Disaster-Recovery mit DR-Management-Software vereinfachen

Neue Cloud-Technologien helfen System-Administratoren im Falle eines Desasters bei der Disaster-Recovery (DR). Eine Wiederherstellung wird einfacher.

Dieser Artikel behandelt

Sichere Datenspeicherung

Eine der größten Sorgen beim Disaster-Revovery ist, wie man einen DR-Plan schnell und effizient ausführen kann, um Unternehmens-entscheidenden Systeme nach einem Ausfall so schnell wie möglich wieder online und verfügbar zu haben. Typische Dokumente eines DR-Plans umfassen Dutzende, wenn nicht Hunderte an Seiten. In einem Notfall zählt womöglich jede Sekunde. Somit dauert es vielleicht zu lange, die richtigen Informationen und Leute zu finden, um den Plan durchführen zu können.

Es gibt zahlreiche Optionen, um kritische Systeme und -Plattformen wiederherzustellen. Etablierte DR-Management-Software-Technologien haben sich als effizient und nützlich erwiesen. Ein Paradebeispiel dafür ist so genannte „Failover“-Software. Sie überwacht existierende IT-Ressourcen, wie zum Beispiel Server, und reagiert auf potenzielle Probleme. Sollte ein produktives System plötzlich ausfallen, erkennt die Failover-Software diesen Missstand, aktualisiert die entsprechenden DNS-Einträge der Geräte und leitet auf eine verfügbare IT-Ressource um.

Diese Möglichkeit setzt natürlich voraus, dass Backup-Server und andere -Geräte im Einsatz sind, am besten an einem anderen Standort. Natürlich müssen sie auch noch entsprechend konfiguriert sein, um den Ausfall kompensieren und die anfallenden Prozesse des ausgefallenen Systems übernehmen zu können.

Die Failover-Software sollte auch die Option eines so genannten „Failback“ liefern. Sobald das inaktive Gerät wieder funktioniert, kann die Failover-Software DNS abermals aktualisieren und die Produktionsdaten und -prozesse an das Original-Gerät zurückgeben.

Das oben genannte Beispiel ist für Situationen sinnvoll, in denen ein oder zwei Geräte ausfallen und keine weiteren produktiven Server betroffen sind. Die Frage ist allerdings, was im Falle einer massiven Katastrophe geschieht. Was passiert, wenn das gesamte Gebäude zerstört ist, inklusive Büros, Workstations, Telekommunikations-Systeme, Netzwerk, Storage-Geräte und anderer IT-Komponenten?

Derzeit entwickeln Unternehmen viele nützliche Lösungen, die Cloud-basierte Disaster-Recovery-Produkte anbieten. Sie sind intuitiv, einfach zu benutzen und lassen sich problemlos aktivieren. Beispiel hierfür sind EvolveIP, Axcient und Unitrends. Die Produkte lassen sich so konfigurieren, dass Sie nur Teile oder das gesamte Büro replizieren sowie die unterstützende IT-Infrastruktur. Somit ist es möglich, auf ein komplett Cloud-basiertes Büro umzusteigen.

In Abbildung 1 sehen Sie eine recht normale Betriebs-Umgebung, die Cloud-basierte DR-Produkte im Einsatz hat. Die Cloud-basierte und replizierte IT-Umgebung wird regelmäßig aktualisiert. Somit sind die Systeme und Daten immer auf dem neuesten Stand.

Abbildung 1

Abbildung 2 zeigt, was passiert, wenn die primäre IT-Umgebung und die Büro-Bereiche plötzlich nicht mehr verfügbar sind. Ein Befehl an das Cloud-DR-Produkt leitet die notwendigen Schritte ein, um die produktiven Aktivitäten an das Cloud-basierte Office umzuleiten.

Abbildung 2

Dieses Beispiel ist sehr vereinfacht dargestellt und geht von einigen wichtigen Faktoren aus:

  1. Die Mitarbeiter haben zu Hause einen Internet-Zugang oder können einen alternativen Arbeitsplatz verwenden.
  2. Alle DNS-Tabellen und andere relevante Informationen sind verfügbar und aktuell, den Umleitungsservice zu nutzen.
  3. Die IT-Abteilung hat Zugriff auf das Internet, um den Betrieb während der Störung remote managen zu können.

