch ein paar gewaltig große Angriffe. Die Zahl der Angriffe selbst ging dabei eigentlich nicht spürbar nach oben, aber die Größe der Angriffe und die Zahl der gestohlenen Daten ist extrem gestiegen. Über die letzten fünf Jahre konnten wir für unseren Data Breach Report etwa 60-70 Prozent aller großen Datendiebstähle analysieren, die es in die Medien geschafft haben. Die Zahl der gestohlenen Daten hat sich dabei pro Jahr in etwa verdoppelt. Teilweise war das aufgrund steigender Angriffszahlen, aber gerade in den letzten ein bis zwei Jahren waren es nicht einfach nur mehr Angriffe, sondern tatsächlich größere, besser organisierte Angriffe, die teilweise gleich mehrere Millionen Daten erbeutet haben.
Tippett: Die Kriminellen werden ständig besser darin, die richtig großen Coups zu landen und die ganz großen Datenspeicher zu finden. 2009 war wirklich ein großes Jahr. Allein Albert Gonzales, der TJX- und Heartland-Hacker war ja für 10-12 der größten Datendiebstähle jemals verantwortlich und hat dabei über 130 Millionen Datensätze erbeutet. Die Hacker haben es 2008 geschafft mehrere Jackpots zu landen mit diversen Fällen von 50 Millionen gestohlenen Datensätzen und mehr.
Tippett: Wir konnten etwa eine Verdopplung der Fälle verzeichnen, bei denen tatsächlich organisierte Online-Kriminelle am Werk waren und vor allem eine Verdopplung von gezielten Angriffen auf etwa 14 Prozent.
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