Backup-Tools für Virtualisierung: Marktübersicht und Feature-Vergleich

Server-Virtualisierung ist stark im Kommen. Damit drängen immer mehr Software-Anbieter für Backup-Tools für Virtualisierungen auf den Markt.

Dieser Artikel behandelt

Backup-Tools

Der Aufstieg der Server-Virtualisierung hat auch das Feld für die dazugehörigen Backup-Tools bereitet. Sobald traditionelle...

Backup-Anbieter erkannten, dass sich Virtualisierung etabliert hatte, passten sie ihre Software entsprechend an. Dennoch bieten nicht alle Pakete für Backups physischer Server die gleichen leistungsstarken VM-Funktionen wie auf Virtualisierung spezialisierte Tools.

Andererseits können VM-Backup-Tools in der Regel keine physischen Server sichern Wenn Sie also noch nicht alle ihre physischen Server virtualisieren können, benötigen Sie zwei Tools. Beachten Sie bei der Auswahl einer Backup-Software auch deren Geschichte und Herkunft. Und stellen Sie sicher, dass sie alles bietet, was eine erfolgreiche Strategie für Disaster-Recovery (DR) benötigt.

Auf die folgenden Kern-Features von Backup-Tools für virtualisierte Umgebungen sollten Sie bei der Auswahl achten:

  • virtuelles Backup, physisches Backup oder beides
  • Image-basierte Backups
  • Wiederherstellung auf Datei-Ebene
  • Instant Recovery
  • Deduplizierung und Komprimierung der Backup-Daten
  • externe Replikation von Backup-Daten für Disaster Recovery
  • agentenbasiertes oder agentenloses Backup
  • Installation als Windows-Anwendung oder vorgefertigte VM.

Und schließlich: vergleichen Sie die Kosten mit denen anderer Tools – wahrscheinlich finden Sie sehr unterschiedliche Preismodelle.

Zusätzlich zum potenziellen Nutzwert von VM-Backup-Tools im Allgemeinen betrachten wir hier einige konkrete Beispiele, ihre Spezifikationen, und wie ausgereift sie sind.

Fast jedes Server-Backup-Tool kann VMs sichern, aber das geschieht oft mit Agenten auf jeder virtuellen Maschine (VM). Mit solchen traditionellen Agenten können Administratoren Dateien wiederherstellen, aber keine Virtualisierungs-Features nutzen. Als empfehlenswerte Alternative gibt es stattdessen Backup-Tools speziell für Virtualisierung oder physische Tools mit starken VM-spezifischen Features.

Solche Backup-Tools verwenden die vCenter-API (Application Programming Interface) von VMware, um zu identifizieren, welche VMs auf welchem ESX/ESXi-Host laufen. Das ist entscheidend, da VMs via vMotion, Distributed Resource Scheduler und VMware High Availability verschoben werden können. Mit Hilfe von vMotion können Disk-Files von VMs sogar von einem Storage Area Network (SAN) zu einem anderen wandern.

Im Rahmen einer DR-Strategie müssen Tools, die virtuelle Infrastrukturen sichern, all dies berücksichtigen. Außer mit der vCenter-API lässt sich ihre Performance mit der ab vSphere 4 integrierten Funktion Changed Block Tracking steigern. Entscheiden Sie sich also für virtuelle Backup-Tools oder physische mit starken Virtualisierungsfunktionen.

Die Evaluierung von VM-spezifische Backup-Tools

Als erstes von drei virtualisierungsspezifischen Backup-Tools stellen wir Acronis Backup & Recovery Virtual Edition vor. Es hebt sich dadurch hervor, dass es alle Plattformen für Virtualisierung einschließlich vSphere, Hyper-V, XenServer, KVM und Parallels Virtuozzo sichern kann. Hinzu kommt, dass Organisationen nur eine einmalige Lizenz dafür kaufen müssen, um alle ihre VMs zu sichern.

Acronis Backup & Recovery funktioniert in vSphere- und Hyper-V-Infrastrukturen agentenlos, bietet physical-to-virtual (P2V)- und virtual-to-virtual (V2V)-Konvertierung und sichert sogar auf Band. Acronis hat eine optionale Deduplizierung, aber keine Replikationsfunktion. Über eine Option für Online-Backups können Administratoren Backup-Daten über das Internet zu Offsite-Storage senden.