Welchen Nutzen hat ein solches Produkt für das Disaster-Recovery? Zunächst einmal kann DR nun ein strategischer Teil des IT-Betriebs sein. Cloud-basierte Failover- und Failback-Produkte vereinfachen eine Integration von DR in den IT-Betrieb. Darüber hinaus lassen sich traditionelle DR-Aktivitäten durch vereinfachte Wiederherstellungsprozesse verbessern, was für allem für große Recovery-Szenarien hilfreich ist. Nicht zuletzt bedeutet es, das DR-Plan-Tests wesentlich simpler durchzuführen sind.

Sehen wir uns den Aspekt der DR-Plan-Tests genauer an. Beim Testen von DR-Plänen für Systeme reicht die Auswahl von reinen Planübungen bis hin zum kompletten Failover und Failback. Die Erstellung eines guten Handbuchs oder eines Leitfadens gehört zu den wichtigsten Teilen eines Tests. Dieses Skript dokumentiert die notwendigen Schritte, die richtige Reihenfolge dieser Schritte, die einzugebenden Programm-Befehle und die zu erwartenden Ergebnisse. Das ist oftmals der wichtigste Teil eines System-Tests, da die Wiederherstellungs-Schritte in der richtigen Reihenfolge ablaufen und die Programm-Befehle exakt sein müssen. Ist dem nicht so, schlägt der Test mit hoher Wahrscheinlichkeit fehl. Im Falle eines echten Desasters könnte so ein Fehlschlag negative Auswirkungen auf die Firma haben.

Nehmen wir an, man könnte die oben erwähnten Schritte so automatisieren, so dass ein Test so einfach wäre wie einen Knopf zu drücken – oder auch mehrere. Das Konzept des „vereinfachten Disaster Recover“ mag für viele ein neuer Begriff sein, so ist dessen Realisierung wahrscheinlicher und näher als viele glauben.

Gehen wir davon aus, dass Sie eine Cloud-basierte Replik der Unternehmens-entscheidenden IT-Ressourcen oder sogar eines kompletten Büros erstellen. Wenn die DR-Management-Software so konfiguriert und verfügbar ist, die produktive Umgebung des Primärstandorts an die Cloud-Replik zu leiten, dann ist eine Wiederherstellung fast ohne Verzögerung und sofort möglich. Sie könnten Ihren IT-Betrieb schneller wiederherstellen und neustarten als IT-Mitarbeiter und Angestellte an einen neuen Standort zu verlegen. Das setzt natürlich voraus, dass sich die produktiven Daten und Datenbanken immer sofort in die Cloud replizieren lassen. Weiterhin ist es notwendig, dass eine angemessene Netzwerk-Bandbreite zur Verfügung steht, um die Datenbestände in die Cloud zu replizieren. Sehr entscheidend ist natürlich auch, dass Sie die entsprechenden Server in der Cloud hochfahren können.

Selbstverständlich sollten Sie über die Einführung eines solchen Produkts ausführlich nachdenken. Vor allen Dingen sollte man die Kosten für das Cloud-Computing-, Storage- und Replikations-Produkt abwägen, das dann die gewünschten Recovery Time Objectives (RTO) und Recovery Point Objectives (RPO) erfüllen muss.

Ihre existierenden DR-Pläne sollten Sie überarbeiten und umschreiben. Die Pläne sollten wesentlich einfacher werden. Das gilt vor allen Dingen für den Teil der Wiederherstellung der Systeme, Daten, Datenbanken, Telekommunikatiosn-Services, Netzwerk-Dienste und anderer IT-Komponenten. Solche Verbesserungen im Recovery-Prozess machen eine erfolgreiche Wiederherstellung wesentlich wahrscheinlicher.

Mit den enormen Verbesserungen bei Cloud-Technologien und DR-Management-Software wird das Konzept des „Disaster Recovery per Knopfdruck“ quasi Realität. Falls Ihre IT-DR-Anforderungen schnelle Failover und Failbacks – potenziell auch für große Umgebungen – umfasst, so ist es an der Zeit in die hier beschriebenen Lösungen zu investieren.

Artikel wurde zuletzt im August 2014 aktualisiert

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