Planung eines Disaster-Recovery-Teams: Richtlinien für DR-Rollen und -Training

Die Planung, Prüfung, Erprobung und Umsetzung der Prozeduren bei DR und BC sollte eine wichtige Rolle im Unternehmen besetzen.

Dieser Artikel behandelt

Disaster Recovery

Mit der wachsenden Zahl von Industriestandards und technischen Zertifizierungen in den Bereichen Business Continuity (BC) und Disaster Recovery (DR) bilden sich auch immer mehr Best Practices heraus, die sich mit der Rolle des Disaster-Recovery-Teams beschäftigen, wenn es zur Disaster-Recovery-Planung kommt. Vom CIO über die IT-Abteilung bis hin zu den Betroffenen der einzelnen Abteilungen spielt eine Vielzahl von Personen eine wichtige Rolle bei der Planung, Prüfung, Erprobung und Umsetzung der Prozeduren bei Disaster Recovery und Business Continuity.

Die Rolle des Disaster-Recovery-Teams

Das Disaster-Recovery-Team ist das Herz jeder Bemühung um Disaster Recovery oder Business Continuity. Disaster-Recovery-Teams stehen meistens unter der Kontrolle des CIOs oder eines Senior-IT-Managers, in diesem Prozess auch als „Leiter des Recovery-Teams” bezeichnet. Die Verantwortung des Discovery-Team-Leiters umfasst die Koordination der Bemühungen seines Teams und die Sicherstellung, dass ein effizienter BC/DR-Plan in Kraft gesetzt wird.

Lassen Sie uns einen Blick auf die weiteren Rollen werfen, die für den Erfolg entscheidend sind:

  • Business Continuity/Disaster Recovery Planungs-Experte: Sofern der CIO oder der ausgewählte Projektmanager keine Spezialisten in der Planung von BC/DR sind, ist es eine gute Idee, eine Firma oder einen Berater zu engagieren, um deren Expertise, Anleitung, Vorschläge und technische Übersicht zu nutzen. 
    Dies stellt sicher, dass die in der Industrie üblichen Best Practices und Compliance-Anforderungen abgedeckt sind, Risiken korrekt eingeschätzt werden und die Ausgaben in einem sinnvollen Verhältnis zu den möglichen Verlusten und Forderungen stehen. Dabei handelt es sich um eine Aufgabe für einen Spezialisten. Sie ist dann nötig, wenn der Leiter des Teams nicht über das entsprechende Wissen verfügt.
  • Geschäftsbereiche und Abteilungen: Am Recovery-Team sollten Mitarbeiter aus allen Bereichen der Firma beteiligt werden. Gemeinsam legen sie dann jeweilige Schlüssel-Systeme, Services und Infrastrukturelemente fest, die sie für die Wiederherstellung des Geschäftsbetriebs benötigen. Sie müssen darüber hinaus die Ergebnisse der Recovery-Tests kontrollieren und prüfen, ob diese ihren Ansprüchen genügen (und mögliche Versäumnisse, Unterlassungen und Fehler erkennen und bei deren Beseitigung helfen) und sogenannte Recovery Time Objectives (RTOs) festlegen.
  • Netzwerk- und Infrastruktur-Abteilung: Mitarbeiter der IT-, TK- und Netzwerk-Infrastruktur-Abteilungen, die in der Lage sind, zu spezifizieren, welche Kommunikations- und Netzwerkstrukturen für die Wiederherstellung gebraucht werden, müssen an der Planung, Entwicklung und Prüfung des Business-Continuity- beziehungsweise des Disaster-Recovery-Plans und dessen Einführung beteiligt werden. Darüber hinaus müssen die entscheidenden Mitarbeiter (und ein jeweils gleichwertiger Ersatz) identifiziert und entsprechend eingebunden, geschult und für die Aufgaben, Prozesse und Anforderung bei der Wiederherstellung trainiert werden.
  • IT-System und Service-Abteilung: Qualifizierte Systemspezialisten, die dafür verantwortlich sind, die betroffenen Systeme und Services während des Recovery-Prozesses wieder in Betrieb zu nehmen, müssen ebenfalls an der Planung, Erstellung und Prüfung des Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Plans und dessen Einführung beteiligt werden. Besonders wichtige Mitarbeiter (und jeweilige Ersatzmänner) müssen identifiziert, einbezogen und geschult werden.
  • Sonstige Helfer: Trainer, Dokumentations- und Support-Mitarbeiter können ihr Fachwissen einbringen, wenn es um die Dokumentation der Business-Continuity-/Disaster-Recovery-Dokumente oder um das Training der Teammitglieder geht. Sie müssen verschiedene Dokumente, „How-Tos“ und Checklisten erstellen, mit denen die Teammitglieder ihre Ergebnisse prüfen und für die spätere Analyse dokumentieren können.

