Die zehn häufigsten Probleme beim Backup virtueller Maschinen

Das Scheitern von Backups virtueller Maschinen kann zahlreiche Ursachen haben. Wir zeigen Ihnen die Lösung für die häufigsten Probleme.

Auch wenn sich Ihr Administrator noch so sehr bemüht, irgendwann wird das Backup Ihrer virtuellen Maschinen scheitern....

Wenn so etwas passiert, müssen Sie der Sache schnell auf den Grund gehen. Im Anschluss finden Sie daher die zehn häufigsten Probleme im Zusammenhang mit VM-Backups.

1. Die Backup-Kataloge sind beschädigt

Die meisten Backup-Applikationen verwalten einen Katalog oder einen Index der gesicherten Daten. Sollte dieser Katalog beschädigt sein, könnte dies zu einem Scheitern des Backup-Vorgangs führen. Wegen eines kürzlich geschlossenen Fehlers kam dieses Problem gerade bei VMware Data Recovery (vDR) Backups häufig vor. Ein beschädigter Katalog kann aber auch ein Problem für jede andere Backup-Applikation darstellen. Wenn ein beschädigter Katalog vorliegt gibt es allerdings leider keine allgemeingültige Vorgehensweise, um das Problem zu lösen. In der Regel zeigen sich in den Log-Dateien aber Schreib- oder Update-Fehler. Als Lösung sollten Sie daher die Event-Logs zu Rate ziehen, um das Problem identifizieren und anschließend lösen zu können.

2. Unzureichende Berechtigungen auf dem Host-Server

Einige Backup-Applikationen setzen voraus, dass auf jedem zu schützenden Host-Server ein bestimmtes Service-Konto nur für den Backup-Prozess eingerichtet ist. Solche Backup-Applikationen sind prädestiniert für Fehler im Zusammenhang mit unzureichenden Berechtigungen. Zum Beispiel könnte ein Backup scheitern, wenn die Konto-Policies eine Änderung des Passworts verlangen. Die Backup-Anwendung selbst hat davon aber nichts mitbekommen. Ist das der Fall, scheitert das Backup schon vor der Verarbeitung irgendwelcher Dateien. In den Log-Files schlägt sich das normalerweise in einem Security- oder Lese-Fehler nieder.

3. Nicht unterstützte Gast-Betriebssysteme

Ein weiterer Grund für gescheiterte Datensicherungen sind nicht unterstützte Gast-Betriebssysteme auf den virtuellen Maschinen. Eine Backup-Applikation, die zum Beispiel die Sicherung virtueller Maschinen mit Windows Server 2012 komplett unterstützt, könnte Windows Server 2012 R2 wiederum nicht oder erst nach einem Update unterstützen. Diesen Missstand können Sie ganz einfach vermeiden, indem Sie den Backup-Prozess verifizieren, bevor Sie virtuelle Maschinen auf neue Betriebssysteme aktualisieren. Weitaus kniffliger wird es, wenn ein nicht unterstütztes Betriebssystem zu einem Fehler beim Backup-Agenten führt. Allerdings wird eine Backup-Software wesentlich häufiger eine Datensicherung auf Datei-Ebene als auf Hypervisor- oder Applikations-Ebene durchführen.

4. Probleme mit der Datei-Größe virtueller Festplatten

Einige ältere Backup-Applikationen haben Probleme mit virtuellen Maschinen, die sehr große virtuelle Festplatten mit sich bringen, weil manche Backup-Programme ein Limit hinsichtlich der maximalen Datei-Größe haben, die sie sichern können. Wenn die Backup-Applikation die Festplatte der virtuellen Maschine wie eine Datei behandeln, dann könnte dies das Limit der maximal erlaubten und unterstützten Datei-Größe sprengen.

5. Die Backup-Last ist für den Host zu viel

Ein weiterer wunder Punkt bezüglich gescheiterter Backups ist ein überlasteter Host-Server. Vielleicht befindet sich eine virtuelle Maschine auf einem Datenträger, der bereits an seine I/O-Grenzen stößt. In so einem Fall liefert die Festplatte möglicherweise nicht die notwendige Performance und das Backup läuft in einen Timeout. In diesem Fall würde die Lösung des Problems in der Adressierung des Storage-Flaschenhalses liegen.

