Datensicherung und Backup mit Windows 8: Microsoft verbessert die eingebauten Tools

Backup auf externe Festplatte und Sicherung auf Netzlaufwerke sind mit der neuen Funktion Dateiversionsverlauf unter Windows 8 besser möglich als in Vorgängerversionen.

Jeder, der schon einmal versucht hat, Windows 7 oder Windows Server 2008 mithilfe der integrierten Backup-Werkzeuge zu sichern, weiß nur zu genau: Windows Backup (und Windows Server Backup lassen einiges zu wünschen übrig. Diese Backup-Tools sind auch in Windows 8 und Windows Server 2012 noch vorhanden, allerdings hat Microsoft einige größere Änderungen daran vorgenommen, die sie ein gutes Stück erträglicher machen.

Sicherung des Dateiversionsverlaufs

Die größte Veränderung in Sachen Backup unter Windows 8 ist die Implementierung einer neuen Funktion mit dem Namen Dateiversionsverlauf. Es handelt sich hierbei um den Nachfolger der in Windows 7 als Vorherige Versionen bekannten Funktion und soll die Wiederherstellung von Dateien und Dokumenten erleichtern.

Der Dateiversionsverlauf ist auf die Verwendung einer externen Festplatte als Backup-Medium ausgelegt. Microsoft stellt allerdings auch die Möglichkeit der Sicherung über ein Netz-Laufwerk zur Verfügung.

Um den Dateiversionsverlauf in Windows 8 zu aktivieren, rufen Sie die Systemsteuerung auf. Klicken Sie dann auf System und Sicherheit und anschließend auf Dateiversionsverlauf. Sobald sich das Dateiversionsverlauf-Programm geöffnet hat, müssen Sie als erstes einen Speicherort für den Versionsverlauf Ihrer Dateien festlegen.

Sobald Sie an diesem Punkt angelangt sind, können Sie den Dateiversionsverlauf durch Anklicken des Buttons Einschalten aktivieren. Es empfiehlt sich allerdings, zuvor noch auf den Link Erweiterte Einstellungen zu klicken. Dort können Sie steuern, wie oft Windows Dateikopien erstellt, wie der Offline-Cache dimensioniert ist und wie lang die Aufbewahrung gespeicherter Versionen gewährleistet sein soll.

Am Rande bemerkt: Die Funktion ist dazu gedacht, die Windows-Bibliotheken (wie zum Beispiel Dokumente, Bilder und Videos) zu sichern. Das Programm dafür enthält einen Ausschluss-Befehl, mit dem Sie einzelne Elemente von der Sicherung ausnehmen können. Die Möglichkeit, Elemente außerhalb der Libraries in das Backup einzubinden, fehlt jedoch.

Was also ist zu tun, wenn man ein Backup eines kompletten Systems erstellen will? In früheren Windows-Versionen hätte man dies über Windows Backup erledigt. Wie ich höre, soll diese Funktion auch in Windows 8 noch enthalten sein, aber eher versteckt. Im aktuellen Build ist es mir jedoch nicht gelungen, Windows Backup noch zu finden.

Neben Windows Backup bietet Microsoft ein paar weitere Möglichkeiten für eine Wiederherstellung Ihres Systems. Wenn Sie etwa die Dateiversionsverlauf-App öffnen, wird Ihnen ein Link zur Wiederherstellung persönlicher Dateien angezeigt; er lässt sich zum Wiederherstellen von Elementen verwenden, die über den Dateiversionsverlauf gesichert wurden. Falls Sie umfassendere Wiederherstellungsmöglichkeiten brauchen, dann klicken Sie auf den Link Wiederherstellung in der Systemsteuerung.

Eine Auswahlmöglichkeit ist hier „Auffrischung“, was im Grunde einer Neuinstallation von Windows entspricht. Bei Nutzung dieser Option bleiben sämtliche Daten, die in den Bibliotheken gespeichert wurden, erhalten. Dies gilt auch für alle Apps, die Sie über den Windows App-Store bezogen haben. Alle übrigen Anwendungen werden gelöscht (Windows hält die entfernten Anwendungen jedoch in einem Bericht fest, so dass Sie diese später wieder installieren können).

Eine weitere Möglichkeit ist das Zurücksetzen, das den Computer in den Zustand eines Neusystems versetzt. Entscheidet man sich hierfür, dann wird wirklich alles – inklusive sämtlicher Benutzer-Dateien und Anwendungen – gelöscht und eine vollständige Neuinstallation von Windows ausgeführt. Wenngleich das Zurücksetzen kein Wiederherstellungs-Mechanismus im eigentlichen Sinne ist, so ist es dennoch möglich, damit einen stark beschädigten PC zurückzusetzen und anschließend die Benutzerdateien aus dem Dateiversionsverlauf wiederherzustellen.

Wie sieht es bei Windows Server aus?

Unter Windows Server 2012 (vormals Windows Server 8) funktioniert alles ein wenig anders. Der Dateiversionsverlauf scheint in Windows Server 2012 nicht zu existieren. Windows Server Backup dagegen ist quicklebendig. Dankenswerterweise wurde die Windows Server Backup seit der Einführung mit Windows Server 2008 deutlich weiterentwickelt.

Eine der größten Schwächen der alten Version von Windows Server Backup betrifft Backups eines Hyper-V-Hosts: Hier gab es keine Möglichkeit, einzelne virtuelle Maschinen oder gar einzelne Inhalte einer virtuellen Maschine wiederherzustellen. Die neue Version von Windows Server Backup erleichtert immerhin die Wiederherstellung einer einzelnen virtuellen Maschine deutlich. Für die Wiederherstellung von einzelnen Dateien oder Ordnern innerhalb einer virtuellen Maschine bietet Windows Server Backup die Möglichkeit der Wiederherstellung einer virtuellen Festplatten-Datei. Diese wird auf einem alternativen Speicherort außerhalb der virtuellen Maschine angelegt, von dem aus Dateien und Ordner in die virtuelle Maschine kopiert werden können.

Schlussbemerkung

Die in Windows 8 und Windows Server 2012 integrierten Backup-Mechanismen wurden  gegenüber ihren Vorgänger-Versionen merklich verbessert. Derzeit befinden sich beide Betriebssysteme noch in der Beta-Testphase. Bis zur endgültigen Veröffentlichung könnte Microsoft deshalb noch Änderungen daran vornehmen.

Über den Autor: Brien M. Posey, MCSE, ist Inhaber eines Microsoft-MVP-Award für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server (IIS). Cosey hat unter anderem als CIO für eine US-weite Krankenhauskette gearbeitet und war für das Department of Information Management von Fort Knox verantwortlich. Seine persönliche Website finden Sie unter www.brienposey.com.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2012 aktualisiert

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