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Methoden für Disaster Recovery für Ihr Unternehmen: Cloud oder Traditionell

Welche Methode für Disaster Recovery in Ihrem Unternehmen am zweckmäßigsten ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Wie zeigen die Kriterien.

Dieser Artikel behandelt

Disaster Recovery

Katastrophale Zwischenfälle verlangen schnelle Reaktionen. Stundenlange Geschäftsausfälle wegen Feuer, Flut oder Ransomware sind nicht akzeptabel. Die Disaster-Recovery-Methoden, die noch vor zehn Jahren an der Tagesordnung waren, reichen heute nicht mehr aus.

In dieser Diskussion sollte man einen Unterschied machen zwischen wirklich veralteter Legacy-Software und moderner Standard-Software. Die modernen Pakete ermöglichen es alle, die Cloud in die Disaster-Recovery-Strategie einzubeziehen. Die Standardisierung sorgt für neue Optionen zum Schutz der Daten.

Eine gebräuchliche Disaster-Recovery-Methode ist die Konfiguration verschiedener Standorte zur Verarbeitung von Workloads. Der Gedanke dahinter ist, dass die Workloads weiter abgearbeitet und neu gestartet werden können, auch wenn ein Standort ausfällt. Das funktioniert gut, wenn die Standorte weit genug auseinanderliegen.

Das Problem mit dieser Methode verschiedener Standorte sind die Kosten. Es sind zusätzliche Plattformen nötig, und die Kosten können um 50 bis 100 Prozent ansteigen, je nachdem, ob nur kritische Inhalte oder der gesamte Datenstrom gespiegelt werden. Zudem müssen zusätzliche Mitarbeiter, Räume und so weiter bezahlt werden. Die Multi-Standort-Methode ist für gewöhnlich für ältere Systeme geeignet, die teilweise auf proprietären Technologien beruhen.

Backup auf Bandlaufwerke ist eine Alternative zu diesen traditionellen Systemen. Der Prozess ist nicht aufwendig, aber die Recovery-Zeiten können Stunden oder gar Tage betragen. Dies hängt davon ab, ob alternative Hardware verfügbar ist oder erst beschafft werden muss. Backup nicht auf Band, sondern in die Cloud ist auch mit moderner Software möglich.

Die meisten Anwendungen können in virtuellen Instanzen laufen. Die Inhouse-Cloud oder der Cluster kann dann die Instanzen in einer Public Cloud wiederherstellen.

Es gibt verschiedene Ansätze, um dies zu erreichen. Einer davon besteht in einer Cloud-Bursting-Umgebung. Dabei werden überschüssige Workloads automatisch in der Cloud geöffnet. Wir wollen auf die Probleme mit Datenplatzierung hier nicht näher angehen. Es genügt zu sagen, dass richtige Platzierung sehr wichtig für eine kurze Recovery Time Objective (RTO) ist.

Eine Alternative ist es, mit einem Endpoint-Backup-System eine Kopie der aktuellen Daten und Instanz-Images in der Public Cloud aufzubewahren. Sie können dann in einem Disaster-Recovery-Vorfall abgerufen werden. In der Public Cloud müssen aktive Instanzen nicht vorgehalten werden, weil sie binnen Minuten aufgebaut werden können und nur bei tatsächlicher Nutzung bezahlt werden müssen. Docker-Container können noch schneller als Hypervisor-Instanzen ausgerollt werden, was sich positiv auf die RTO auswirkt.

Da heutige Backup-Werkzeuge gut auf die Cloud abgestimmt sind, verlagert sich das Problem auf die Wiederherstellung und die ist keine triviale Aufgabe. Es ist nicht einfach sicherzustellen, dass sich die richtigen Daten am richtigen Ort befinden. Das ist vor allem so, wenn Administratoren das Problem nur einmal alle zehn Jahre angehen.

Übersicht über Disaster-Recovery-Methoden

Hier schlägt die Stunde von Disaster Recovery as a Service (DRaaS). Die Administratoren sollten sich fragen, ob sie sich mit all dieser Arbeit selber herumschlagen wollen oder ob sie nicht lieber Experten heranziehen. Das verursacht zwar Kosten, reduziert aber die Belastung des Teams. Außerdem können Ausfallzeiten sehr viel höhere Kosten verursachen als die Auftragsvergabe an ein kompetentes Systemhaus, das seinen Standort in der Nähe des Firmensitzes hat.

Es ist sorgfältige Kalkulation der Gesamtbetriebskosten (TCO) nötig, um herauszufinden, welche Methode am besten geeignet ist. Oft mag es vorkommen, dass nicht eine einzelne Methode die beste ist, sondern eine Mischung aus mehreren.

Cloud Backup ist in folgenden Fällen geeignet:

  1. Der Datenzugriff ist nicht dringend. Dieses Kriterium erfüllen kalte Daten sowie alle Workloads mit einem langen RTO-Fenster.
  2. Die Aufgabe, Instanzen oder Images wiederaufzubauen, ist nicht zu kompliziert.
  3. Die Administratoren haben Erfahrung in Sachen Disaster Recovery und beschäftigen sich mindestens alle sechs Monate mit diesem Problem.

DRaaS ist in folgenden Fällen die bessere Wahl:

  1. Die Administratoren sind Generalisten und haben wenig Erfahrung mit Disaster Recovery.
  2. Das RTO-Fenster ist kurz, etwa für Online Marketing.
  3. Die Struktur der Anwendungen und Infrastruktur ist kompliziert.

DRaaS kostet zunächst mehr, aber weil die Anbieter On-Demand-Instanzen nutzen können, sind deren Ausgaben gesunken und sie geben diese Vorteile an ihre Kunden weiter.

Moderne Backup/DR Software erleichtert es, ein Backup anzufertigen, sogar ein vollständiges Endpoint Backup. Die Entwickler legen viel Wert auf den Wiederherstellungsprozess. Die Recovery einzelner Knoten, Cluster oder Rechenzentren ist möglich. Die Benutzeroberflächen sind übersichtlich gestaltet und zeigen, wie verwandte Objekte im Wiederherstellungsprozess behandelt werden.

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Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

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