Besseres Kapazitätsmanagement durch Storage-Virtualisierung

Storage-Virtualisierung hat einen gewaltigen Vorteil: Effizienz-Steigerungen durch virtualisierten Storage-Arrays sprechen eine deutliche Sprache.

Server-Virtualisierung hat im Zuge von Server-Konsolidierung zu Kostensenkungen geführt, und auch die Virtualisierung von Desktops verspricht Effizienz-Steigerungen beim Desktop-Management. Die Virtualisierung von Storage jedoch können CIOs dazu nutzen, um über die gesamte Infrastruktur hinweg Effizienz und Einsparungen zu erreichen.

Grundsätzlich geht es bei Storage-Virtualisierung darum, durch die Schaffung eines Pools für bessere Kapazitätszuweisung und -verwaltung zu sorgen. „Die Daten befinden sich dann in einem logischen Pool, so dass IT-Mitarbeiter nur die Menge an Storage bereitstellen, die tatsächlich benötigt wird. Dies steht im Gegensatz zu einer Überallokation von Storage, die bei nicht virtualisiertem Storage verbreitet ist“, erklärt Mike Piltoff, Senior Vice President des IT-Dienstleisters Champion Computer Solutions LLC aus Florida.

Die Effizienz-Steigerungen können durchaus beachtlich sein: Nicht virtualisierte Storage-Arrays weisen normalerweise einen Nutzungsgrad von etwa 35 Prozent auf, während virtualisierte bei über 80 Prozent liegen, erklärt Piltoff weiter.

Weil das Pooling der Storage effizienter ist, können CIOs besser einschätzen, wie viele neue Storage-Arrays und Geräte eingekauft werden müssen, wenn ihre virtuelle Infrastruktur weiter wächst. Die Alternative dazu bestünde darin, „den Finger in den Wind zu halten und einfach zu raten“, sagt Chris Wolf, Analyst bei der Burton Group im US-Bundesstaat Utah.

Storage-Virtualisierung und Thin Provisioning

Storage-Pooling mittels Thin Provisioning ist kein grundlegend neues Konzept. Aber in Verbindung mit Virtualisierung gibt es IT-Mitarbeitern die Möglichkeit, Thin Provisioning über Arrays verschiedener Hersteller hinweg einzusetzen. Dadurch gewinnt der CIO einen besseren Überblick über die gesamte Storage-Kapazität und kann bereits vorhandene Kapazitäten wirkungsvoller einsetzen.

Der Nachteil der Entscheidung für das Virtualisierungs-Produkt eines bestimmten Anbieters zur Verwaltung der Produkte von Konkurrenten besteht in allererster Linie in möglicherweise schwieriger Kommunikation bei Anrufen beim Support. Außerdem ergibt sich ein Problem bei der Lieferanten-Steuerung. „Wer die Virtualisierungsengine kontrolliert, hat auch Einfluss auf viele Komponenten, so dass Sie letztlich an diesen Anbieter gebunden sein könnten“, sagt Keith Norbie, Vice President von Nexus Information Systems, einem System-Integrator aus dem US-Bundesstaat Minnesota.

Array-basierte Virtualisierung ist einer der beliebtesten Möglichkeiten für Storage-Virtualisierung. Das liegt daran, dass viele Anbieter von Storage-Arrays Virtualisierungs-Funktionen wie Thin Provisioning und Replikation mit anbieten. Dies lässt Storage kostengünstiger werden und erleichtert die Verwaltung, sagen Experten. Ganz gleich, ob eine Organisation sich für Array-, Geräte-, Netzwerk-basierte oder eine andere Art von Storage entscheidet: Viele Produkte für die Virtualisierung von Storage sind auf Datenmobilität ausgelegt, um eine zu starke Hersteller-Bindung zu vermeiden. „Storage-Virtualisierung erlaubt ein Verlagern von Kapazität weg von EMC und hin zu Hitachi, oder weg von IBM und hin zu HP, und so weiter“, sagt Norbie.

Einige Anbieter von Storage-Virtualisierung bieten Thin Provisioning zusammen mit Snapshot-Funktionen, mit denen IT-Abteilungen ein sauberes Disk-Images speichern können. Dieses wiederum ermöglicht ein schnelles Wiederherstellen von Servern und Desktops oder auch ein schnelles, gleichzeitiges Update virtueller Server und virtueller Desktops.

