Kostenloses VMware VDP vereinfacht Backup – ist jedoch wenig skalierbar

Die Backup-Appliance VMware VDP ist kostenlos und lässt sich einfach installieren sowie konfigurieren. Die Skalierbarkeit ist jedoch limitiert.

VMwares Backup-Appliance hat sich in den vergangenen Jahren zu VMware VDP entwickelt und wird zusammen mit allen vSphere-Editionen ausgeliefert. Es hat sich mit dieser freien Appliance viel geändert und einige Administratoren von vSphere 5.1 können nun komplett auf die Backup-Software von Drittanbietern verzichten.

Viele vSphere-Administratoren sehen sich innerhalb des vSphere-Leistungsportfolios nicht nach einer Backup-Software um. In der Regel investieren Anwender in Backup-Software von Drittanbietern, ob diese nun speziell für virtuelle Infrastrukturen maßgeschneidert ist oder nicht. 

Die Backup-Appliance VMware VPD (vSphere Data Protection) feierte ihr Debüt mit vSphere 5.1 und Sie sollten möglicherweise einen genauen Blick darauf werfen. Die überarbeitete Backup-Appliance ersetzt VMwares alte Backup-Architektur komplett.

Auf den ersten Blick scheint die Backup-Option von vSphere identisch zu früheren Versionen zu sein: Es ist eine auf Linux basierende Appliance. Sie kann Backups von kompletten virtuellen Maschinen (VM) auf Festplatte realisieren. Außerdem können Sie virtuelle Maschinen oder individuelle Dateien wiederherstellen. 

Zu den technischen Funktionen gehören Daten-Deduplizierung und CBT (Changed Block Tracking). Im Gegensatz zur Vorgänger-Backup-Appliance, VMware Data Recovery, basiert VMware VDP auf EMCs Avamar-Technologie für Daten-Replikation. Das bringt enorme Stabilität und technische Reife im Vergleich zu früheren VMware-Backup-Optionen.

Mindestanforderungen für VMware VDP und Installation

Sie können sich jederzeit das Administrations-Handbuch für VMware VDP zu Gemüte führen, aber der Start mit der Software ist einfach. Administratoren können die vCenter-Linux-Appliance verwenden, sollten sie das bevorzugen. 

VMware vSphere Data Protection ist kostenlos und einfach zu konfigurieren. Warum setzen es dann nicht alle vSphere-Administratoren ein?

Die VDP-Appliance setzt lediglich VMware vCenter 5.1 voraus. Ihre vSphere-Server müssen Sie nicht unbedingt upgraden. Zum Beispiel ist VDP in der Lage, virtuelle Maschinen auf vSphere-4-Hosts zu sichern, solange Sie vCenter 5.1 verwenden.

Stellen Sie sicher, dass die DNS-Konfiguration (Domain Name System) inklusive Reverse-Lookup funktioniert. Weiterhin muss ein Eintrag für Ihre neue Appliance vorhanden sein. Laden Sie die VDP-Appliance bei VMware herunter und konfigurieren sie die Software mithilfe des vSphere-Clients. 

Tragen Sie eine IP-Adresse und andere Netzwerk-Details ein. Danach können Sie die VDP aktivieren. Im Anschluss öffnen Sie einen Web-Browser und greifen auf die Konfigurations-Seite wie folgt zu: https://<Ihre IP-Adresse>:8543/vdp-configure. Das Passwort für den root-Anwender der Appliance ist „changeme“.

Nach dem Anmelden fragt ein verständlicher Konfigurations-Assistent nach dem Hostnamen, DNS und einigen anderen Einstellungen für vCenter und VMware Single Sign-On Server. Sie müssen sich nicht an der Linux-Appliance anmelden. Die noch ausstehende Konfiguration erledigen Sie via eine Web-Schnittstelle oder mithilfe des vSphere-Web-Clients. Sollte es Probleme geben, können Sie sich an der Appliance anmelden, da diese auf SUSE Linux Enterprise Server (SLES) 11 basiert.

Backup und Wiederherstellung

Sie erstellen Backups und erledigen Wiederherstellungen mit VDP über den vSphere-Web-Client. Im Menü auf der linken Seite der Hauptansicht sehen Sie einen neuen Eintrag, der sich vSphere Data Protection nennt (Abbildung 1). 

Benutzen Sie den einfach zu verwendenden VDP-Assistenten, um zu bestimmen, wann und welche virtuellen Maschinen gesichert werden sollen. Dort konfigurieren Sie auch, wie oft die Software ein Backup durchführen soll. Definieren Sie die Vorhalte-Richtlinien, um zu bestimmen, wie lange Sie die Daten aufheben möchten. Dabei müssen Sie natürlich im Hinterkopf behalten, wie viel Platz auf Ihrer VDP-Appliance zur Verfügung steht.

Abbildung 1: Auf VMware VDP greifen Sie über das Hauptmenü des vSphere Web-Client zu.

Sollten Sie VMwares VDP einsetzen?

VMware vSphere Data Protection ist kostenlos und einfach zu konfigurieren. Weiterhin ist das Management der Backups simpel. Warum setzen es dann nicht alle vSphere-Administratoren ein? 

Der Hauptgrund dafür ist die limitierte Skalierbarkeit. In vCenter können Sie maximal zehn Backup-Appliances laufen lassen. Jede Appliance unterstützt das Backup von 100 virtuellen Maschinen. Rein rechnerisch wären 1.000 VM-Backups möglich. Sie sollten das System aber nicht bis ans Limit ausreizen. 

VDP ist in der Lage, einige Hundert virtuelle Maschinen in einer entsprechenden Umgebung zu sichern. Jede Appliance stellt maximal zwei TByte an dedupliziertem Storage zur Verfügung. Somit ist die Anzahl der virtuellen Maschinen begrenzt, die Sie auf den Backup-Medien speichern können.

Die VDP-Appliance erstellt Backups auf Festplatten. Wie aber werden nun die Backup-Appliance und die dazugehörigen Festplatten geschützt? Das übernehmen Sie. 

Sollte ein Desaster Ihre komplette Infrastruktur zerstören, brauchen Sie eine Kopie der Appliance, um die virtuellen Maschinen wiederherstellen zu können. Um eine Kopie zu erstellen, folgen Sie den Anweisungen in VMware VDP-Administrator-Handbuch. Sie fangen damit an, die Appliance herunterzufahren. Versichern Sie sich, dass die Appliance wirklich ausgeschaltet ist, bevor Sie mit Ihrer bevorzugten Sicherungsmethode fortfahren.

Um ein Backup zu erstellen, brauchen Sie ein weiteres Backup. Möglicherweise exportieren Sie die Appliance als eine Open-Virtualization-Format-Vorlage auf eine portable Festplatte, die Sie wiederum außerhalb des Firmen-Geländes lagern. Behalten Sie die zusätzlichen Security-Maßnahmen im Auge und stellen sicher, diese auch anzuwenden. Sie können auch eine weitere Backup-Applikation verwenden und auf Datenband sichern.

So lange Sie sich der Einschränkungen von VMware VDP bewusst sind, ist es eine echte Alternative, um Ihre vSphere-Umgebung angemessen zu sichern.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2014 aktualisiert

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