In 5 Schritten zu geringeren Disaster-Recovery-Kosten

Neue Technologien helfen, die Disaster-Recovery-Kosten zu senken. Erfahren Sie hier, wie die DR-Ausgaben in fünf Schritten verringert werden können.

Dieser Artikel behandelt

Disaster Recovery

Egal wie groß ein Störfall oder ein Desaster ausfallen mag, Anwendererwartungen hinsichtlich der Schnelligkeit...

und der Einfachheit eines Recoverys sind dramatisch anspruchsvoller geworden. Obwohl die IT-Budgets, mit diesen diese Erwartungen erfüllt werden sollen, nicht wirklich gestiegen sind, gibt es doch Technologien, mit denen sich dies umsetzen lässt. Es gibt fünf Optionen, mit denen IT-Verantwortliche DR-Kosten senken können, wenn sie ihre Disaster-Recovery-Strategie aktualisieren oder neu konzipieren.

Schritt 1: Recovery-Anforderungen verstehen

Die wohl wichtigste Methode, DR-Kosten zu senken, ist zu verstehen und zu definieren, was bei einem totalen RZ-Ausfall wiederhergestellt werden muss. Das lässt sich erreichen, indem man für jede Anwendung eine Recovery Point Objective (RPO) und eine Recovery Time Objective (RTO) festlegt. Hier muss auch die Analyse unstrukturierter Daten in Betracht gezogen werden.

Zwar gibt es in den meisten Rechenzentren zahlreiche Applikationen, wirklich geschäftskritisch sind aber oft nur fünf Prozent davon. Diese Anwendungen benötigen häufig nur einen Bruchteil der Storage-Kapazität im RZ, brauchen dafür aber oft die meiste Performance.

Schritt 2: Die Größe des DR-Storage richtig abwägen

Wenn EDV-Manager die Storage-Größe für den DR-Standort abwägen, glauben sie oft, es müsse dort die gleiche Kapazität und Performance wie auf der Primärseite installiert werden. In den meisten Situationen ist dies aber nicht der Fall. In einem Störfall müssen zuerst die geschäftskritischen Anwendungen schnell wiederhergestellt werden und diese müssen auch nur auf die aktuellsten Datenkopien zugreifen.

Erledigt das IT-Team die Bewertung des Frontends vernünftig, so kann dieses Wissen genutzt werden, um die DR-Kosten gering zu halten. Da Anwender nur sofortigen Zugriff auf die Daten brauchen, an denen sie zuletzt gearbeitet haben – meist ist dies ein Zeitraum von zwei Wochen – kann die Kapazität des DR-Storage signifikant geringer bemessen werden. Ist das Storage im Primär-RZ beispielsweise 100 TByte groß, so reichen am DR-Standort oft weniger als zehn TByte aus.

Allerdings muss das DR-System eine ähnliche Performance wie die des produktiven Storages für die Anwendungen bereit halten. Wird am Primärstandort Flash für die Applikationen verwendet, so sollte die DR-Seite wenigstens einen Flash-Tier als Cache umfassen. Hier muss der Administrator unbedingt darauf achten, dass die geschäftskritischen Anwendungen sicher sehr anspruchsvoll in der Performance sind, aber eben nur einen kleinen Workload-Mix des gesamten RZs repräsentieren und das DR-System deswegen auch nicht die Performance des originären RZs vorhalten muss.

Schritt 3: Virtualisierung

Selbst wenn das primäre RZ nicht zu 100 Prozent virtualisert ist, so sollte der DR-Standort virtualisiert sein. Virtualisierung senkt die Serverkosten auf ein Minimum und kann die Kapazitätsanforderungen zusätzlich verringern, wenn das DR-System Komprimierung und Deduplizierung unterstützt. Ein weiterer Vorteil ist, dass DR-Plan-Tests weitaus einfacher werden. IT-Manager können für Tests virtuelle, isolierte Testnetzwerke anlegen und DR-Kopien der Anwendungen einspielen, ohne dass die Produktion beeinflusst wird.

Schritt 4: Disaster Recovery as a Service

Disaster Recovery as a Service (DRaaS) geht mit dem Konzept der Virtualisierung noch einen Schritt weiter. Immer mehr Cloud-Backup-Provider nehmen auch DRaaS in ihr Funktionsportfolio auf. Anstatt die Daten nur in der Provider-Cloud zu sichern, können Unternehmen mit DRaaS schnelle Wiederherstellungen realisieren. DRaaS eliminiert die Kosten für einen physischen DR-Standort mit Servern, Storage und Mitarbeitern.

Für kleine und mittelgroße Unternehmen, die keinen zweiten Standort, aber IT-Personal haben, ist DRaaS hinsichtlich der Recovery-Kosten und des Betriebs interessant. Für RZs mit einem DR-Standort könnte es unpraktisch sein, die Backups der vergangenen Jahre in die Cloud zu sichern. Diese könnten allerdings das DRaaS-Konzept übernehmen und mit eigenen Technologien umsetzen.

Schritt 5: Eigenen DRaaS implementieren

DRaaS benötigt ein zweites RZ mit genügend Ressourcen, um die Backup-Daten zu speichern und ausreichend Compute für die Applikationen vorzuhalten, wenn es zu einem RZ-Ausfall kommen sollte. Unternehmen können ihre eigenen DRaaS-Angebote aufbauen, müssen aber die Kontrolle über die Kostendämpfung behalten.

Statt alle Backups in der Cloud zu sichern und für diesen Speicher zu bezahlen, können Firmen die geschäftskritischen Datenbestände zu Cloud-Anbietern wie Amazon, Google oder Microsoft replizieren. Verschiedene Software-Applikationen verfügen über diese Funktionalität. Einige dieser Anwendungen konvertieren auch virtuelle Images der Firmen in virtuelle Cloud-Images, so dass die Anwendung ohne Änderungen in der Public Cloud operieren kann. Das spart Ausgaben und Wartung eines DR-Standortes und erlaubt die weitere Kontrolle.

DR-Erwartungen sind so hoch wie nie zuvor. Anwender wollen, dass die IT-Mitarbeiter Wiederherstellungen schnell, problemlos und mit weniger Kosten umsetzen. Die eigenen Daten und Anwendungen zu kennen und zu verstehen ist der erste wichtige Schritt, mit dem sich DR-Kosten reduzieren lassen, was auch den Kostenaufwand der (oben genannten) nachfolgenden Schritte senken kann.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

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