EMC Avamar Backup & Dedupe wurde nicht speziell für virtuelle Infrastrukturen entwickelt und sichert sowohl physische Server als auch virtuelle Maschinen. Obgleich EMC das Produkt nicht für die Virtualisierung entwickelt hat, enthält Avamar Funktionen, die eine Integration mit der virtuellen Infrastruktur per vCenter-API ermöglichen.

Avamar verfügt über Remote-Site-Replikation und sichert auf Festplatte oder Band – spezielle VM-Backup-Tools können das meist nicht. Es bietet Module zum Sichern von Anwendungen wie Exchange, SharePoint und Oracle. Die Kehrseite: Avamar ist eines der komplexesten – und teuersten – Tools in dieser Übersicht.

Das dritte VM-spezifische Backup-Tool ist PHD Virtual Backup (ehemals esXpress) von PHD Virtual Technologies (siehe Abbildung 1). Als eines der ersten Werkzeuge, die mir je untergekommen sind, wird es tatsächlich als virtuelle Appliance eingerichtet. Es fungiert dabei als Virtual Backup Appliance (VBA) auf einem oder mehreren ESX/ESXi-Hosts.

Abbildung 1: Das Client-Plugin für vSphere von PHD Virtual Backup

Die administrative Schnittstelle arbeitet Web-basiert (sie verbindet sich dann direkt mit der VBA), Sie können aber auch eine lokale Windows-Konsole verwenden oder sogar ein vSphere-Client-Plugin installieren. Das Client-Plugin ist einzigartig – weder Veeam Backup noch Quest vRanger bieten so etwas. PHD Virtual hat guten Einblick in die virtualisierte Infrastruktur, weil es selbst eine virtuelle Maschine ist. Es bietet Deduplizierung, ist zu 100 Prozent virtualisiert und bietet File-Level Restore, Changed Block Tracking sowie Application Object Recovery. PHD Virtual ließe sich noch verbessern, indem eine Funktion für integrierte Replikation hinzugefügt würde.

Die zweite VM-spezifische Backup-Anwendung ist Quest vRanger von Quest Software. Sie hieß ursprünglich Vizioncore esxRanger, dann vRanger, und war eines der ersten Backup-Tools für VMware. Die neueste Version  bietet Features wie die Integration mit Quest vConverter – ein Produkt, das Backups physischer Server in VM-Backups ermöglicht – sowie Instant Recovery auf Datei-Ebene, Datei-Cataloging und eine Integration mit Quests vReplicator.

VRanger wird in zwei Editionen verkauft: vRanger Standard Edition und vRanger Pro. Die Pro-Version bietet Replikation, Datei-Cataloging und LAN-loses Backup. Die Replikation von Backup-Images für Off-Site Storage und Disaster Recovery ist eine der wertvollsten Eigenschaften dieser Backup-Produkte. Je nach Größe und Struktur eines Unternehmens ist Replikation allerdings nicht immer praktikabel.

Wenn Sie Veeam Backup & Replication mit Quest vRanger vergleichen, vergleichen Sie es mit vRanger Pro – nicht mit vRanger SE.

Weitere Backup-Tools für die Virtualisierung

Preismodelle für virtualisierte Backup-Tools

Die Preismodelle unterscheiden sich ebenso wie die Backup-Methoden und individuellen Features. Wählen Sie dasjenige, das am besten zur Anzahl Ihrer VMs passt.

  • pro VM = Zahlung pro virtueller Maschine, die vom Tool gesichert wird
  • pro CPU-Sockel = pro CPU-Sockel, gerechnet über alle Hosts für Virtualisierung
  • pauschal = Festpreis für ein Backup-Tool, das eine begrenzte oder unbegrenzte Anzahl von VMs sichern kann

Ein neuer Einsteiger im Markt für VM-Backups ist Thinware vBackup. Obwohl dieses kleine Unternehmen noch eine ältere Methode (VMware Consolidated Backup) verwendet, um virtuelle Maschinen vom Virtual Machine FS zu übertragen, bietet es ein komplettes Backup-Tool für das Dateisystem wie sonst niemand. Der Hersteller hat außerdem leistungsfähigere Versionen im Programm und will bald modernste Methoden (VMwares API for Data Protection / VADP) verwenden, um VMs zu übertragen. Ebenso angekündigt sind neue Funktionen wie Replikation, inkrementelle Sicherung und Wiederherstellung auf Datei-Ebene.

