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Fünf Anwendungsszenarien für Datenmigration in die Cloud

Cloud-Migrationen variieren, abhängig vom Einsatzszenario. Derzeit gibt es fünf oft genutzte Arten der Datenmigration in die Cloud.

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Public Cloud

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Unternehmen, die Cloud-Storage als Ergänzung oder als Ersatz für lokale Ressourcen nutzen, sollten unbedingt abwägen, wie ihre Daten zum Cloud-Storage-Provider kommen. Die Datenmigrationsstrategie hängt dabei vom Cloud-Einsatzszenario ab.

Für ein Cloud-Archiv ist es beispielsweise nicht so wichtig, wie schnell die Daten in die Cloud transferiert werden, da Anwender nur selten auf sie zugreifen. Firmen, die aber Produktionsdaten in die Cloud verschieben wollen, benötigen eine Strategie für möglichst geringe Ausfallzeiten.

Anschließend sind einige Datenmigrationsstrategien aufgeführt, die sich für die derzeit häufigsten Cloud-Einsatzgebiete nutzen lassen.

Backup

Backup ist wahrscheinlich die populärste Nutzungsart von Cloud-Storage. Die größte Herausforderung ist hier, die Daten in die Cloud zu transferieren. Cloud-Backup-Produkte, die den Transferzeitraum minimieren, setzen dafür Deduplizierung und Komprimierung ein. Aber die Deduplizierung muss die zu reduzierenden Daten mit denen in der Cloud vergleichen. Sie wird also erst effektiv, wenn das erste Backup abgeschlossen ist. Die Datenmigrationsstrategie für Cloud-Backup muss sich also darauf konzentrieren, den initialen Datenbestand in die Cloud zu transportieren. Es gibt zwei Methoden, dies zu erreichen:

  1. Alle Daten werden über eine Internetverbindung gesichert und der Anwender wartet, bis der Prozess abgeschlossen ist. Abhängig vom Datenumfang kann dies bis zu mehreren Wochen dauern. Der Prozess wird während des Datentransfers schneller werden, da die Deduplizierung mit dem ersten Backup anfängt zu funktionieren und dieses mit anderen Backups abgleicht. Sollen zum Beispiel 100 virtuelle Maschinen gesichert werden, dann muss nach dem Backup der ersten Windows-VM nicht mehr viel vom Betriebssystem kopiert werden, da die anderen 99 VMs über das gleiche verfügen.
  2. Alle Daten werden auf einmal lokal kopiert und dann über Nacht an das Rechenzentrum des Cloud-Storage-Providers gesendet. Der Cloud-Provider wiederum kopiert diese Daten in seine Storage-Infrastruktur und der Anwender kann beginnen, Updates zu senden. Der erste Synchronisationsprozess kann etwas länger dauern, aber es wird nicht so viel Zeit in Anspruch nehmen wie das Kopieren des Datenbestandes über das Internet in die Cloud.

Cloud-Archive

Ein Cloud-Archiv hat die geringsten Auswirkungen bei der Migration, da die Informationen lediglich kopiert werden, ausgehend von den Daten, die zuletzt genutzt wurden. Die Daten können an den Cloud-Storage-Provider gesendet werden, wenn sie nach einem bestimmten Zeitraum nicht mehr genutzt werden.

Auf mehr als 80 Prozent der Daten wird in den meisten Unternehmen nicht mehr zugegriffen, nachdem sie erstellt wurden. Storage-Administratoren müssen diesen Parameter mit Sorgfalt wählen, da sonst der initiale Datentransfer sehr groß werden kann. Die Migration kann beispielsweise so begonnen werden, dass zunächst die Daten archiviert werden, die älter als drei Jahre sind. Ist dieser Prozess abgeschlossen, kann der Administrator entsprechend chronologisch fortführen und die Daten, die zwei Jahre alt sind, kopieren und weiter fortführen. Sind alle Daten transferiert, so werden anfallende Updates relativ klein ausfallen, da pro Tag nur ein paar Dateien anfallen, auf die nicht mehr zugegriffen wird.

Eine Herausforderung bei Cloud-Archiven ist, dass die meisten Daten einzigartig, also nur einmal vorhanden sind. Das bedeutet, dass Deduplizierung nicht so effizient ist wie bei einem Cloud-Backup-Szenario.

Cloud-Disaster-Recovery

Bei Cloud-DR muss der Anwender darauf achten, welche Datenkopie die aktuellste und somit die zuletzt genutzte ist. Rechenzentren, die sich für Cloud-DR entscheiden, archivieren ihre Daten meist an einen anderen Service-Provider oder am lokalen Standort. Die meisten Cloud-DR-Produkte replizieren direkt zum Cloud-Provider. Administratoren können definieren, welche Daten repliziert werden sollen, beispielsweise Anwendungen und die stets verwendeten Dateien.

Deduplizierung hat hier nur einen geringen Effekt. Obwohl es höchstwahrscheinlich Redundanzen zwischen Applikationen und VMs gibt, ist der Nutzen geringer als in einem Backup-Fall.

Bei Cloud-DR sollte die erste Initialmigration in die Cloud recht schnell erfolgen, da hier meist nur 20 Prozent der Daten repliziert werden. Nachdem die Basisdaten in der Cloud sind, müssen nur noch Updates an den Provider gesendet werden.

Cloud Computing

Eine Migrationsstrategie für Cloud Computing bedeutet, dass das Unternehmen eine Anwendung in der Cloud hosten will. Hier benötigt man ebenso eine große Datenmigration oder Replikation am Anfang. Einige Anwendungen, die dies umsetzen, konvertieren auch die VMs in ein Cloud-Format. In anderen Fällen wird die Anwendung in der Cloud neu aufgesetzt, so dass nur die Daten selbst benötigt werden. In beiden Fällen werden verhältnismäßig wenige Daten transferiert und üblicherweise wird eine Anwendung nach der anderen adressiert. In den seltensten Fällen werden Daten wieder zurück an den lokalen Standort repliziert. Die Firma muss also Fokus auf den ersten Datentransfer legen.

Cloud-Transfer-Optimierung

Es ist sinnvoll, für den Cloud-Transfer ein Optimierungs-Tool einzusetzen. Das sind oft virtualisierte WAN-Beschleunigungs-Appliances. Diese ermöglichen einen effizienteren WAN-optimierten Transferprozess über die Internetverbindung als ein auf Dateneffizienz optimierter Transfer. Die Lösungen reduzieren die Übertragungszeiten um 50 bis 100 Prozent dadurch, dass sie IP-Pakete für große Transfers optimieren.

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Artikel wurde zuletzt im März 2016 aktualisiert

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