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Copy Data Management schafft den Durchbruch

Copy Data Management soll für mehr Ordnung, Sichtbarkeit und geringere Speicherkosten in Unternehmen sorgen. Immer mehr Hersteller springen auf diesen Zug auf.

Viele Unternehmen ziehen schon seit Jahren Backups. Die im Laufe der Zeit angefallenen Datenkopien sind schwer nachzuverfolgen und zu verwalten. Der Zugang auf diese alten Kopien ist oft auch nur schwer möglich. Wenn Anwender an alte Daten wollen, müssen sie oft ein Ticket schreiben und häufig mehrere Wochen auf eine Antwort warten.

All dies ist natürlich nicht ideal und sorgt für hohe Kosten, problematische Compliance sowie beschränkte Agilität und Produktivität.

Zusätzlich fallen das ständige Datenwachstum und Cyberangriffe ins Gewicht. Deswegen hat für viele Unternehmen eine Modernisierung ihrer Data Protection und Datenverwaltungsstrategie hohe Priorität.

Copy Data Management (CDM) kann für diese Probleme einen effektiven Lösungsansatz bieten. Es kann dabei helfen, Produktionsdaten zu schützen und zu verwalten, Kosten zu reduzieren und den Datenzugang zu beschleunigen.

CDM-Markt verändert sich

Bis 2016 fokussierten sich die Anbieter von CDM-Software wie Actifio oder Catalogic Software auf Punktlösungen. Aber der Markt verändert sich rapide und die großen Hersteller steigen ein.

Dell EMC, Veritas und IBM haben bereits CDM-Produkte vorgestellt. Es ist kaum überraschend, dass sich die Großen für CDM interessieren. CDM ist im Grunde eine natürliche Erweiterung traditioneller Data Protection und Storage-Produkte. Eine Studie der Taneja Group zeigte, dass schon 30 Prozent der befragten Unternehmen bereits CDM-Produkte evaluieren oder bereits implementieren.

Welche CDM-Funktionen sind nun für die Kunden am attraktivsten und wie gehen die Hersteller auf diesen Bedarf ein? Die Antworten auf diese Fragen können ein Licht darauf werfen, wohin sich der CDM-Markt bewegt.

CDM Prioritäten

Für die von der Taneja Group befragten IT-Profis lagen die Prioritäten beim Einsatz von CDM in niedrigeren Storage-Kosten, bessere Sichtbarkeit der Daten, Einblicke und Compliance. Zudem stehen Data Protection und die Konsolidierung von Sekundär-Storage im Blickpunkt. Weitere wichtige Punkte sind bessere Lebenszyklusverwaltung und automatisierter Verwaltung der Kopien sowie der Workflow der Entwicklerarbeit.

Kunden sehen es als wichtig an, dass die Reduzierung von Daten Kosten spart. Kompression und Deduplizierung sind schon lange Teil von Data Protection. Einige CDM-Hersteller wie Cohesity legen auf diesen Punkt Gewicht und wollen die Dateigrößen mit optimierter, variabler und globaler Deduplizierung möglichst gering halten. Globale Deduplizierung bietet auch Actifio. Dell EMC Enterprise Copy Data Management (eCDM) und Veritas Velocity bieten globale Deduplizierung als Erweiterung von Dell EMC Data Domain beziehungsweise Veritas NetBackup.

Ein anderer Faktor, der zur Kostensenkung beiträgt, ist die leichtere Verwaltung von Storage-Systemen. Die Cohesity DataPlatform setzt hier einen hohen Maßstab durch die einfache Struktur der hyperkonvergenten Architektur. Dies erleichtert Upgrades und die Erholung nach Ausfällen von Knoten, weil es unterbrechungsfrei abläuft, keine manuellen Eingriffe und keine Datenmigration erfordert.                 

Die Flexibilität, kosteneffektives Storage einzusetzen, ist auch wichtig. CDM-Produkte, die nicht an eine speziell konfigurierte Appliances gebunden sind, sind hier im Vorteil. Einige Hersteller wie Dell EMC, Hitachi und IBM setzen den Schwerpunkt auf CDM-Unterstützung für spezifische Storage-Geräte.

Unabhängige Softwarehersteller wie Catalogic und Commvault unterstützen verschiedene Storage-Geräte und nutzen native Snapshot- und Replizierungs-Funktionen der unterstützten Storage-Arrays. CDM-Produkte mit einer Scale-Out-Architektur wie die Cohesity DataPlatform nutzen Knoten, die auf Standardhardware laufen.

CDM-Anbieter, die Disaster Recovery as a Service (DRaaS) in der Cloud einbeziehen, können zudem weitere Kostenverteile bieten, weil auf interne Rechenzentrumsressourcen verzichtet werden kann.

Bessere Datensichtbarkeit

Eine Verringerung der Datenkopien führt zu geringeren Kosten. Dies wiederum bringt einen anderen Punkt ins Spiel, auf den die Befragten viel Wert legen, nämlich Datensichtbarkeit, Einblicke und Compliance.

Alle CDM-Anbieter haben einen umfassenden Metadaten-Katalog im Portfolio, der Einblicke in physische und virtuelle Infrastrukturen gewährt. Administratoren können so erfahren, wo sich die Daten befinden und wann auf diese zugegriffen wurde. Zudem stellt das CDM Analyse mit vorkonfigurierten Berichten, Dashboards und Filtern sowie für spezielle Anforderungen individualisierte Berichte zur Verfügung.   

