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Cloud-Recovery: Fünf Gründe für ein Failback

Cloud-Recovery und VMs in der Cloud haben viele Vorteile. Sollen die Daten wieder an den lokalen Standort, so sollte eine Migration gut geplant sein.

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Disaster-Recovery-as-a-Service ermöglicht es, bei einem Systemausfall mittels Failover Workloads in die Cloud zu transferieren und somit weiterhin operieren zu lassen. Diese relativ neue Funktionalität wirft bei einigen Anwendern die Frage auf, ob diese Workloads nach dem Failover wieder zurück an den lokalen Standort geschoben werden oder ob sie weiterhin auf unbestimmte Zeit in der Cloud verbleiben sollen.

In den meisten Disaster-Recovery-Szenarien sollten Unternehmen an ein Failback an den eigenen Standort der zuvor in die Cloud transferierten Workloads denken, sobald der Krisenfall vorbei ist. Hier gibt es nur eine große Ausnahme: wenn der DRaaS-Provider ein automatisches Failback nicht unterstützt. In diesem Fall braucht der Provider lokale Kopien der virtuellen Maschinen, die vom Backup wiederhergestellt werden. Danach muss sich die Firma immer noch entscheiden, wie sie die Daten zurückbewegt, die sich seit dem Störfall in der Cloud angesammelt haben.

Es gibt fünf gute Gründe, warum ein schnelles Failback der Workloads aus der Cloud wichtig ist.

1. Ein Failover einer Workload in die Cloud ist eine Reaktion auf eine Notsituation und keine Migrationsstrategie. Geschieht das Failover zu einem DRaaS-Provider, dann basiert das gesamte Geschäftsmodell des Anbieters sehr wahrscheinlich auf Disaster-Recovery-Szenarien. Das bedeutet, dass der Provider nicht erwartet, dass die virtuellen Maschinen langfristig in seiner Umgebung laufen. Darüber hinaus verfügt er wahrscheinlich über entsprechende Regeln, die dies verbieten.

Natürlich lässt sich nicht nur mit DRaaS-Providern ein Cloud-Recovery umsetzen. VMs lassen sich auch in so genannte IaaS-Clouds oder Collocation Center verschieben. Obwohl diese Umgebungen eher dafür geeignet wären, die VMs auch langfristig zu beherbergen, so ist es doch empfehlenswert, den Failover als Notsituation und nicht als permanente Migration anzusehen.

VM-Migrationen in die Cloud oder an externe Standorte erfordert eine umfassende Planung. Einige IT-Verantwortliche mögen nun annehmen, dass eine VM, die nach einem Failover noch läuft, Beweis für eine gute Planung ist und es keinen Schaden anrichtet, diese VM weiter am neuen Standort zu lassen. Allerdings ist eine Migrationsplanung mehr als ein Sicherstellen einer funktionierenden virtuellen Maschine.

2. Software-Lizenzen. Die meisten Software-Hersteller akzeptieren, dass ein Ausfall passieren kann und dass es dann notwendig ist, ein Failover durchzuführen. Trotzdem kann es sein, dass einige Software-Komponenten auf der VM nicht für den Cloud-Einsatz lizensiert sind. Eine solche VM in die Cloud zu migrieren, ohne die Lizenzvereinbarungen zu prüfen, könnte rechtliche Folgen nach sich ziehen.

3. Unterschätzen Sie Ihre Security- und Compliance-Strategie nicht. Geht man davon aus, das die verwendete Cloud-Umgebung sicher ist, so müssen Sie trotzdem Ihre Compliance-Dokumentation ändern, wenn Sie VMs in die Cloud migrieren.

4. Die Kosten, die eine virtuelle Maschine in der Cloud erzeugt. Es wird oft angenommen, dass die Kosten für eine laufende VM in der Cloud niedriger sind, als diese im eigenen Rechenzentrum operieren zu lassen. Diese Aussage ist oft nicht haltbar und bedarf einer gründlichen Überprüfung.

Natürlich kostet es etwas, die Workloads im eigenen RZ laufen zu lassen, diese Kosten sind aber oft unerheblich. Wird die Workload der VM auf einem Server gehostet, der bereits bezahlt wurde, so entstehen reale Kosten durch den Stromverbrauch, die Kühlung sowie die Wartung. Auf der anderen Seite stellt der Provider die Ressourcen in Rechnung, die genutzt werden. Verschiebt man nun eine Workload in die Cloud, so fallen sofort Kosten für I/O- und CPU-Nutzung an. Je nachdem wie ressourcenhungrig die Workloads der VM sind, können die Kosten für das Cloud-Recovery und die funktionierende VM in der Cloud schnell steigen.

5. Sie möchten die Option eines VM-Failover im Falle einer Störung. Wenn der eigentliche Plan darin besteht, im Falle eines Problems ein Failover der VM in die Cloud zu veranlassen, was passiert dann mit diesem Plan, falls die virtuelle Maschine in der Cloud verbleibt? Es kann sein, dass sich ein Failover zu einer anderen Cloud einrichten lässt, aber auch das erfordert Planung und erhöht die Kosten und die Komplexität.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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