Fünf Profi-Fragen zu LUN-Storage

Administratoren mit fortgeschrittenen Kenntnissen beim Thema LUN-Storage könnten die folgenden fünf Profi-Fragen stellen. Wir haben die Antworten.

Wenn ein Storage-Administrator sich mit den Grundlagen der Verwaltung von Logical Unit Numbers (LUNs) vertraut gemacht hat, kann er sich an komplexere Themen in Zusammenhang mit LUN-Storage heranwagen – etwa Ressourcen-Management, Multipfad-I/O bei Windows-Deployments oder Provisionierung von stets bereitstehenden Ersatzfestplatten (Hot Spare). In diesem Artikel gibt der Experte Brien Posey Antworten auf fünf Fragen, die fortgeschrittene Storage-Administratoren in Bezug auf LUNs haben könnten.

Lassen sich LUNs schlank provisionieren?

Häufig erstellen Storage-Administratoren LUNs, die größer sind als zunächst nötig, um eine spätere Erweiterung zu vermeiden. Das Problem bei diesem Vorgehen liegt in der Verschwendung von Festplatten-Ressourcen. Überdimensionierte LUNs verbrauchen Storage-Ressourcen, die damit für andere LUNs nicht zur Verfügung stehen – selbst wenn die großzügig versorgten LUNs die zugewiesenen Ressourcen gar nicht nutzen.

Windows 8 und Windows Server 2012 ermöglichen ein Thin Provisioning von LUNs, sofern die Storage-Hardware für Windows 8 zertifiziert ist (und Thin Provisioning unterstützt). Der Vorteil dabei ist, dass Administratoren LUNs erstellen können, die deutlich größer sind als nötig. Trotzdem werden die zugrundeliegenden Storage-Ressourcen hier nicht verbraucht, bis sie wirklich genutzt werden. Der Nachteil: Bei Thin Provisioning kann es passieren, dass Storage-Ressourcen überbucht werden. Ebenfalls ist es möglich, den physischen Storage-Platz versehentlich auszuschöpfen.

Kann Multipfad-I/O Windows-Deployments verkomplizieren?

Multipfad-I/O ist ein wichtiger Mechanismus zur Sicherstellung der Storage-Verfügbarkeit, doch es kann den Windows-Installationsprozess komplizierter machen. Wenn Administratoren versuchen, Windows Server 2012 auf eine LUN zu installieren, die für Multipfad-I/O konfiguriert ist, wird oft eine Fehlermeldung angezeigt: „Setup war nicht in der Lage, eine neue System-Partition zu erstellen oder eine bestehende System-Partition zu lokalisieren“.

Es gibt zwei recht einfache Methoden, um dieses Problem zu beheben: Entweder Sie konfigurieren die LUN vorübergehend für Einzelpfad-I/O, oder Sie initialisieren die Boot-LUN vor der Ausführung von Windows Setup.

Was sind die maximal möglichen LUN-Größen?

Abhängig von der für die Erstellung der LUNs eingesetzten Software können Sie unter Umständen LUNs erstellen, die viel größer sind als das, was Ihre Server nutzen können. Aus diesem Grund ist es wichtig, die Beschränkungen des Betriebssystems im Kopf zu behalten, wenn Sie über die Größe Ihrer LUNs entscheiden. Die folgenden wichtigen Einschränkungen sind für Windows-Server relevant:

  • Für alte Server mit dem Dateisystem FAT ist die maximale Volume-Größe auf 4 Gigabyte (GB) begrenzt.
  • Für alte Server mit dem Dateisystem FAT 32 beträgt die maximale Volume-Größe 32 GB.
  • Ein NTFS-Volume auf einer MBR-Festplatte hat eine Maximalgröße von 2 Terabyte (TB).
  • Ein NTFS-Volume auf einer GPT-Festplatte hat eine Maximalgröße von 16 Exabyte.
  • Microsoft empfiehlt derzeit NTFS-Volumes nur bis zu einer Maximalgröße von 16 GB.
  • Die Maximalgröße einer alten virtuellen Festplatten-Datei (VHD-Datei) beträgt 2.040 GB (nicht ganz 2 TB).
  • Die Maximalgröße für eine VHDX-Datei beträgt 16 TB.

Sollte ich die Anzahl an LUNs begrenzen?

Windows Server 2012 sieht Grenzen für die Zahl der erkennbaren LUNs vor, doch die sind hoch genug, um normalerweise kein Problem darzustellen. Unter der Annahme, dass Konnektivität über Fibre Channel genutzt wird, gibt es die folgenden Limits:

  • Sie können bis zu acht Busse pro Host-Bus-Adapter (HBA) definieren.
  • Windows kann pro Bus bis zu 128 Targets erkennen.
  • Windows kann pro Target bis zu 254 LUN-IDs erkennen.

Zusammengenommen ergeben diese Werte eine theoretische Grenze von 260.996 LUNs pro HBA bei Windows Server 2008 und späteren Versionen.

Wie lässt sich eine „Hot Spare“-Festplatte einsetzen?

Windows Server 2012 unterstützt die Nutzung einer „Hot Spare“-Festplatte. Dabei handelt es sich um eine zusätzliche Festplatte, die beim Ausfall einer anderen ohne Verzögerung einspringen kann. Einen solchen „heißen Ersatz“ können Sie unter Windows einer bestimmten LUN oder einer Sammlung von LUNs zuweisen. Das Storage-Subsystem lässt sich so konfigurieren, dass der Ersatz bei Bedarf automatisch verwendet wird oder erst nach einem manuellen Eingriff. Am nützlichsten ist ein Hot Spare, wenn die LUN gespiegelt oder mit Stripe und Parität läuft, weil das System ihn dann automatisch beschreiben kann.

Der Hot Spare muss mindestens so groß sein wie die Festplatten, die er ersetzen soll. Zudem lässt er sich nicht unterteilen, so dass ein Hot Spare mit 2 Terabyte Kapazität nicht zwei 1-TB-Festplatten ersetzen kann.

In diesem Zusammenhang erwähnenswert: Der Prozess der Provisionierung eines Hot Spare (nach einem Ausfall) beeinträchtigt die Performance einer LUN. Der Grund dafür ist, dass die Provisionierung eine große Menge I/O erzeugt. Wenn die Provisionierung abgeschlossen ist, sollte die Performance aber wieder das normale Niveau erreichen.

ÜBER DEN AUTOR: Brien Posey ist ein Microsoft MVP mit zwei Jahrzehnten IT-Erfahrung. Vor seiner aktuellen Tätigkeit als freiberuflicher Autor hat er als CIO für eine US-weite Kette von Krankenhäusern und Gesundheitszentren gearbeitet. Außerdem war er für einige der größten Versicherungsunternehmen des Landes und in Fort Knox für das US-Verteidigungsministerium tätig.

Artikel wurde zuletzt im April 2013 aktualisiert

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