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Integrierte Archiv- und Backup-Lösungen sparen Kosten

Es gibt verschiedene integrierte Archiv- und Backup-Lösungen, die man kennen sollte, ebenso die Softwareoptionen, die bares Geld sparen können.

Archiv-Storage kann Disk-, Cloud- oder Tape-basiert sein, oder sogar eine Kombination dieser drei Optionen. Es ist wichtig, den richtigen Ansatz zu wählen, denn eine effiziente Archivierung kann Backup-Prozesse vereinfachen.

Viele Archivsysteme nutzen eine Scale-out-Architektur. Ebenso umfassen sie Data-Protection-Funktionen wie Erasure Coding oder Replikation, mit denen sich schnellere Wiederherstellungszeiten der Festplatten erreichen lassen als mit traditionellem RAID. Das erlaubt den Einsatz von hochkapazitiven Festplatten, zum Beispiel mit acht Terabyte Speicherkapazität oder mehr. Diese Systeme basieren oft auf Objekt-Storage-Files, so dass es unerheblich ist, wie viele Files gespeichert werden. Trotz dieser vorteilhaften Funktionen, kann ein rein Disk-basiertes Archiv schnell teuer werden. Denn ähnlich Scale-Out-basierten NAS-Systemen können die Kosten für Strom und Kühlung beispielsweise hier drastisch nach oben schnellen, je weiter/höher man skaliert.

Die Cloud ist eine weitere Option an Archivspeicher und viele Archivprodukte lassen sich direkt mit einem Cloud-Provider verbinden. Der Vorteil dieser Methode liegt darin, dass sich Hardware, Strom, Kühlung und Platz im Rechenzentrum einsparen lassen. Die höheren Latenzen, die sich durch die Cloud-Architektur ergeben, spielen im Archiv keine Rolle. Selbst wenn diese Daten einmal ein Restore benötigen, so bedarf es hier keiner sofortigen Wiederherstellung. Darüber hinaus speichern viele Archivprodukte, die eine Cloud nutzen, für einen bestimmten Zeitraum eine lokale Kopie auf Festplatten, bevor die Daten nur in der Cloud verbleiben.

Die Herausforderungen einer Cloud sind die laufenden Kosten. So bezahlt ein Unternehmen periodisch immer für die genutzte Kapazität. Dieser Betrag erhöht sich von Zeit zu Zeit, da der Datenbestand in der Regel weiter anwächst. Rechnet man diese steigenden, periodischen Kosten zusammen, so kann dies insgesamt teurer werden, als Storage zu kaufen und lokal vorzuhalten. Bei Speicherumgebungen unter 50 Terabyte sind die periodischen Kosten kein Problem. Für größere Rechenzentren können diese Kosten allerdings signifikant sein.

Das Band als Medium ist die günstigste Art des Speichers, erst recht, wenn man Strom- und Kühlungskosten mit einrechnet. Band-agnostische Archivierungssoftware hat sich deutlich weiterentwickelt bei der Abstraktion des Tape-Managements. Heutzutage kann eine Bandlösung einfach als eine Erweiterung des Disk-basierten Archivsystems genutzt werden. Anwender bemerken dabei oft nicht, dass sie auf Dateien von Bandmedien gespeichert sind. In vielen Fällen sind die erzeugten Tapes zwischen Systemen austauschbar, dank des Linear Tape File Systems.

Eine Kombination der genannten Technologien stellt typischerweise die beste Lösung dar. Bänder gemeinsam mit Festplattensystemen und Cloud-Lösungen zu nutzen, reduziert die Kosten für diese Plattformen. Dabei lassen sich die Daten aber noch relativ schnell abrufen.

Die richtige Archivierungssoftware wählen

Software ist der wichtigste Teil des Archivdesigns. Viele Archivprodukte sind gut mit Backup-Lösungen integriert. So manche Backup-Software umfasst mittlerweile auch Archivfunktionen. Wer gerade erst beginnt, Daten zu archivieren, der sollte hier zuerst nach Lösungen schauen.

Die Archivsoftware sollte den Anwender und Administrator vom Management der Backend-Geräte abstrahieren, also trennen. Das wiederum würde die Cloud oder eine Bandlösung zu einer Erweiterung der Disk-Lösung machen. Das Storage sollte sich entweder als File System (CIFS oder NFS) oder als Objektspeicher darstellen. Ebenso sollte ein regelbasiertes Management für die Datenbewegungen zwischen dem Frontend-Cache und Tape, respektive Cloud, in der Software enthalten sein. Die Archivierungssoftware kann ebenso Data-Protection-Funktionen enthalten und multiple Kopien auf redundanten Tapes oder bei zwei verschiedenen Cloud-Providern speichern. Auch hier ist eine Kombination der Optionen umsetzbar.

Archiv-Storage ist in der Regel nicht so teuer wie Backup-Speicherlösungen.

Neben diesen Kernfunktionen bieten einige Produkte auch die Möglichkeit, nutzerdefinierte Segmente eines Files oder Objekts auf Disk zu sichern und den Großteil der Information auf Nearline-Storage wie Tape oder Cloud abzulegen. Das gewährleistet wiederum schnelle Antwortzeiten und maximale Storage-Effizienz.

Ein ideales Beispiel dafür sind Videos. Eine Kopie der ersten zehn Minuten eines Videos lässt sich möglicherweise immer auf Festplatte zwischenspeichern, während die gesamte Datei allerdings in einem sekundären Repository liegt. Das erlaubt ein sofortiges Abspielen des Videos – also der ersten zehn Minuten – bei Abruf, während der Rest des Videos auf das Primärsystem geladen wird. Der Anwender erhält sofortigen Zugriff und das Rechenzentrum erzielt maximale Dateneffizienz.

Ein weiterer Effekt eines sinnvoll implementierten Archivs ist die Reduzierung von Backup-Storage und dessen Komplexität. Beim Backup-Prozess muss dann weniger gesichert und verarbeitet werden. Zudem sind die Optionen an Archiv-Storage meist weit günstiger als Backup-Storage. Der Aufwand für das Erstellen von Backup-Jobs wird reduziert und Prozesse im Backend wie zum Beispiel Metadaten-Management wird enorm vereinfacht.

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Artikel wurde zuletzt im Oktober 2015 aktualisiert

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