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Hyperkonvergenz für den Mittelstand: Auf die Konfiguration kommt es an

Hyperkonvergente Systeme sind in erster Linie für große Umgebungen ausgelegt. Mit der richtigen Konfiguration können sie auch für KMUs interessant werden.

Generell sind hyperkonvergente Infrastrukturen (HCI) eher für Konzerne geeignet, aber auch mittelständische Kunden können von den Vorteilen profitieren. Dazu müssen sie die Konfiguration aber richtig einrichten.

Ein Vorzug von HCI ist die Vereinfachung des Rechenzentrums. Einige Konzerne skalieren bis zu hunderten oder tausenden von Hosts. Sie können sie mit HCI zehntausender virtueller Maschinen (VMs) aus einer einzigen Konsole mittels Policy-basierten Managements verwalten.

Aber auch für mittelständische Kunden ohne dedizierte Storage-, Virtualisierungs- und Netzwerkspezialisten kann HCI attraktiv sein. Es ist aber eine Herausforderung, die richtige Konfiguration zum richtigen Preis zu finden. Tatsächlich kann es durch HCI schwieriger werden, die Kosten von ein bis zwei Dutzend VMs zu kontrollieren.

Die meisten HCI-Plattformen erfordern ein Minimum von drei Servern-Knoten und eine N+1 Konfiguration zu Sicherstellung der Redundanz. HCI benötigt zudem Serverressourcen, um den Storage-Cluster zu betreiben. Im Endeffekt ist dadurch nur die Hälfte der gekauften Storage- und Serverressourcen tatsächlich nutzbar. Eine Erweiterbarkeit der Plattform spielt für mittelständische Kunden nur eine geringe Rolle. Für sie ist es wichtiger, dass das Produkt, das sie ausrollen, in kleinen Größen verfügbar ist.

Oft genügt ein einzelner Prozessor pro Knoten und 64 GB RAM pro Host. Pro Knoten sind meist nur wenige Terabyte Storage ausreichend und für die geforderte Leistung genügt es, wenn ein Teil davon auf Solid State Disks (SSDs) läuft. Auch 10 GbE Ethernet-Leitungen sind oft überdimensioniert. Wenn man die Ressourcen nach unten an die beabsichtige Zahl der VMs anpasst, kann man Kosten sparen.

Einigen Anbietern fällt es schwer, ihre Angebote für die Zielgruppe Mittelstand zuzuschneiden. Designs, die für ein halbes Petabyte und Cluster mit 30 Knoten ausgelegt sind, sind nicht wirklich einen Cluster mit drei Knoten und mit fünf TB geeignet. Aber einige HCI sind für den Einsatz in Zweistellen und Filialen gedacht und sogar in kleineren Konfigurationen als das branchenübliche Drei-Knoten-Minimum verfügbar.

Eine Option für die Architektur besteht darin, dass je zwei physische Knoten an zwei Standorten und ein dritter Knoten virtuell an einem entfernten Standort vorgehalten werden. Auf diese Art sind immer noch drei Knoten vorhanden und es gibt Redundanz für die Ausfallsicherheit. Weil jeder Standort nur zwei Knoten benötigt, spart man sich ein Drittel der Kosten. Diese Konfiguration ist gut für ein Unternehmen mit mehreren Zweistellen geeignet. Die virtuelle Maschine läuft in der Zentrale. Diese Option passt zu einem Unternehmen mit etwa 100 Mitarbeitern und einem Dutzend virtueller Maschinen.

Aber für viele Mittelständler sind selbst zwei Knoten überdimensioniert. Wenn man die Kosten pro Zweigestelle reduzieren will, muss man aber auf Resilienz innerhalb der Zweigstelle verzichten. Es gibt einige HCI-Anbieter, die Konfigurationen mit einem einzelnen physischen Knoten in einer Zweigstelle anbieten. Wenn dieser Knoten allerdings ausfällt, hat die Zweistelle keinen lokalen Server mehr. Um die Daten der Zweigstelle zu schützen, werden diese auf eine andere Zweigstelle, die Zentrale oder beide repliziert. Die VMs können dann in der Zentrale wiederhergestellt werden und ein Netzwerkzugriff eingerichtet werden. Für einige Firmen mag es akzeptabel sein, mit einer reduzierten Anwendungsgeschwindigkeit zu leben, wenn dadurch Kosten sinken können.

Einige HCI-Anbieter haben den Mittelstand als interessante Zielgruppe erkannt. Die Herausforderung besteht darin, ihre Produkte mit einer geeigneten Architektur so herunter zu skalieren, dass sie zu einem attraktiven Preis angeboten werden können.       

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2017 aktualisiert

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