Thinware versucht nicht, mit Großunternehmen über die neuesten und innovativsten Features zu konkurrieren. Vielmehr ist vBackups Alleinstellungsmerkmal, dass es VM-Backups zu den niedrigsten Kosten im Markt ermöglicht.

Veeam Backup & Replication ist eine Windows-Anwendung von Veeam Software, die  entweder auf einem physischen Server oder auf einer virtuellen Maschine installiert wird. Zur Standard-Ausstattung gehören Image-basierte Backups, Wiederherstellung auf Datei-Ebene, Deduplizierung und Kompression (siehe Abbildung 2).

Veeam Backup & Replication sichert keine physischen Server, aber es kann eine Dateikopie einer Netzwerk-Freigabe anfertigen. Traditionell ist das größte Unterscheidungsmerkmal zwischen Veeam und dem Wettbewerb die Möglichkeit, Backup-Daten extern zu replizieren – für die Off-Site-Speicherung von Backups und Disaster Recovery.

Abbildung 2: Fällt eine VM aus, können Sie sie mit Veeam Backup & Replication auf jedem Host in wenigen Minuten neu starten

Die neueste Version 5 hat eine Instant-Restore-Funktion, mit der man ein Backup direkt aus dem Backup-Repository einbinden kann, ohne die VM vorher in die Produktionsumgebung zu kopieren. Weitere einmalige Features sind universelle Objekt-Wiederherstellung, Virtual Labs zum Testen sowie Changed Block Tracking für schnelle Replikation. Darüber hinaus ermöglicht das SureBackup-Feature eine Verifikation von Anwendungen auf dem Backup-Image.

Veeam bietet eine kostenlose Lizenz für zwei CPUs, die jeder vExpert, VMware Certified Professional oder VMware Certified Instructor zur Evaluierung, Demonstration und Schulung nutzen darf.

Der Markt für VM-Backup-Tools wird reifer

Produkte zur Sicherung physischer Infrastruktur haben ein hohes Maß an Reife erreicht. Jüngere Tools erledigen nicht mehr nur das Minimum, sondern überraschen Administratoren mit Funktionen, von denen sie früher nie zu träumen gewagt hätten. Virtualisierung hat generell den Markt für Backup-Software mit Features wiederbelebt, die bei traditionellen, physischen Server-Backups nicht möglich gewesen wären: Virtual Labs, Instant Restore für VMs (eingebunden aus dem Backup-Repository) und automatische Verifikation von VM-Backups.

Die Replikation geänderter Blöcke einer VM-Festplattendatei ist eine der nützlichsten Funktionen der Backup- und Recovery-Tools von Drittanbietern. Bei der Replikation brauchen Sie keine Backup-Bänder zu erstellen oder diese Off-Site zu lagern. Stattdessen transportiert Replikation lediglich geänderte Blöcke via WAN oder Internet-VPN-Tunnel zu einem anderen Firmen-Standort oder Service Provider. Damit hat sich eine der größten Sorgen bei der Planung von DR-Strategien erledigt.

VM-Replikation ermöglicht kürzere Recovery-Zeiten, als traditionelle Bandsicherung es je könnte. Außerdem lassen virtuelle Maschinen sich durch einen vSphere-Host starten, sobald sie benötigt werden.

Achten Sie bei der Auswahl von Backup-Tools also auf Virtualisierungsfunktionen. Ebenfalls wichtig ist, wie sich Daten damit Off-Site sichern lassen, wie physische Server gesichert werden, ob Replikation enthalten ist und ob besonders fortschrittliche Funktionen verfügbar sind.

Artikel wurde zuletzt im März 2012 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Backup-Tools

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close