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Blockchain kann die Storage-Welt verändern

Die Blockchain-Technologie wird für die Storage-Welt immer interessanter. Acronis, Sia, Storj und die Berliner BigChainDB GmbH haben tragfähige Konzepte entwickelt.

Ein Grundkonzept von Storage ist es, Daten in einer einzigen, zuverlässigen Kopie zu speichern. Diese wurde bisher meist mit Dateisystemen erreicht, die die Datenintegrität gewährleisten sollten.

Aber Einheitlichkeit ist in Speicherstrukturen schwer zu erreichen, weil oft viele unterschiedliche Versionen von Dateien im Netzwerk kreisen oder per E-Mail versandt werden.

Aber in einigen Fällen, etwa für Finanz- oder Gesundheitsdaten, ist es unabdingbar, dass es eine einzige gültige und wahrhaftige Datei gibt.

Es gibt auch gute wirtschaftliche Argumente für eine einzige Dateiversion. Die ist schlicht einfacher und billiger aufzubewahren als viele unterschiedliche Varianten.

Blockchain als Lösung

Hier kommt Blockchain ins Spiel. Die bisher meist mit Kryptowährungen wie Bitcoin verbundene Technologie hat viele Vorteile. Blockchain kann sicherstellen, dass eine Datenkette verifiziert und vor Manipulationen geschützt ist. Die Daten werden aufgesplittet, verschlüsselt und verteilt. Blockchain kann so gewährleisten, dass es für eine Datei einen Single Point of Thruth, also eine allein gültige Version gibt.

Damit ist Blockchain für Storage sehr interessant. Die Kette von Blocks sind im Grunde gespeicherte Daten, aber in der Praxis ist es keine gute Idee, größere Dateien miteinander zu verketten, weil sie dann zu schwer zu handhaben ist.

Blockchain unterscheidet sich also stark von bisherigen Storage-Konzepten. Aber einige Start-ups haben es sich zur Aufgabe gemacht, Storage und Blockchain zusammenzubringen.  

Sia hat ein Konzept entwickelt, Blockchain als verteiltes Cloud-Backend zu nutzen. Das Unternehmen aus Boston/USA hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zum Backbone Storage Layer des Internet zu werden.

Eine ähnliche Strategie verfolgt Storj Labs aus Atlanta/USA. Beide wollen Daten auf den Festplatten der Anwender (Farmer) ablegen, um verteiltes Cloud Storage mittels Blockchain zu realisieren. Die Nutzer, die die Festplattenkapazität zu Verfügung stellen, werden mit Kryptowährung entlohnt.

Die tatsächlichen Daten werden aufgesplittet und verschlüsselt in redundante Kopien, die mittels Public-/Private-Key-Kryptographie geschützt werden.

Mit Ihren Angeboten können Sia und Storj Speicherkapazität in der Cloud zu einem Zehntel des Preises von Amazon Web Services S3 offerieren. Der Preisvorteil ergibt sich aus dem Verzicht auf eigene Rechenzentren.

Im Gesundheitswesen wird Blockchain bereits produktiv genutzt. Sämtliche Patientenakten in Estland werden bereits auf Blockchain gelagert.

Acronis als etablierter Backup-Anbieter hält große Stück auf Blockchain. „Mit Blockchain lassen sich Daten und Transaktionen nur aktualisieren oder verändern, wenn alle Beteiligten, die diese Informationen erstellen und verwenden, es erlauben, neue Daten hinzuzufügen. Die Daten können nicht gelöscht werden“, erklärt Victor Lysenko, Vice President für Blockchain bei Acronis.  

All das deutet darauf hin, dass sich mit Blockchain interessante Einsatzszenarien für Sekundär-Storage auftun.

Auch ein deutsches Unternehmen ist in diesem Markt aktiv. Die Berliner BigchainDB GmbH hat Ende November 2017 die Version 1.3 ihrer Internetdatenbank auf der Basis von Blockchain vorgestellt. Nun ist auch die Volltextsuche mittels Metadaten in MongoDB möglich. Das Ziel ist nichts Geringeres als eine interplanetare Datenbank.

Alle diese interessanten Konzepte zeigen, dass Blockchain auf einem guten Weg ist, zu einem wichtigen Faktor in der Storage-Welt zu werden.   

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2017 aktualisiert

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