Acht Fragen, die Sie sich vor der Nutzung von Cloud-Storage stellen sollten

Cloud-Storage macht Sinn wenn die Vorteile überwiegen. Richtlinien, Datenschutz, Verfügbarkeit und Performance sind zu beachten.

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Warum sollten Sie zumindest für einen Teil Ihrer Daten und Anwendungen über Cloud-Storage nachdenken? Nun, wenn Sie nicht gerade die letzten sechs Jahre auf dem Mond waren, müssten Sie wissen, welche Vorteile Cloud-basiertes Storage bringen kann.

Ich zähle sie gerne noch einmal auf: Cloud-Storage kann viel Geld sparen, weil Sie nur für so viel Kapazität bezahlen, wie Sie brauchen und nutzen. Dadurch fallen die Investitionskosten für neue Storage-Systeme ebenso weg wie Kosten für Platz, Strom und Kühlung für deren Betrieb. Die meisten Cloud-Provider bieten praktisch unbegrenzte Skalierbarkeit, so dass Sie Ihr Daten-Storage problemlos erweitern können, wenn Ihr Geschäftswachstum das erfordert. Je nach genutztem Dienst können Sie zudem auch Daten-Sicherung wie Backup und Replikation sowie andere administrative Aufgaben an den Provider auslagern. Auch das spart Hardware-, Software- und Management-Kosten. Bei Basis-Anbietern für Cloud-Storage wie Amazon Simple Storage Service (S3) ist das nicht möglich, wohl aber bei anderen, umfassenderen Diensten.

Die Vorteile liegen also ziemlich auf der Hand, doch häufig stellen IT-Manager eine deutlich schwierigere Frage: Wie entscheide ich in konkreten Fällen zwischen Cloud- und traditionellem Storage im Rechenzentrum, etwa bei neuen Initiativen, starkem Wachstum oder Expansion, oder im Rahmen von regelmäßigen Technik-Aktualisierungen? Sollte ich bei den vernetzten (oder manchmal direkt angeschlossenen) Storage-Ansätzen bleiben, die meine Organisation bislang intern eingerichtet und verwaltet hat? Oder sollte ich zumindest einen Teil meiner Daten in die öffentliche Cloud bringen?

Eine einzelne richtige Antwort gibt es in solchen Situationen nicht. Aber es ist hilfreich, sich dafür einige der Zielkonflikte anzusehen, die zwischen den unterschiedlichen Ansätzen bestehen. Mit den folgenden acht Punkten können Sie genauer prüfen, ob Cloud-Storage für Ihre Organisation das Richtige ist:

  1. Was ist der Haupt-Anwendungsfall? Geht es um Backup, Disaster Recovery (DR), Zusammenarbeit oder primäres Storage? Das ist die erste und entscheidendste Frage, denn die Antwort darauf kann Ihre Entscheidungsfindung einengen und so optimieren. So muss ein Provider für Cloud-basierte Backups wesentlich weniger leisten als für primäres Storage.
  2. Welche Art von Informationen will ich speichern? Geht es um Nutzer- und Anwendungsdaten? Sollen auch meine Anwendungen in der Cloud laufen? Im zweiten Fall dürfte für Sie ein Paket mit Cloud-Computing interessant sein, etwa Amazon Elastic Block Store (EBS), das sich zusammen mit Amazon Elastic Compute Cloud nutzen lässt.
  3. Geht es um Objekt-Storage für Anwendungen mit Cloud-Architektur, oder suche ich Block- oder Datei-Storage für traditionelle Anwendungen? Im ersten Fall bietet sich Storage in einer öffentlichen Cloud mit Zugriff über REST-ähnliche oder SOAP-APIs an. Im zweiten Fall ist Zugriff über Protokolle für Block- oder Datei-Storage geeigneter.
  4. Erfüllt der Provider meine Anforderungen für Daten-Verfügbarkeit? Sie sollten die Bedingungen im Service-Level Agreements (SLA) des Providers kennen und wissen, welchen Ausgleich Sie bekommen, wenn diese nicht eingehalten werden.
  5. Wie sieht es mit Daten-Sicherheit und Datenschutz aus? Beschäftigen Sie sich mit den Möglichkeiten zur Verschlüsselung bei Ihrem vorgesehenen Provider, sowohl für ruhende als auch im Transport befindliche Daten. Welche Methoden für Zugriffskontrolle und Autorisierung sind eingerichtet?
  6. Kann ich bei  Nutzung von öffentlichem Cloud-Storage geltende Branchen-Regulierung wie HIPAA oder das Sarbanes-Oxley-Gesetz einhalten? Und: Gibt es in Ihrer Organisation interne IT-Richtlinien, die Sie auch in der Cloud einhalten müssen?
  7. Hält der Cloud-Anbieter meine Wiederherstellungsziele ein? Wenn die Cloud für Backup und Recovery genutzt werden soll: Ist das SLA so ausgelegt, dass es meinen Zielen für Wiederherstellungszeit und -punkte entspricht?
  8. Wie sieht es mit primärem Storage aus? Wenn es sich zumindest bei einem Teil der Daten um primäre Storage-Inhalte handelt, bietet der Provider eine Gateway-Appliance oder einen Dienst, damit Sie trotz Cloud wie mit lokalem Storage arbeiten können? Werden Ihre Anforderungen für IOPS und Antwort-Zeiten erfüllt?

