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Disaster Recovery und Backup: Starke Kombi in in der Cloud

Ein Backup in die Public Cloud bietet erweiterte Möglichkeiten für Disaster Recovery. Die Zusammenführung beider Kategorien bietet viele Vorteile.

Ein Backup in die Cloud ist einfacher, billiger und effektiver als ein Backup auf ein Bandlaufwerk. Ein Backup in die Public Cloud bietet zudem erweiterte Möglichkeiten für Disaster Recovery (DR).

Um diese Möglichkeit besser zu verstehen, sollten wir die Ziele von Disaster Recovery und Backup näher beleuchten. Backup soll wichtige Dateien schützen vor Hackern und Ausfällen. Backup ist nahe genug am Rechenzentrum, um kritische Daten schnell wiederherzustellen.

Disaster Recovery soll eine Datenkopie so weit entfernt vom Hauptstandort speichern, dass eine Naturkatastrophe sie nicht in Mitleidenschaft ziehen kann. Daten für Disaster Recovery werden massiert gespeichert, oft auf einem Server-Image, während Backup-Daten auch einzeln wiederhergestellt werden können.

Die Möglichkeit, Daten in der Cloud abzulegen, verwischt die Grenzen zwischen den beiden Funktionen von DR und Backup. Das hat Auswirkungen darauf, wie die Daten bewegt, gespeichert und verwaltet werden. Mit der richtigen Struktur kann ein einheitlicher Aufbau beiden Bedürfnissen gerecht werden. Die Distanz zum Cloud Provider sorgt für die geographische Verteilung, die es ermöglicht, die Auswirkungen einer Naturkatastrophe zu lindern.

Der Startpunkt für Cloud Backup und Recovery

Der erste Schritt auf der Reise in die Cloud ist Wahl einer geeigneten Software. Die Angebote der größeren Hersteller beinhalten DR-Funktionen und einige bieten auch Ghosting für das rasche Erstellen von Klonen. Beim Ghosting werden Images von Betriebssystemen, Anwendungen, Daten und Einstellungen so abgespeichert, dass sie auf neue Einheiten überspielt werden können. Für schnelle Wiederherstellung sind diese ladebereiten Images die beste Methode.

Die Software kann entweder auf einer Cloud-Instanz installiert werden oder auf einem dedizierten Server. Weil etwa 80 Prozent der Wiederherstellungen kürzlich erzeugte Daten betreffen, ziehe ich einen dedizierten Server vor. Der Server kann mit schnellen SSDs provisioniert werden, um den Backup-Prozess zu beschleunigen und einen Cache für kürzlich angelegte Daten zu bieten. So können Daten schnell wiederhergestellt werden, ohne auf das WAN oder die Cloud zu warten.

Wenn man mit der Software vertraut ist und entsprechende Tests durchgeführt hat, sollte man als nächstes einen Cloud Provider auswählen. Dabei stehen wirtschaftliche Faktoren im Vordergrund, aber auch andere sind zu berücksichtigen.

Entscheiden Sie sich für einen Disk-basierten Cloud-Archivdienst. Wenn Tape-Archive im Hintergrund laufen, kann eine Systemwiederherstellung Stunden länger dauern, weil diese sequentiell arbeiten. Das gilt selbst dann, wenn nur ein Gerät wiederhergestellt werden soll. Tape-Archive sind gut für die eigentlichen Archive geeignet, aber weniger für Disaster Recovery.

Als nächstes sollten sie eine Service-Zone auswählen, die mehr als 1.500 km von Ihrem Standort entfernt ist. Ich habe es am eigenen Leibe erfahren, dass ein Hurrikan riesige Gebiete lahmlegen kann.

Abladen und Warten der Daten

Im nächsten Schritt sollten Sie ein erstes Datendump durchführen. Dabei können Sie alle Ihre Daten entweder per WAN, Festplatten oder Bändern zum Cloud Provider gesendet. Viele Cloud Provider ziehen es vor, wenn sie die Daten physisch auf Band oder Platte per Kurier erhalten und bieten dafür Spezialangebote.

Die Backup-Software sollte zuvor die Daten komprimieren. Dabei kann in der Regel ein Kompressionsverhältnis von 5 zu 1 erreicht werden. Noch vor der Kompression kann man zudem die allgemeinen Image-Bestandteile wie Betriebssysteme und Anwendungen von den speziellen wie Einstellungen und personalisierten Daten separieren und damit noch mehr Platz sparen.

Es ist etwas komplizierter, die Daten aktuell zu halten, während das Cloud-Backup läuft. Eine Alternative ist dem traditionellen täglichen Backup ähnlich, aber es ist vernünftiger, ein inkrementelles Backup in kürzeren Zeitabständen durchzuführen, weil dadurch weniger Datenverluste auftreten können. Wenn dies richtig durchgeführt wird, erlaubt eine Point in Time Recovery und hilft dabei, alle wiederhergestellten Server zu synchronisieren.

Wenn man von Ransomware oder anderer Malware betroffen ist, ist in der Regel eine Wiederherstellung der Daten von Backup-Kopien erforderlich. Man muss sich der Möglichkeit bewusst sein, dass auch die Kopien verseucht sein könnten. Disaster Recovery und Archivkopien sind durch die Komprimierung normalerweise besser geschützt und außerdem ist spezielle Software zur Rekonstruierung nötig.

Diese Daten sollten zugangsbeschränkt sein und ein Online-Zugriff unmöglich. Wenn die Wiederherstellung nach einer Attacke scheitert, kann es nötig sein, neue Instanzen oder Systeme zu klonen und hier kommt der Mehrwert der Disaster Recovery wirklich zum Tragen.

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Artikel wurde zuletzt im August 2017 aktualisiert

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