Dateisuche ist unabdingbar. Mit Suchfiltern können Administratoren Objekte nach bestimmten Kriterien finden, wie virtuelle Maschinen (VMs), Volumina an einem bestimmten Ort oder Kopien nach Größe. Einige Hersteller im CDM-Markt zeichnen sich durch ausgefeilte Suchfunktionen aus.

CDM kann Anwendern Zugriff auf Datenkopien per Selbstbedienung zur Verfügung stellen. Entwickler und Datenbank-Administratoren legen viel Wert auf diese Funktion und können sie nun endlich nutzen. Selbstbedienung bieten alle CDM-Hersteller und die Funktion ist sehr populär. In vielen Fällen ist dies der Einstieg zu CDM. Laut einer Studie von Dell EMC legen mittlerweile Anwendungs-Administratoren 20 bis 25 Prozent der Backups an und nicht mehr die zentrale IT-Abteilung.  

Zu den Selbstbedienungsfunktionen gehören das Provisionieren, Finden und Verwalten von Ressourcen über ein Service Fabric, Portal oder Marktplatz. Ebenso möglich sind rollenbasierte Zugangskontrollen, Virtualisierung, integrierte Lebenszyklusverwaltung, Datenmaskierung oder –Verschleierung, Integration mit Entwicklerwerkzeugen, Datenbanken und Management-Plattformen.

Es ist ein Unterscheidungsmerkmal unter den Herstellern, welche Anwendungen und Datenbanken unterstützt werden. Die Liste wird ständig länger und kürzlich hat IBM Unterstützung für SAP HANA, EPIC Cache und Microsoft SQL Server angekündigt.

Lebenszyklen der Daten

CDM ermöglicht Lebenszyklusverwaltung durch Orchestrierung auf der Basis von Policies. Echte Automation erfordert eine komplette Infrastruktur im Hintergrund, also Policies für die Provisionierung von Kopien, Einrichten von Netzwerkeinstellungen, Intervallen und Aufbewahrungszeiten und bei Bedarf Bereinigung von VMs und Kopien.

Alle größeren CDM-Hersteller bieten entsprechende Orchestrierung auf der Basis von Policies. Sie unterscheiden sich aber dadurch, welches Service-Level Agreement (SLA), Compliance und Cloud Support sie unterstützen.

Beispielsweise enthält Dell EMC eCDM umfassende Full-Lifecycle SLA Compliance, die SLA Quality Of Service bietet. Ein einfacher Visual Workflow Builder ist Teil des Hitachi Data Instance Director.

Die Cloud-Unterstützung ist ein wichtiger Teil des Orchestration und Data Lifecycle Managements. Achten Sie darauf, welche Hersteller Cloud-Tiering für Archive, On-Demand Workloads und Disaster Recovery in der Cloud anbieten. Es ist außerdem wichtig, wer die großen Cloud-Provider wie Amazon Web Services, Google Cloud Platform und Microsoft Azure unterstützt. In diesem Bereich zeichnen sich Actifio, Cohesity und Dell EMC aus.

Konsolidieren sekundärer Workloads

Viel Wert legen die Befragten auf das Konsolidieren sekundärer Workloads. Zu den Einsatzszenarien zählen Backups, Data Archival, Test-Dev und Analytics Workloads sowie Shared File Services. Flexibilität und Skalierbarkeit spielen hierbei eine wichtige Rolle.

Hier ist Unterstützung für zahlreiche Geräte und Protokolle (iSCSI, NFS, SMB und Amazon Simple Storage Service) wichtig, ebenso wie für virtuelle Umgebungen (Microsoft Hyper-V und VMware vSphere). Die meisten Anbieter starten mit vSphere und arbeiten sich zu Hyper-V und anderen wie Oracle Virtual Box vor.

Die Top-Funktionen von Copy Data Management
Abbildung 1: Die Top-Funktionen von Copy Data Management

Sie sollten überprüfen, wie tief die Unterstützung virtueller Umgebungen geht. In VMware-Umgebungen sollten Sie nach Unterstützung der VMware vStorage APIs for Data Protection, vSAN und der vRealize Suite fragen.

Auch Skalierbarkeit ist ein wichtiger Faktor. Meistens wird eine Scale-Up-Architektur unterstützt, anders gesagt, das Hinzufügen von Festplatten bei steigendem Bedarf. Auch Scale-Out-Architektur wird vielerorts angeboten, also das Hinzufügen von Knoten.

Scale-Out ist noch nicht so bekannt, bietet aber Vorteile. Beispielweise bietet Cohesity eine Scale-Out-Architektur, die den Durchsatz und die IOPS linear steigen lässt. Das erleichtert Konsolidierung und Skalierung, ohne die Leistung zu beeinträchtigen.

Es ist schwer zu sagen, ob CDM eines Tages so bedeutend wird wie Data Protection. Aber es scheint auf dem besten Wege, sich durchzusetzen.

Viele Unternehmen evaluieren CDM, fahren Pilotprojekte oder gehen bereits die Implementierung an. Sie wollen ihre Umgebungen modernisieren und sind auf einem guten Weg, Anwendern größere Kontrolle über ihre Daten zu gewähren.

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Nächste Schritte

Was sind die Nachteile von Copy Data Management und wie kann man sie vermeiden?

Snapshots und Copy Data Management können die Gesamtbetriebskosten von Backups senken

Welche Rolle Datenredundanz beim Copy Data Management spielt

 

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2017 aktualisiert

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