„Man kann die Snapshot-Funktionen im Storage-Netzwerk dazu verwenden, hunderte von Desktops nahezu zeitgleich aufzusetzen“, sagt Wolf von der Burton Group. „Funktionalität wie zum Beispiel Thin Provisioning und Deduplizierung ist unverzichtbar, weil die ROI-Betrachtung von virtuellen Desktops ansonsten nicht vollständig ist – beispielsweise in Bezug auf die zu erwartenden Kosten für Storage.“

Die Kosten für eine lokale Festplatte bei einem traditionellen Desktop-Rechner liegen bei rund 80 US-Dollar pro Terabyte. Innerhalb eines Storage Area Networks kostet ein Gigabyte für einen virtuellen Desktop laut Expertenschätzungen jedoch schon zehn Dollar, weil ein SAN aus anderen Komponenten – High-end Disk-Array, Kabel usw. – besteht.

Andererseits kann Thin Provisioning dazu beitragen, die Anzahl der benötigten Storage-Arrays zu reduzieren, die zur Unterstützung einer virtuellen Infrastruktur erforderlich sind. „Thin Provisioning kann – in Abhängigkeit von den Kosten für die Storage-Arrays im Back-End der virtuellen Umgebung – zig Tausende an Ersparnis generieren“, argumentiert Wolf. Es sei nicht ungewöhnlich, wenn die Amortisation bereits binnen Jahresfrist nach Einkauf der Ausstattung zur Storage-Virtualisierung eintrete. Das liege ganz einfach daran, dass der Kauf zusätzlicher Arrays im Back-End dadurch vermieden wird.

Storage-Virtualisierung kann außerdem IT-Abteilungen beim Umgang mit den Belastungen für die Netzwerk-Kapazität unterstützen, die mit einer Desktop-Virtualisierung einhergehen. Typische Beispiele dafür sind unter anderem Anstürme von Benutzer-Bootvorgängen und ein Verlagern der Eigenen Dokumente in das Dateisystem. „Wenn man einen Windows-Desktop virtualisiert, dann nimmt man den Ordner Eigene Dokumente und leitet diesen auf ein Common Internet File System (CIFS)-Verzeichnis um. Außerdem werden sämtliche Festplatten-Daten ebenfalls virtuell auf dieses Dateisystem umgeleitet. Datei-Virtualisierung und Deduplizierung optimieren die Ausnutzung des Gesamtspeichers für die Dateien“, sagt Norbie von Nexus.

Die Lücke in der Virtualisierungsstrategie

Die größte Lücke bei der Virtualisierung liegt nicht im Bereich einzelner Komponenten wie Storage, Server, Desktop oder Netzwerke. Sie besteht vielmehr in einer fehlenden Strategie.

„Manche Unternehmen haben VMware mit anderen Virtualisierungskomponenten integriert und eine Server-basierte Virtualisierung realisiert. Was jedoch fehlt, ist eine Checkliste dazu, was innerhalb des Gesamtnetzwerks zu beachten ist. Dabei wird durch Virtualisierung doch alles stärker mit einander verzahnt“, sagt Piltoff  von Champion Computer.

Piltoff ist aufgefallen, dass viele Kunden jeweils auf einen eigenen Anbieter für Netzwerk-Virtualisierung, Server-Virtualisierung und Storage-Virtualisierung zurückgreifen: „Es ist, als hätte man alle diese Länder, und jedes spricht eine andere Sprache“, sagt er. „Mein Rat an die CIOs lautet: Wenn Ihnen ein Anbieter anstelle eines ganzheitlichen Ansatzes nur die Virtualisierung eines Teils Ihrer Landschaft vorschlägt, dann suchen Sie sich besser einen anderen.“

In Piltoffs Augen die Quintessenz: Durch Virtualisierung entstehen mehr Daten in Form von Image-Replikaten oder Snapshots. Anstatt dann Verwaltungs-Tools für die Virtualisierung einzuführen, die den zusätzlichen Storage- und Netzwerk-Bedarf gezielt adressieren würden, werfen viele Organisationen Geld zum Fenster hinaus. Mit zusätzlicher Technik versuchen sie die Engpässe zu beheben, verschieben sie damit letztlich aber nur von Desktops zu Servern und dann weiter zu Storage.

CIOs müssen außerdem im Hinterkopf behalten, dass ein Anbieter-Wechsel bei Storage-Virtualisierung genauso schmerzvoll sein kann wie die Migration von einem Anbieter für Storage-Arrays zu einem anderen. „Jegliche Art von Migration wird enorme Mengen von Ressourcen im Storage-Netzwerk verschlingen. Das gilt auch für Storage-Virtualisierung“, sagt Wolf von der Burton Group. „Und wenn Sie erst einmal Funktionen wie zum Beispiel Thin Provisioning auf einem Gerät für Storage-Virtualisierung verwenden, dann müssen Sie die bei einem Umzug der Daten erst einmal rückgängig machen.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2010 aktualisiert

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