Wenn Sie die Antworten auf diese Fragen in Bezug auf konkrete Datensammlungen und Anwendungsfälle nicht überzeugend finden, dann sollten Sie bei internem Storage bleiben. Höchstwahrscheinlich wird es so sein, dass manche Anwendungen und Daten als geeignet für Cloud-Storage erscheinen, andere aber nicht. So wird Cloud-Storage bereits heute häufig für Backup-Zwecke genutzt, vor allem bei Daten, die als „nicht-kritisch“ gelten. Denken Sie daran, dass Gateways für Cloud-Storage eine „Brücke“ zwischen Cloud- und internem Storage bilden können, was Vorteile wie sicheren Zugriff, lokalen Cache für mehr Performance und Unterstützung für traditionelle Protokolle wie Network File System (NFS) für Dateien und iSCSI für Block-Storage bietet. Manche Gateways sind für spezielle Anwendungsfälle ausgelegt, etwa Backup oder DR, andere dienen eher allgemeinen Storage-Zwecken.

In diesem Artikel ging es bislang hauptsächlich um öffentliche Clouds, doch auch über privates Cloud-Storage können Sie nachdenken. Dieser Markt bietet noch nicht sehr viele Optionen, doch wer sucht, der findet auch hier etwas. So bietet Nirvanix CloudComplete, einen Managed Service für privates Cloud-Storage. Auch die meisten anderen Angebote in diesem Bereich werden derzeit vom Provider verwaltet, wobei die Storage-Knoten und -Kapazität sich aber meist bei Ihnen befinden. Damit bekommen Sie die Vorteile hinsichtlich Skalierbarkeit, leichtem Management und  auch der Kosten von öffentlichem Cloud-Storage einschließlich wegfallender Investitionen. Natürlich müssen Sie aber im Gegenzug mehr Betriebskosten bezahlen.

Storage vor Ort bietet jedoch im Vergleich zur öffentlichen Cloud mehr Kontrolle und Daten-Sicherheit, und auch die Einhaltung von Compliance-Vorgaben wird erleichtert. Nirvanix bietet zudem die Möglichkeit einer Skalierung Ihres privaten Cloud-Storage mit Knoten an anderen Standorten, wobei alle Knoten in einem einheitlichen Namensraum bleiben.

Ein weiterer Vorteil von privatem Cloud-Storage: Es ist ein erster Schritt auf dem Weg zu einem hybriden Modell, bei dem Daten nach Bedarf und Belieben zwischen öffentlichen und privaten Storage-Clouds bewegt werden. Privates Cloud-Storage lässt sich mit Software von Anbietern wie Caringo, EMC Atmos, Mezeo Software oder Scality realisieren (die sämtlich auf Standard-Hardware laufen). Dieses Feld befindet sich zwar noch in einem frühen Stadium. Doch wenn die Antworten auf die acht vorgestellten Fragen für Sie kein klares Ergebnis erbringen, sollten Sie sich durchaus schon damit beschäftigen.

Über den Autor: Arun Taneja ist regelmäßiger Autor für SearchCloudStorage.com sowie Gründer und President der Taneja Group, einem Analyse- und Beratungshaus für Storage und Storage-zentrische Server-Technologien.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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