Disaster Recovery as a Service: Prüfen Sie die real anfallenden Kosten

Bei Disaster Recovery as a Service (DRaaS) sollten Sie nicht nur die Rahmenpreise betrachten. Es lauern vielerorts versteckte Kostenstellen.

Die Nutzung eines Disaster Recovery as a Service (DRaaS) hat Auswirkungen auf den Preis. Oft können unerwartete Kosten entstehen.

Eigentlich sollte DRaaS eine angenehme Methode sein, um durch die Auslagerung von Daten in die Cloud Geld zu sparen.

Im hauseigenen Rechenzentrum ist für Disaster Recovery (DR) eine komplette Replikation aller Daten an einen anderen Standort erforderlich. Zwischen beiden Standorten muss eine ständige Verbindung zur Datenübertragung aufrechterhalten werden. Bei DRaaS zeichnet dagegen ein Dienstleister für die Wiederherstellung der Daten im Notfall verantwortlich. Der Provider stellt sein Rechenzentrum zur Verfügung und berechnet nur nach tatsächlicher Nutzung.

DRaaS ist populär bei Firmen, die nur ein einziges Rechenzentrum selbst betreiben wollen. Aber eine Entscheidung für DRaaS muss alle möglicherweise auftretenden Kosten berücksichtigen sowie die Grenzen berücksichtigen, die durch den Provider gesetzt werden.

DRaaS: Die echten Kosten

Der vom Provider angezeigte Preis für DRaaS berücksichtigt normalerweise den reinen Storage-Bedarf für Datenkopien. Dieser Preis ist oft verlockend, denn die Provider nutzen hochskalierendes Objekt-Storage, das zu niedrigen Kosten verfügbar ist.

Die anderen sichtbaren Kosten betreffen die Netzwerkverbindung zum DRaaS Provider. Schnelle Verbindungen werden benötigt, um Backups so zu übertragen, dass dem Recovery Point Objective (RPO) Genüge getan wird und sichergestellt wird, dass bei Ausfällen aktuelle Daten zur Wiederherstellung bereitstehen.

Egal wie man DRaaS nutzt, werden in der Regel die beiden erwähnten Posten monatlich berechnet.

Es können aber noch zusätzliche Kosten entstehen, wenn man das DRaaS Repository auch für zusätzliche Einsatzszenarien verwenden will, etwa Compliance oder Datenaufbewahrung. Für die eigentliche Disaster Recovery werden nur wenige aktuelle Restore Points benötigt. Diese anderen Szenarien benötigen dagegen viel mehr und ältere Restore Points. Sie sollten den zusätzlichen Preis für den Speicherplatz berücksichtigen.

Noch weniger offensichtlich sind die Kosten für Test des DR-Planes. Einige DRaaS Provider schließen in ihrem Serviceplan einen DR-Test jährlich ein. Bei anderen dagegen ist jeder Test kostenpflichtig. Auch bei den kostenfreien Tests gibt es oft zeitliche Begrenzungen hinsichtlich der Serverressourcen.

Wenn Ihr Test beispielsweise eine Woche dauert, um eine komplette Verifizierung und Sign-Off durchzuführen, drohen Zusatzkosten. Auch wenn Sie aus Compliance-Gründen einmal pro Quartal einen Test durchführen, müssen sie zahlen.

Failover und Failback

Es passiert sehr selten, dass man einen DR-Plan umsetzen muss, um einen katastrophalen Datenverlust auszugleichen. Häufiger ist ein DR-Failover als Schutzmaßnahme, um eine Katastrophe zu vermeiden.

Bei Failover werden I/Os und die damit verbundenen Prozesse von einem Primärsystem auf ein sekundäres Backup- oder Standby-System verschoben. Dazu nutzt man typischerweise das Werkzeug eines Herstellers oder ein Drittanbieter-Tool eines bestimmten Typs. Dieses stoppt den Input/Output temporär und startet ihn am Standby-Standort neu.

Bei DRaaS fallen bei einem DR-Failover Kosten für Rechenkapazität in der Cloud an. Um diese zu vermeiden, verzichten viele Unternehmen auf Failover bei geringen Risiken für Datenverluste. Sollte man wirklich bei einem drohenden Gewitter zehntausende Euro für einen Failover ausgeben?

Ein echter Albtraum ist ein Failback: Bei einem Failback erfolgt eine Re-Synchronisierung der Daten zurück an den primären Standort, das erneute Stoppen von I/O- und Anwendungsaktivität und das Zurückspiegeln an den ursprünglichen Speicherort.     

Wie bekommt man dann die Daten zurück von seinem DRaaS-Provider? Die Kosten von vielleicht 10.000 Euro für ein Failover sind nichts im Vergleich zu den 10.000 Euro, die täglich dafür anfallen, dass die Produktionsumgebung in der Cloud läuft.

Abhängig vom Provider könnten Sie eine Rechnung erhalten, wenn Daten aus der Cloud heruntergeladen werden. Das ist bei einem spezialisierten DRaaS-Provider weniger wahrscheinlich, kommt aber häufiger bei Generalisten für Infrastructure as a Service (IaaS) vor, die optional DRaaS anbieten.

Und dann ist da noch der tatsächliche Failback, wenn die Daten repliziert werden. Haben Sie das getestet? Vielleicht haben Sie einige weniger wichtige virtuelle Maschinen (VMs) auf die Rundreise ins DRaaS und zurück gesendet. Das kann einen erheblichen Arbeitsaufwand verursachen und damit Zusatzkosten.

Ein weiterer Faktor sind Opportunitätskosten. Ein dediziertes DR-Rechenzentrum ist eher selten dunkel und verlassen. Oft wird es beispielsweise zu Trainingszwecken oder für Entwicklung und Tests benutzt. Wenn man seine Daten einem Provider anvertraut, verabschiedet man sich auch von diesen Möglichkeiten.         

Wie viele Cloud-Services verspricht DRaaS echten Mehrwert für das Geschäft. Man sollte aber nicht nur die Rahmenpreise berücksichtigen, sondern die echten Kosten. Und dann sollte man noch daran denken, was man aufgibt, wenn man auf einen DRaaS-Provider setzt und nicht auf ein ausgelagertes Rechenzentrum.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2017 aktualisiert

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