Die besten Tipps für die Kostenanalyse von Cloud-Storage

Nur wer die Bedürfnisse seiner Anwendungen kennt, kann die Kosten für Cloud-Storage schätzen. Innovative Anbieter kreieren öfters neue Preismodelle.

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Das Versprechen von Cloud-Storage besteht darin, die Kosten für Einrichtung, Betrieb und Skalierung von Storage für Nutzer und Anwendungen drastisch zu reduzieren. Dabei sehen die offiziellen Preise der Anbieter öffentlicher Clouds pro Monat und GByte fast immer attraktiv aus. Doch wie mancher Nutzer schon erfahren musste, kommen in den meisten Fällen zusätzlich zum reinen Storage noch Gebühren für eine Reihe von Diensten hinzu. Und die können bei schnell wachsenden Unternehmen schnell viel Geld kosten.

Manchmal werden diese Kosten als „versteckt“ bezeichnet, wobei seriöse Anbieter natürlich im Vertrag über ihre Cloud-Dienste all diese Faktoren nennen. Insofern sind die Kosten weniger versteckt als vielmehr überraschend für Nutzer. Das trifft zumindest zu, wenn Sie nicht vorher eine Kostenanalyse für Cloud-Storage vornehmen, in der die potentiellen Kosten für bestimmte Transaktionen berücksichtigt sind.

In diesem Artikel beschreibe ich die unterschiedlichen Kosten-Arten, die Sie als Kunde eines Dienstes für Cloud-Storage erwarten müssen.

Die erste Kategorie sind die monatlichen Storage-Gebühren, die meist pro Gigabyte angegeben werden. Bei manchen Providern werden sie um so niedriger, je mehr Storage Sie brauchen. Amazon zum Beispiel berechnet derzeit 9,5 US-Cent pro GByte und Monat bis zu 1 TByte Standard-Storage; bei den nächsten 49 TByte sind es nur noch 8 Cent pro GByte und Monat. Eine ähnliche Staffelung gibt es bei Windows Azure. Die Kosten für hoch redundantes Storage sind bei den meisten Anbietern höher als für weniger redundantes, manche führen derzeit außerdem noch günstigere Optionen für Archiv-Storage ein.

In der zweiten Kategorie geht es um Kosten für Storage-Anfragen und -Transaktionen. Diese basieren auf REST-Operationen, auch bekannt als HTTP-Methoden, die Anweisungen für bestimmte Aktionen an einem Storage-Objekt oder einer Ressource geben. Häufige Befehle sind hier GET, PUT, POST, LIST oder DELETE.

Sowohl Amazon S3 wie Microsoft Azure verlangen Gebühren für derartige Anfragen und Transaktionen.Andere Dienste wie Rackspace Cloud Files (basierend auf OpenStack Object Storage) und Nirvanix verzichten darauf. Es geht hier nicht um riesige Beträge: maximal liegen die Gebühren im Bereich von 0,01 bis 0,05 Dollar je 1000 Transaktionen. Doch auch so kann schnell einiges zusammenkommen, wenn Kunden die Cloud für primäres Storage oder besonders aktive Daten-Sätze nutzen.

Die dritte und letzte Kategorie sind die Kosten der Bandbreite für den Transfer von Daten in die Cloud und aus ihr heraus. Für eingehende Transfers wird derzeit meist nichts berechnet. Allerdings müssen Sie, wenn Sie sehr große Datenmengen über einen Shuttle-Service oder eine dedizierte Netzwerk-Verbindung übertragen wollen, eventuell doch ein wenig dafür bezahlen. Für aus der Cloud gesendete Daten aber wollen fast alle Provider Geld haben.

Bei Amazon S3 beginnen die Gebühren dafür bei 12 US-Cent pro GByte (mit einem freien GByte pro Monat) und sinken bei höheren Daten-Abrufen progressiv. Wenn Sie nicht mehr als ein paar hundert GByte pro Monat abrufen, sind die Kosten dafür vertretbar, aber sie machen die Verlagerung von großen Daten-Beständen zu einem anderen Provider unattraktiv. Wenn Sie zum Beispiel 500 GByte an redundantem Standard-Storage von Amazon S3 nutzen, sowie pro Monat 100 GByte abrufen und 50.000 Anfragen schicken, liegen die Kosten um die 170 Dollar pro Monat. Wenn Sie die zehnfache Speicherkapazität nutzen (5 TByte) und Abrufe und Anfragen gleich bleiben, kommen Sie schon auf 580 Dollar im Monat.

Ihre monatliche Rechnung für Cloud-Storage im Voraus abzuschätzen, kann gewisse Schwierigkeiten bergen. Die gute Nachricht ist hier aber, dass die Provider ihre Preise kontinuierlich senken, weil der Wettbewerb zunimmt und immer mehr Kunden gewonnen werden. Die hier genannten Preise können daher auch nur eine Momentaufnahme zur Verdeutlichung des Sachverhalts sein. So haben Microsoft Azure als auch Amazon S3 ihre Preise pro GByte schon einmal in einem Schritt um rund 25 Prozent gesenkt. Und noch eine gute Nachricht: Viele Provider, einschließlich Amazon S3, Microsoft Azure und Rackspace Cloud Files, bieten im Web inzwischen leicht zu bedienende Rechner, die Kunden dabei helfen, die Kosten in verschiedenen Szenarien abzuschätzen.

Vorsicht bei den Zusatzkosten

Denken Sie aber daran, dass noch weitere Kosten anfallen werden. Wenn Sie für den Zugriff auf Ihr Storage zum Beispiel ein Cloud-Gateway nutzen, müssen Sie die Kosten für solche Ausrüstung (also z.B. Gateway-Appliances) einschließlich Support und Wartung vor Ort selbst tragen. Ebenfalls müssen Sie IT-Arbeitszeit einrechnen, die anfällt, um Ihr Storage in die Cloud zu bringen und dort zu verwalten.

Ein weiterer Trend, auf den Sie achten sollten: kleine, innovative Anbieter entwickeln ganz neue Ansätze für die Preisgestaltung bei Cloud-Storage. Etwa Symform Inc.: Hier erfolgt die Abrechnung nicht allein auf Grundlage der genutzten GByte. Kunden können hier dem Storage-Pool von Symform überschüssige eigene Storage-Kapazität auf lokalen Laufwerken zur Verfügung stellen. So lassen sich die Kosten pro GByte reduzieren oder sogar ganz ausgleichen. Auf diese Weise wächst der Storage-Pool mit jedem neuen Nutzer. In der Theorie profitieren alle von deutlich geringeren Kosten pro GByte. Seien Sie nicht überrascht, wenn in den nächsten Jahren noch weitere radikal neue – aber überzeugende – Ansätze für Cloud-Skalierung und Preisgestaltung erscheinen.

Insgesamt ist klar absehbar, dass Wettbewerb und Innovationen weiterhin zu einfacheren und funktionaleren Angeboten für Cloud-Storage zu niedrigeren Preisen führen werden. Der Schlüssel dafür, Ihre eigenen Kosten abzuschätzen, liegt dabei darin, Ihre Bedürfnisse hinsichtlich Storage-Kapazität und Transfers zu kennen und auf Änderungen bei diesen Kosten zu achten.

Über den Autor: Arun Taneja ist regelmäßiger Autor für SearchCloudStorage.com sowie Gründer und President der Taneja Group, einem Analyse- und Beratungshaus für Storage und Storage-zentrische Server-Technologien.

Artikel wurde zuletzt im Januar 2013 aktualisiert

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