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Herausforderungen bei der Integration hyperkonvergenter Plattformen

Bei der Integration hyperkonvergenter Plattformen können Stolpersteine auftreten, die sich allerdings umgehen lassen.

Die meisten Anwender versprechen sich von einer Integration hyperkonvergenter Systeme die Abschaffung von Storage-Silos. Lässt sich die hyperkonvergente Lösung allerdings nicht in bestehende Infrastrukturen integrieren, so entsteht automatisch ein weiteres Silo: die hyperkonvergente Plattform selbst.

Als erstes muss das hyperkonvergente System mit der existierenden Virtualisierungs-Plattform integriert werden. Die einfachste Art dies zu tun, ist Migration virtueller Maschinen (VMs) auf die neue Plattform zu ermöglichen. Langfristige Integration ist wichtig, wenn das hyperkonvergente System kein Ersatz für eine andere Plattform ist. Es gibt zwei Design-Optionen:

  • Eine vollständige Neuinstallation zu planen und auf Migrationen zu verzichten (grüne Wiese).
  • Erkennen, dass VMs, Hardware und Management integriert werden müssen und diesen Bedarf adressieren.

Integration mit dem Hypervisor

Es kann vorkommen, dass eine hyperkonvergente Plattform einen anderen Hypervisor nutzt, der nicht in der bestehenden Umgebung zum Einsatz kommt. So nutzen beispielsweise HC3 von Scale Computing und Acropolis von Nutanix den KVM-Hypervisor, während die meisten vSphere verwenden. Wird ein neuer Hypervisor eingeführt, so lassen sich die VMs nicht nahtlos auf die neue Plattform migrieren. Hier bedarf es fundamentaler Änderungen wie Neukonfigurationen, eine neue Storage-Lokation und neue Hypervisor-Treiber im Gastbetriebssystem. Das ist ein weitaus größerer Eingriff als einfach mit dem gleichen Hypervisor auf neuem Storage zu speichern.

Nutanix hat Automatisierungs-Tools versprochen, die den Migrationsprozess auf ihren neuen Hypervisor vereinfachen sollen. Jede VM muss wahrscheinlich für eine Weile abgeschaltet werden, während der Hypervisor geändert wird. Das bedeutet lange Nächte und Wochenenden für das Projektteam und die zusätzlich entstehenden Kosten müssen bei einem möglichen Hypervisor-Wechsel in Betracht gezogen werden. Es könnte sein, dass diese Zusatzausgaben höher liegen als die Einsparungen bei den Lizenzkosten.

Nutzt das hyperkonvergente System den gleichen Hypervisor, dann geht es in erster Linie um den Zugriff auf das Storage. Entweder benötigen die bestehenden Hypervisoren Zugriff auf das hyperkonvergente Storage oder  hyperkonvergente Server benötigen Zugriff auf bestehendes Storage. Ist das bestehende Storage in einem Fibre-Channel-Netzwerk integriert, so kann man es meist nicht den hyperkonvergenten Systeme zugänglich machen, das diese nur IP-Storage adressieren können: über NFS, iSCSI oder SMB3. Hyperkonvergentes Storage kann üblicherweise an bestehende Hosts angeschlossen werden.

Wenigstens ein Hersteller ermöglicht externe Hypervisoren als permanenten Teil seines Angebots. Diese Compute-Nodes greifen auf den hyperkonvergenten Storage genauso zu wie auf IP-Storage. Andere Hersteller empfehlen externe Server, um bestehende VMs auf die hyperkonvergente Plattform zu migrieren. Hierbei ist es erforderlich, dass die VMs auf deren Hardwareplattform residieren.

Sollen bestehende Hosts hyperkonvergentes Storage nutzen, so sollte 10-GbE zum Einsatz kommen, da 1-GbE zu langsam für produktive Workloads ist. Anwender können einen existierenden Host auswählen, diesen aktualisieren und dann als Swing-Host nutzen. Jede zu migrierende VM würde dann zunächst den Swing-Host als Teil des Migrationsprozesses passieren, um von alter Umgebung auf die hyperkonvergente Lösung zu migrieren.

Management-Optionen für die hyperkonvergente Architektur

Bestehende und neue Plattformen über dasselbe Hypervisor-Management-Tool zu verwalten hilft bei der Migration. Allerdings wird dies erschwert, wenn der Hypervisor auch geändert wird, da es derzeit nur wenige Multi-Hypervisor-Management-Plattformen gibt. Hier muss der IT-Verantwortliche sicherstellen, dass die hyperkonvergente Plattform sich im Management integrieren lässt.

Ist das Management nicht integriert, so wird die Migrationsplanung komplexer. So muss beispielsweise EVO:RAIL von VMware über das eigene vCenter verwaltet werden anstatt über ein existierendes vCenter. Diese Plattform eignet sich eher für vollständige Neuinstallationen (grüne Wiese). Es scheint keinen einfachen Weg zu geben, VMs einer anderen vSphere-Umgebung in eine EVO:RAIL-Installation zu migrieren. Es ist sicher nicht unmöglich, aber sehr viel komplexer, als bestehende VMs auf eine andere hyperkonvergente Plattform zu migrieren.

Nachdem die Storage- und Management-Integration erwogen wurde, muss man sich um die VM-Kompatibilität kümmern. Nutzt die hyperkonvergente Plattform eine CPU, die mit dem bestehenden Host kompatibel ist? Eventuell müssen Anwender Funktionen wie Enhanced vMotion Compatibility (EVC) von VMware implementieren. Damit stellt sich die neue CPU den VMs wie eine alte CPU dar, was es ermöglicht, vMotion auf den neuen Hosts einzusetzen. Wenn alle VMs in die neue hyperkonvergente Plattform migriert wurden, lässt sich die CPU aktualisieren.

Eine hyperkonvergente Infrastruktur aufzubauen ist eine große Veränderung in einem Rechenzentrum. Abhängig vom Grad der Veränderungen, kann man mehr oder weniger Integration mit bestehenden Plattformen erreichen. Je mehr Integration vorliegt, desto einfacher ist der Übergang von der alten zu hyperkonvergenten Plattform. Schwierig wird es, wenn die hyperkonvergente Lösung zum Silo wird, denn in dem Fall ist die Umgebung nicht völlig hyperkonvergent.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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