Es muss klar sein, dass auch für den Fall, dass sich ein Unternehmen entschließt, einen Großteil der Disaster-Recovery-Aufgaben auszulagern, die eigenen Mitarbeiter weiterhin geschult werden müssen, um im Fall der Fälle einspringen zu können und die Aufgaben bei der Prüfung, Bewertung und Implementierung zu übernehmen.

Schulung und Dokumentation bei der Disaster-Recovery- und Business-Continuity-Planung

Es existiert eine Vielzahl von Software-Produkten, die bei der Business-Continuity- und Disaster-Recovery-Planung helfen und sich darüber hinaus mit Themen wie Design, Dokumentation, Tests und Einführung beschäftigen. Diese werden zum Beispiel von Firmen wie Erlogix, Evergreen Data, Strohl Systems und TAMP Systems angeboten. Große Anbieter wie Microsoft, Hewlett-Packard (HP) und Marathon Technologies haben ebenfalls Lösungen im Bereich BC-/DR-Projekt- und Prozessmanagement im Portfolio.

Am Recovery-Team sollten Mitarbeiter aus allen Bereichen der Firma beteiligt werden.

Eine Unterstützung der Dokumentation spielt eine Schlüsselrolle bei diesen Lösungen, und Disaster-Recovery- sowie Business-Continuity-Vorlagen sind ebenfalls verfügbar. Diese enthalten Dokumentationsgerüste sowie Beispiele und Vorschläge für Inhalte und Details.

Der Schlüssel liegt einerseits im Bestreben, eine systematische Dokumentation zu erstellen, andererseits muss der Leiter des  Disaster-Recovery-Teams sicherstellen, dass alle Mitarbeiter einfachen Zugriff auf verständlich formulierte Anweisungen haben, wie im Falle eines tatsächlichen Notfalls zu verfahren ist. Dies bedeutet, dass die Dokumentation vollständig und auf dem aktuellen Stand ist, so dass die dort gemachten Angaben auch den tatsächlichen Gegebenheiten entsprechen. 

Projekte, die von spezialisierten Mitarbeitern dokumentiert worden sind, erreichen daher meistens die besten Ergebnisse. Daher sind die oben unter „Sonstige Helfer” beschrieben Mitarbeiter und deren Aufgaben weniger optional als vielmehr zwingend erforderlich.

Letztlich können die beteiligten Mitarbeiter, die die verschiedenen auf Business Continuity und Disaster Recovery bezogenen Funktionen ausfüllen müssen, ihre Aufgaben nicht vernünftig erledigen, wenn sie keine ausreichenden und zielgerichteten Schulungen erhalten. Im Idealfall schließt dies eine Reihe von gründlichen Einführungsschulungen für neue Mitglieder des Recovery-Teams ein, ergänzt um regelmäßige Auffrischungskurse und anschließende Tests oder praktische Übungen. Solche Schulungen werden oftmals intern entwickelt, sie können aber auch durch Kurse von externen Anbietern wie DRI International, Disaster Recovery Training Online und Mile2.com ergänzt werden.

Die richtige Planung vorausgesetzt, unterstützt von einer guten Dokumentation, How-Tos und Anleitungen für die beteiligten Mitarbeiter und einem umfassenden Bestand an Schulungsmaterial, werden die BC/DR-Bemühungen eine sehr gute Aussicht auf Erfolg haben. Der entscheidende Punkt ist die Bereitschaft, die Dinge richtig zu machen und sich im Anschluss daran mit dem gleichen Einsatz um die Implementierung, Dokumentation und Schulung, sowie die laufende Weiterentwicklung, Prüfung und Bewertung zu kümmern.

Über den Autor:
Ed Tittel arbeitet seit langem als freier Autor und Trainer und hat sich auf die Themen Netzwerke, Informationssicherheit und Markup Languages spezialisiert. Er schreibt für eine Vielzahl von TechTarget.com Webseiten und hat gerade die 4. Ausgabe seines Buches „The CISSP Study Guide for Sybex/Wiley“ (ISBN-13: 978-0470276886) fertig gestellt.

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Artikel wurde zuletzt im September 2014 aktualisiert

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