Kostendebatte neu: SAN vs. NAS mit Cloud-Optionen

Noch immer gilt: DAS ist günstig, SAN ist teuer; beide erfüllen Anforderungen an Enterprise-RZs nicht immer. Cloud und Virtualisierung können helfen.

Storage mag nicht mehr teuer sein, aber das Storage-Management ist es auf jeden Fall. Die Kosten für das Storage-Management können sich insgesamt auf bis zu viermal so teuer entpuppen wie der physische Storage pro Gigabyte, zumindest laut Gartner.

Allerdings können Rechenzentrumsadministratoren ihre Storage-Management-Kosten auf höchst unerwartete Weise senken. Generell meint man, in modernen Rechenzentren die Kosten durch einen Wechsel von Direct-Attached-Storage (DAS) zu Storage Area Network (SAN)-Installationen zu verringern. Das ist allerdings fragwürdig.

Vergleicht man DAS vs. NAS hinsichtlich des Managements, so ist SAN teurer und weitaus komplexer zu konfigurieren und verwalten als DAS. 

SANs verlangen erfahrene Administratoren, die jederzeit verfügbar sind, während ein DAS angeschlossen wird und läuft. Ein SAN-Administrator braucht ein hohes Schulungsniveau, um den Storage zu installieren und zu verwalten als es bei DAS erforderlich ist. In vielen Fällen reicht es aus, die DAS-Anforderungen damit abzudecken, dass man die Hardware erwirbt.

Häufig verwenden Unternehmen eine Mischung aus SAN-Equipment, so dass der Storage-Administrator sich mit all den Hersteller-Implementierungen auskennen sollte. Einige Firmen stellen sogar verschiedene Admins an, nur um eine spezifische Storage-Marke innerhalb dieses Mix zu verwalten.

Ist die Verwaltung nun günstiger im DAS- als im SAN-Umfeld? Ganz bestimmt. Aber günstiger bedeutet nicht zwangsläufig, dass DAS besser oder nützlicher ist. Muss der Admin aus Geschäftsgründen den Storage erweitern, kann das zu Komplikationen führen. Ohne vernünftiges und sinnvolles Management wird der zu verwaltende Storage früher oder später unbeherrschbar.

In einem Rechenzentrum lässt sich die Kapazität innerhalb eines SANs weitaus einfacher vergrößern als in einer DAS-Umgebung. Unkontrollierte Ressourcen, die sich nicht überblicken lassen, führen zu Storage-bedingten Problemen und ebenso zu Hürden beim Backup, das eigentlich dafür da ist Kapazitäten verfügbar zu halten.

Geht es nur um statische Storage-Implementierung und das Management, so ist ein SAN natürlich teurer als DAS. Aber SANs gewährleisten mehr Flexibilität, die ihren Preis durchaus wert ist.

DAS vs. SAN in der Zukunft

Mittelständische Unternehmen, die sich zwischen DAS und SAN entscheiden müssen, sehen sich einigen Problemen gegenüber. DAS ist ineffizient, SAN ist relativ kostenintensiv. Diese Firmen benötigen meist mehr Storage als DAS offerieren kann, allerdings verfügen sie nur über ein begrenztes IT-Budget, das eine SAN-Investition und die Folgekosten nicht abdecken kann. Diese Unternehmen müssen über den Tellerrand der DAS/SAN-Thematik hinausschauen.

Storage-on-Demand innerhalb einer Cloud-Umgebung kann eine Alternative sein: Erwirbt eine Firma Cloud-Storage, so muss sie diesen nicht administrieren. Der Provider übernimmt das Management und die Nachteile des Storage liegen nicht mehr vor. Das kann aber auch Probleme für einige Unternehmen mit sich bringen.

So gibt es nicht genügend Integration zwischen den unterschiedlichen SANs, was die Kosten treiben kann und die Komplexität des Storage-Managements erhöht. Die Firma könnte sich natürlich auf einen Hersteller als Standard-Storage-Anbieter einigen, um die SAN-Kosten zu minimieren, was aber recht unwahrscheinlich ist. 

Zwar ließen sich durch die Hardware nur eines Herstellers die Administration verschlanken, Schulungen vereinfachen und nur ein Management-Interface für alle Geräte nutzen, in der Realität sieht es aber anders aus. Oft existiert bereits zahlreiche Hardware unterschiedlicher Anbieter im Rechenzentrum und muss verwaltet werden. Selbst wenn man das RZ vereinheitlichte, würden immer wieder neue Management-Updates und Firmware-Versionen erscheinen, die den Administrator wieder in ein Dilemma bringen.

Die wirkliche Antwort für verringerte Management-Kosten kann Software-defined Storage sein. Hier wird die Hardware-Ebene von der Management-Ebene abstrahiert. Noch sind die SDS-Konzepte nicht wirklich komplett ausgegoren und Hersteller definieren SDS oft sehr unterschiedlich. 

Einige sehen spezifische Produkte wie Ceph von Inktank, GlusterFS von Red Hat oder selbst dedizierte File-Systeme in dieser Kategorie. RZ-Administratoren brauchen aber SDS-Lösungen, um ihren unterschiedlichen Storage-Komponenten über ein gemeinsames Interface verwalten zu können.

Virtualisierung ist ein Weg, um zum SDS-Ziel zu gelangen. Viele aktuelle Virtualisierungsplattformen integrieren die Speicher-Administration in die gesamte Data-Center-Management-Suite. Um dieses zentrale Interface nutzen zu können, muss jeder Storage-Hersteller bestimmte APIs zur Verfügung stellen, die ihr Produkt mit dem Management-Tool verbinden. Dieser Ansatz sorgt dafür, die Storage-Management-Kosten im Rechenzentrum zu senken.

Über den Autor: 
Sander van Vugt ist ein freiberuflicher Trainer und Consultant. Er ist Experte in den Bereichen Linux High Availability, Virtualisierung und Performance. Sander van Vugt war in mehreren Projekten involviert, die alle drei Gebiete vereinten. Weiterhin ist er der Autor einiger Bücher mit Linux als Thema. Dazu gehören Beginning the Linux Command Line,Beginning Ubuntu Server Administration und Pro Ubuntu Server Administration.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2015 aktualisiert

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