Hyper-V und vSphere ESXi: Anforderungen an Hypervisor-aware Storage im Überblick

Hypervisor-aware Storage sollte bestimmte Mindestanforderungen erfüllen. Wir zeigen, was Sie für Hyper-V- und ESXi-Umgebungen beachten sollten.

Es ist bekannt, dass Startups im Bereich Storage-Architekturen Pionier-Arbeit leisten, mit der sich virtuelle Server-Umgebungen besser unterstützen lassen sollen. Wenn Sie Hypervisor-aware Storage evaluieren, dann müssen Sie sich also oft mit dem inhärenten Risiko eines Startups und den Vorteilen des angebotenen Produkts auseinandersetzen. Sie wollen schließlich sicherstellen, dass das Produkt auch auf lange Zeit verfügbar ist. Weiterhin brauchen Sie angemessenen Support und das Produkt muss stabil und reif für die große Bühne sein. Wer umsichtig ist, der sollte zudem einen Plan B in der Hinterhand haben. So sind Sie vorbereitet, falls das Startup verschwindet oder das Produkt nicht halten kann, was es verspricht.

Einige Storage-Systeme, die Hypervisor-ware sind, unterstützen zum Beispiel nur virtuelle Server und arbeiten nicht mit ihrer physischen Verwandtschaft zusammen. Andere unterstützen nur bestimmte Hypervisoren, wie zum Beispiel VMware vSphere oder Microsoft Hyper-V.

 

Checkliste bezüglich virtueller Server und Storage:

Funktion

Warum ist das wichtig?

Optionen

Performance

Muss IOPS und die Datendurchsatz-Anforderungen der virtualisierten Server unterstützen.

Skalierbarkeit

Drückt aus, inwieweit sich ein Storage-System skalieren lässt.

Die Optionen zur Skalierbarkeit sind vom Produkt abhängig:

  • Vertikale Skalierbarkeit, indem man Ressourcen in den Bereichen CPU, Arbeitsspeicher und Datenträger hinzufügt
  • Horizontale Skalierbarkeit, indem man weitere Nodes hinzufügt

Hypervisor- und API-Unterstützung (Application Programming Interface)

  • Bestimmt, wie umfangreich sich ein Storage-System benutzen lässt
  • APIs ermöglichen Interaktion zwischen Hypervisor und Storage-System
  • APIs, die das Auslagern von Storage-Aufgaben an das Storage-System ermöglichen
  • Management-APIs, mit denen sich das Storage-System durch die Management-Konsole des Hypervisors verwalten lässt

Möglichkeit, das Storage auf VM-Ebene zu managen

  • Zeigt den kompletten Daten-Pfad von der VM bis zum Datenträger an
  • Hilft bei der Identifizierung und der Mängelbeseitigung bei Problemen, die mit dem Storage zusammenhängen
  • Durch das Provisioning von Storage auf VM-Ebene lässt sich idealerweise auch das Storage auf VM-Ebene managen
  • Durch das Provisioning des Storage auf LUN-Ebene und unterstützende Methoden, wie zum Beispiel Storage-Analysen, lässt sich die Wechselbeziehung zwischen virtuellen Maschinen, Applikationen und physischen Storage-Ressourcen herstellen.

Konvergenz-Faktor

Die Kombination von virtuellen Maschinen und Storage in einem einzigen System vereinfacht das Management und senkt somit die Kosten.

  • Systeme, die Storage und virtuelle Maschinen vereinen
  • Schlüsselfertige Systeme, die für virtuelle Server-Umgebungen optimiert sind

Möglichkeiten für den Datenschutz

Funktionen zum Schutz der Daten verwenden, um Backups der virtualisierten Server zu realisieren.

 

Noch während der Evaluierung sollten Sie nach dem weiteren Vorgehen fragen. Welche Hypervisoren stehen insgesamt auf der Agenda? Welche APIs bezüglich der Hypervisoren sind geplant?