6. Beschädigung der virtuellen Festplatte

Genau wie physische Festplatten kann auch eine virtuelle Festplatte kaputt gehen. Sollte sich die Beschädigung innerhalb der virtuellen Festplatte befinden, kann die Backup-Applikation die dazugehörige virtuelle Maschine möglicherweise nicht mehr sichern.

Sollte dieses Problem auftreten, reagieren die Log-Dateien in der Regel mit Lese- oder Daten-Integritäts-Fehlern. Sie können also ein Hinweis darauf sein, dass sich die Beschädigung tatsächlich innerhalb der virtuellen Festplatte befindet.

7. Ausfall des Volume Shadow Copy Service

Backups virtueller Maschinen, die als Gast-Betriebssystem Windows Server nutzen, sind vom so genannten Volume Shadow Copy Service (VSS) abhängig. Der Volume Shadow Copy Service verwendet eine Ansammlung an VSS Writer, um die Backups diverser Applikationen und Komponenten des Betriebssystems zu ermöglichen, beispielsweise auch der Active Directory. Sollte ein solcher vom Backup-Prozess benötigter Writer ausfallen, dann scheitert möglicherweise das gesamte Backup.

Wenn Sie den VSS als Fehler-Quelle für ein nicht ausgeführtes Backup verdächtigen, dann sollten Sie den Status der VSS Writer innerhalb der virtuellen Maschine überprüfen. Der Befehl VSSAdmin List Writers zeigt den Status eines jeden VSS Writers.

8. Der Backup-Agent ist plötzlich nicht mehr registriert

Gelegentlich kann ein Windows-Patch oder ein Update der Backup-Applikation dazu führen, dass ein Agent nicht mehr im Gast-Betriebssystem registriert ist. Wenn ein Backup-Agent von DLL-Dateien oder OLE Controls abhängt, dann müssen diese Komponenten normalerweise mit der Windows Registry verknüpft sein.

Es kommt leider relativ häufig vor, dass DLL-Dateien oder OLE Controls aus Versehen gelöscht werden, daher bietet Microsoft über das Kommandozeilen-Tool Regsvr32.exe die Möglichkeit, diese Komponenten manuell zu registrieren. Dabei sollten Sie im Hinterkopf behalten, dass 64-Bit-Versionen von Windows-Server sowohl die 32- als auch die 64-Bit-Variante dieses Tools enthalten. Daher ist es wichtig, die korrekte Version der Software zu verwenden, da Windows andernfalls unter Umständen die Registrierung nicht richtig ausführen kann.

9. Fehlerhafte Applikationen oder Bugs in der Anwendung

Das Backup einer virtuellen Maschine kann auch dann schief gehen, wenn eine dort laufende Applikation schlichtweg fehlerhaft ist. Kürzlich hat Microsoft das kumulative Updatepaket 3 für Exchange Server 2013 ausgegeben. Neben anderen Dingen beinhaltet die Aktualisierung auch einen Fix für einen Bug, der für das Scheitern von Backups des Exchange Servers verantwortlich war. Der gleiche Fehler könnte auch zu Problemen bei der Wiederherstellung führen.

Wenn Sie Probleme beim Backup einer virtuellen Maschine feststellen, dann sollten Sie also auch nach bekannten Fehlern im Zusammenhang mit der in der VM laufenden Applikation suchen.

10. Probleme im Zusammenhang mit der Konfiguration der Sicherheitssoftware

Es kommt auch immer wieder einmal vor, dass Sicherheitssoftware der Grund für ein unvollständiges Backup ist. Es gibt zum Beispiel sehr viele dokumentierte Fälle, in denen sich Anti-Malware-Software mit bestimmten Backup-Applikationen nicht verträgt. Ähnlich verhält es sich mit Firewalls, denen Sie Ausnahmen für Ihre Backup-Programme hinzufügen sollten.

Sie sehen also anhand dieser kleinen Auswahl schon, dass zahlreiche Problemzonen für das Scheitern eines VM-Backups verantwortlich sein können. Wenn ein Backup nicht ordnungsgemäß durchgeführt wird, dann ist ein Blick auf die Log-Files meist ein guter Anfang für die Fehlersuche. Auf diese Weise lassen sich potenzielle Gründe ausschließen, die nicht zu den in den Log-Files aufgezeichneten Fehlern passen.

Artikel wurde zuletzt im April 2014 aktualisiert

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