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Mehr Datensicherheit durch Replikation und Snapshots

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Die Vor- und Nachteile von Hardware- und Software-basierter Replikation

Sowohl Hardware- als auch Software-basierte Replikation haben Vor- und Nachteile. Unternehmen sollten daher genau abwägen, bevor Sie sich entscheiden.

Replikation ist für viele Unternehmen ein essenzieller Bestandteil bei der Datensicherung. Bevor ein Unternehmen allerdings von Replikation profitieren kann, muss es eine wichtige Entscheidung treffen: Soll die Replikation auf Hardware- oder Software-Ebene durchgeführt werden? Beide Herangehensweisen bringen unterschiedliche Vor- und Nachteile mit sich.

Software-basierte Replikation ist in der Regel günstiger als eine Hardware-Lösung. Zudem ist die Flexibilität in diesem Fall höher. In manchen Fällen besitzt eine Organisation möglicherweise sogar bereits alle Komponenten, um sofort und ohne zusätzliche Investition eine Software-basierte Replikation einsetzen zu können. Windows Server 2012 und 2012 R2 beispielsweise bringen von Haus aus die Möglichkeit zur Replikation virtueller Maschinen mit sich.

Ob eine Firma Replikation nun auf Hypervisor-Ebene oder als Funktion eines Backup-Produkts einsetzt, läuft letzten Ende auf das Gleiche heraus. In beiden Fällen stellt die Software eine Abstraktions-Schicht zur Verfügung, mit der sich die Replikation unabhängig von passender Hardware realisieren lässt. Aus diesem Grund eignet sich Software-basierte Replikation ausgezeichnet, um einem so genannten Vendor Lock-In zu entkommen, sich also unabhängig von einem bestimmten Hersteller zu machen. Ein großer Vorteil Software-basierter Replikation.

Software-basierte Replikation ist günstiger und flexibler

Auch wenn sich einige Firmen vom möglichen Nachteil eines Vendor Lock-In nicht abschrecken lassen, sollten hier weitere Faktoren in die Überlegungen mit aufgenommen werden. Bei Hardware-Replikation setzen Storage-Anbieter in der Regel bestimmte und passende Hardware voraus. Dieser Umstand könnte die Kosten für eine Replikations-Lösung deutlich in die Höhe treiben. Eignet sich ein Storage-Array für den primären Standort, könnte ein solches am Ort für das Disaster-Recovery gänzlich übertrieben sein. Am Hauptstandort brauchen Sie wahrscheinlich ein hoch performantes Storage-Array, das viele IOPS liefert. Am Speicherort Ihrer Replikation dürfte dagegen weit weniger anspruchsvolle Hardware genügen.

Ein weiterer Nachteil bei Hardware-basierter Replikation liegt in der Tatsache, dass dadurch die durch Virtualisierung gewonnenen Vorteile wegfallen. Server-Virtualisierung erlaubt die Abstraktion von Storage, wodurch Unternehmen Storage-Produkte so zusammenstellen können, wie es am besten zu ihrer IT-Umgebung passt. Das ist vor allen Dingen dann sinnvoll, wenn ein Unternehmen an seinen Standorten mehrere Storage-Arrays betreibt, die nicht alle vom gleichen Anbieter sind. Storage lässt sich zwar auch dann noch virtualisieren, wenn auf Hardware-basierte Replikation gesetzt wird, aber durch die Festlegung auf einen Hersteller verliert man ganz klar an Flexibilität.

Der wahrscheinlich größte Vorteil von Software-basierter Replikation ist die sogenannte „Application Awareness“, durch die das System Informationen über angeschlossene Applikationen liefern kann. Bei der Hardware-Replikation dagegen werden in der Regel Storage-Blöcke von einem Array auf das andere kopiert, aber was diese Blöcke genau sind, das ist dem Replikations-Prozess dann ziemlich egal. Das Problem dabei ist, dass manche Datenbank-Applikationen Transaktionen für eine gewisse Zeit im Speicher behalten. Kopieren Sie nun Storage-Blöcke und kümmern sich nicht um die Inhalte im Arbeitsspeicher, dann könnte dieses Vorgehen die Datenbank in einen inkonsistenten Zustand versetzen. Davon abgesehen wird es immer üblicher, dass sich Applikationen über mehrere Server verteilen. Wenn Ihre Replikations-Lösung  keinerlei Informationen zum aktuellen Zustand Ihrer Applikationen hat, kann auch dies zu Inkonsistenzen bei den Applikations-Servern führen.

Vorteil Hardware-basierter Replikation: Entlastung produktiver Server

Es scheint also so, als würde Software-basierte Replikation gegenüber Hardware-Lösungen eigentlich nur Vorteile bieten. Aber auch die Replikation auf Hardware-Ebene bringt den einen oder anderen Vorteil mit sich. Zunächst einmal ist die Fehlersuche und Problem-Behebung bei Hardware-basierter Replikation normalerweise einfacher, weil die Replikation zwischen zwei Hardware-Arrays abläuft und somit weniger Puzzle-Teile als bei Software-basierter Replikation involviert sind. Alleine dieser Umstand kann die Fehlersuche bereits deutlich vereinfachen. Weiterhin ist es einfacher, technischen Support für Hardware-basierte Replikation zu bekommen und Unternehmen müssen sich keine Sorgen machen, dass sich verschiedene Hersteller gegenseitig den Schwarzen Peter zuschieben.

Die mögliche Entlastung Ihrer produktiven Server ist ein weiterer möglicher Vorteil Hardware-basierter Replikation, da Sie hier bestimmte Prozess-Lasten auf die Hardware-Ebene des Storage auslagern können. Die meisten Software-basierten Replikations-Lösungen bieten zum Beispiel die Möglichkeit zur Deduplizierung. Weil diese Deduplizierung allerdings auf der Software-Ebene abläuft, bedeutet das für die produktiven Server zusätzlich Last.

Hardware-basierte Deduplizierung hingegen beeinflusst die produktiven Workloads nicht. Außerdem bieten die meisten Storage-Produkte globale Deduplizierung an, die eine Server-übergreifende Redundanz eliminiert. Langfristig ist der Replikations-Prozess damit wahrscheinlich effizienter.

Weder Hardware- noch Software-basierte Replikation ist eine ideale Lösung, die jedem Unternehmen zu empfehlen ist. Jede Herangehensweise hat Vor- und Nachteile, die Sie vor einer Kauf-Entscheidung gründlich abwägen sollten. Um den jeweiligen Nachteilen zu entgehen können Sie sich aber auch nach einem Anbieter umsehen, der sowohl Hardware- als auch Software-basierte Replikation anbietet.

Über den Autor: Brien M. Posey, MCSE, hat bereits acht Mal Microsofts MVP-Auszeichnung für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server (IIS) erhalten. Brien hat als CIO für eine landesweite Krankenhauskette gearbeitet und war auch schon für das Department of Information Management in Fort Knox zuständig. Sie finden weitere Informationen zu seiner Person auf seiner Website unter brienposey.com.

Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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