Überprüfen Sie Ihre Lösung auf Storage-Funktionen, die in Storage-Arrays inzwischen Standard sind. Dazu gehören unter anderem Thin Provisioning, Snapshots, Replikation, Kompression, Deduplizierung und Integration von Cloud-Storage. Hypervisor-aware Storage bietet zwar meistens neue Interaktionsmöglichkeiten mit dem Hypervisor, dafür mangelt es aber oft an anderen Standardfunktionen.

Auf den Hypervisor bezogene Funktionen und das Storage-Management

Ein entscheidender Aspekt bei der Evaluierung von Hypervisor-aware Storage ist, inwiefern das Storage-System Hypervisoren unterstützt und mit diesen kommuniziert. Einige Hypervisoren wie zum Beispiel Citrix XenServer und Red Hat KVM sind auf der Prioritäten-Liste meist weiter unten. Aus diesem Grund bieten einige Storage-Systeme gar keine Unterstützung dafür an.

Ist der Hypervisor unterstützt, müssen Sie das Niveau der Integration kennen und wissen, welche APIs vorhanden sind. Im Falle von VMware sollten Sie zum Beispiel wissen, ob VMware vStorage APIs for Array Integration (VAAI) unterstützt wird. Damit lassen sich Storage-Aufgaben vom VMware Hypervisor an das Storage-Array auslagern. Zu diesen Aufgaben gehören Kopieren und Verschieben von Daten sowie Thin Provisioning. Außerdem sollten Sie sich über die Unterstützung von VMware vStorage APIs for Storage Awareness (VASA) informieren. Durch VASA integrieren sich Storage-Arrays in das VMware vCenter, was das Management vereinfacht. Weiterhin bekommen vSphere-Administratoren mithilfe von Plug-Ins Einblicke in die Storage-Ressourcen. In vCenter sehen Sie dann Informationen bezüglich Leistungsvermögen, Gesundheitszustand, Konfiguration und Kapazität des darunterliegenden Arrays. Angezeigt wird das Ganze in der vCenter-GUI.

Im Falle von Microsoft Hyper-V sollten Sie sich dagegen dafür interessieren, ob das Array Windows Server 2012 ODX (Offloaded Data Transfer) unterstützt. Damit können Sie Kopier- und Verschiebe-Vorgänge an das Storage-Array auslagern. Weiterhin sollten Sie unbedingt fragen, ob das Array SMI-S (Storage Management Initiative Specification) oder Storage Management Packs unterstützt, um die Verwaltung mithilfe von System Center Virtual Machine Manager 2012 zu ermöglichen.

Eine der Herausforderungen traditioneller Storage-Systeme in virtualisierten Server-Umgebungen war bisher immer, auf welcher Weise man das Provisioning betreibt und das Storage verwaltet. Üblicherweise hat man Storage auf LUN-Ebene bereitgestellt und verwaltet. Ein LUN ist in der Regel einem physischen Server zugewiesen und Storage vom LUN weist man dann den virtuellen Maschinen zu. Gibt es keine weitere Integration zwischen dem darunterliegenden Storage-Array und dem Hypervisor, dann lassen sich Wechselbeziehungen zwischen virtualisierten Ressourcen und dem physischen Storage-System sowie den dazugehörigen Komponenten wie Datenträger und Controller schlecht einschätzen.

Einige Anbieter von Hypervisor-aware Storage haben daher die Storage-Architektur geändert, so dass das Provisioning und Management auf VM-Ebene stattfindet. Andere wiederum haben herkömmlichen Storage-Systemen zusätzliche Tools spendiert, damit man entsprechenden Einblick bekommt. Die Korrelation zwischen virtuellen Maschinen und physischem Storage, die Sichtbarkeit des kompletten Daten-Pfades, ist eine unverzichtbare Fähigkeit. Jedes Hypervisor-aware Storage sollte diese Funktionalitäten besitzen.

Über den Autor:

Jacob N.Gsoedl ist freiberuflicher Autor und Geschäftsleiter für Business-Systeme.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2014 aktualisiert

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