Backups von Microsoft ReFS: Wie Sie die Kompatibilität mit Ihrer Backup-Software testen

Das Microsoft-Dateisystem ReFS stellt Backuplösungen vor Herausforderungen. Wir zeigen, wie Sie die Kompatibilität mit Ihrer Backup-Software testen.

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Backup-Tools

Als Microsoft in den 1990er Jahren sein neues Dateisystem NTFS einführte, erlebten viele Administratoren eine unangenehme Überraschung: Sie mussten feststellen, dass sie von Computern mit NTFS keine Backups mehr erstellen konnten.

Das mag sich anhören wie eine Lektion aus der frühen Computer-Vergangenheit, doch manchmal wiederholt sich die Geschichte: Mit der Veröffentlichung von Windows Server 2012 führte Microsoft auch das Resilient File System (ReFS) ein – sein erstes neues Dateisystem seit mehr als einem Jahrzehnt, wenn man kleine Überarbeitung von älteren nicht mitzählt. Wie schon bei NTFS kann auch bei ReFS eine unüberlegte Implementation unschöne Folgen haben. Vor dem Einsatz in einer Produktiv-Umgebung sollte es deshalb unbedingt in Labor-Tests geprüft werden.

Für solche Tests des Dateisystems ReFS gibt es viele unterschiedliche Möglichkeiten. Als erstes sollten Sie aber prüfen, ob Ihre bestehende Backup-Technologie damit zurechtkommt.

Noch bevor Sie mit dem eigentlichen Testen beginnen, sollten Sie Ihren Backup-Ausrüster kontaktieren und ihn fragen, ob seine Software ReFS-Backups unterstützt. Möglicherweise erfahren Sie dann, dass Sie dafür einen Patch brauchen. Manche Anbieter sollen Kunden auch gesagt haben, dass Backups von ReFS zwar funktionieren, offiziell aber nicht unterstützt werden.

Öfter aber ist zu hören, dass die ReFS-Unterstützung erst für das nächste Release geplant ist. So unterstützt Backup Exec 2012 von Symantec ReFS aktuell noch nicht, das Unternehmen hat aber angekündigt, dies mit Backup Exec 2012 r2 nachzuholen. Für dieses Release ist zugleich die Unterstützung weiterer Features von Windows Server 2012 geplant, etwa von Hyper-V und Failover-Clustern unter Windows Server 2012.

Andere Anbieter gehen in Bezug auf Unterstützung von Backups des ReFS-Dateisystems gänzlich andere Wege. Commvault etwa unterstützt nach eigenen Angaben auf ReFS-Volumes nicht die Scan-Methoden Change Journal und Data Classification, weil es Probleme mit dem Agenten dafür gibt. Das Unternehmen empfiehlt stattdessen klassische Scans.

Unabhängig davon, mit welcher Backup-Software Sie arbeiten, ist also wichtig: Sie sollten herausfinden, wie Ihr Anbieter mit dem Thema Backups von ReFS-Volumes umgeht.

Nachdem das erledigt ist, sollten Sie als ersten und grundlegendsten Test schlicht prüfen, ob Sie mit Ihrer Backup-Software auf dem jetzigen Stand ein ReFS-Backup vornehmen können. Wenn das funktioniert, besteht der nächste Schritt logischerweise darin, zu prüfen, ob auch eine Wiederherstellung möglich ist. Allerdings ist damit noch nicht alles abgehakt, was bei der Verifizierung der Kompatibilität Ihrer Backups zu ReFS zu beachten ist.

Für die ersten Tests der Kompatibilität Ihrer Backup-Software mit ReFS-Volumes rate ich dazu, Daten von Datei-Servern zu verwenden. Der Grund dafür ist, dass solche Dateien meist sehr unterschiedliche Berechtigungen aufweisen. Indem Sie sie auf einen Labor-Server wiederherstellen, können Sie prüfen, ob auch die Berechtigungen den gesamten Prozess von Backup und Recovery  intakt überstanden haben.

Ebenfalls empfehlenswert: Fragen Sie bei Ihrem Backup-Anbieter nach, welche maximale Datei-Größe und welche maximale Volume-Größe die von ihm gelieferte Software handhaben kann.

Der Grund dafür ist, dass ReFS weiter skalierbar ist als NTFS. Die theoretische Grenze für die Datei-Größe auf einem ReFS-Volume beträgt 16 Exabyte, die für die Volume-Größe 1 Yottabyte. Heutzutage dürfte kaum eine Organisation auf derartige Dimensionen kommen (vor allem angesichts von Hardware-Beschränkungen). Doch irgendwann könnte auch Ihr Daten-Volumen die Kapazität eines NTFS-Volumes übersteigen. Dadurch kann es dazu kommen, dass Ihre Backup-Software nicht mehr funktioniert – wenn Sie sich nicht frühzeitig um die Grenzen ihrer Skalierbarkeit gekümmert haben.

Schlussfolgerung

Nach dem Lesen dieses Artikels werden Sie sich wahrscheinlich fragen, wie gut die Chancen dafür sind, dass auch Ihre Backup-Software mit ReFS kompatibel ist. Die Antwort hängt hauptsächlich davon ab, wie alt Ihre Backup-Software ist und wie sie arbeitet. ReFS basiert auf NTFS, und Zugriffe darauf sind ohne zusätzliche APIs möglich. Jedoch werden bestimmte NTFS-Features (wie User Data Transactions und erweiterte Attribute) auf ReFS-Volumes nicht mehr unterstützt, was zu Problemen mit Backup-Anwendungen führen kann. Gründliche Tests sind deshalb die einzige sichere Methode, um herauszufinden, ob Ihre Backup-Software auch mit ReFS richtig funktioniert.

Über den Autor: Brien M. Posey, MSCE, ist Träger der Auszeichnung Microsoft MVP für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server. Zuvor war er unter anderem CIO bei einer US-weiten Kette von Krankenhäusern und verantwortlich für die Abteilung Informationsmanagement in Fort Knox. Seine persönliche Webseite finden Sie unter www.brienposey.com.

Artikel wurde zuletzt im Juni 2013 aktualisiert

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