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Recovery-Methoden im Vergleich: Backups mounten vs. Recovery vom Backup

Das Image virtueller Maschinen zu mounten kann Zeit kosten. Man sollte einige Dinge beachten, bevor man sich für eine Recovery-Methode entscheidet.

Dieser Artikel behandelt

Disaster Recovery

Heutige Backup-Software gleicht nicht der veralteten File-Backup-Software. Backup-Software hat sich signifikant weiterentwickelt, um virtuelle Maschinen, Container, Cloud-Anwendungen, Webseiten und Endgeräte wie Laptops, Smartphones oder Tablets abzusichern.

Eine der derzeit beliebtesten Datensicherungsmethoden ist die Möglichkeit, das Image einer virtuellen oder physischen Maschine direkt auf dem Backup- oder Media-Server als VM zu mounten und in Betrieb zu nehmen. Das ändert herkömmliche Recovery-Prozesse auf System-Level, da nun Server in Minuten wieder hochgefahren werden können. Ein System muss nicht mehr auf neuer Hardware wiederhergestellt werden, um es wieder in Betrieb nehmen zu können.

Wann ist es sinnvoll ein Backup zu mounten anstatt ein Recovery von einem Backup durchzuführen?

Schwierigkeiten beim Mounten

Backups zu mounten und diese auf Media- oder Backup-Servern in Betrieb zu nehmen, verringert deutlich die Recovery Times Objectives (RTOs), aber die Technologie hat auch Einschränkungen. Diese Backups laufen in einem verringerten Modus, es sei denn es sind separate physische Hosts für diese Mounts vorhanden. Media- oder Backup-Server sind für Backups konzipiert und nicht für den Betrieb von Anwendungen. Unternehmen sollten sich folgende Fragen stellen, bevor sie sich für eine bestimmte Datensicherungsmethode entscheiden.

  • Wie oft fallen physische Hosts aus?
  • Reicht das Budget aus, um Media- und Backup-Server mit mehr Kapazitäten als gewohnt auszustatten (overprovisioning)?
  • Falls nicht, ist es tolerierbar für Anwendungen und deren Nutzer, das die Applikation in einem verringerten Modus läuft, während der physische Host ausgefallen ist?
  • Wie viel Verschlechterung der Applikation ist für Nutzer hinnehmbar?

Sind diese Fragen beantwortet, kommen viele IT-Verantwortliche zum Schluss, dass es gut ist, eine VM gleichzeitig mit den Backups auf dem Backup- oder Media-Server zu betreiben. Allerdings ist dies ein unrealistisches Szenario. Fällt ein physischer Host aus, so müssen mehr als nur eine VM auf dem Media- oder Backup-Server wiederhergestellt werden. Darüber hinaus sichern diese Server mehr als nur einen Hypervisor-Host sowie andere Hosts ohne Hypervisor. Sollten mehrere Hosts ausfallen, ist es wahrscheinlich, dass jeder Backup- oder Media-Server mehrere Dutzend VMs gleichzeitig mounten muss.

Mehrere Methoden für Recovery stehen zur Auswahl

Unternehmen müssen entscheiden, welche Recovery-Arten in ihrem Rechenzentrum sinnvoll sind. Es hat sich durch viele Analysen und Erfahrungen gezeigt, dass größtenteils Recoverys einzelner Files durchgeführt werden. Hier gibt es zwei Optionen, ein File wiederherzustellen:

  • Suchen Sie im Backup-Directory nach dem Zeitpunkt, von dem aus das File wiederhergestellt werden soll und führen Sie das Recovery durch. Ein Beispiel, wie dies aus Nutzerebene erfolgen kann, ist Apples Time Machine.
  • Ein Administrator mountet ein Point-in-Time-Image der Maschine, auf der das wiederherzustellende File abgelegt ist. Er lokalisiert und rekonstruiert das File. Diese Option ist ein wenig aufwendig, da zunächst das Image gemounted werden muss, bevor das File gefunden werden kann. Nach dem Recovery muss das Image wieder unmounted werden.

Generell benötigt man beide Recovery-Optionen. Es kann ziemlich beschwerlich sein, jedes Mal ein Image zu mounten, wenn ein File wiederhergestellt werden muss. Allerdings können File-Recoverys nicht annähernd die gleichen RTOs bieten wie das Mounten eines Images.

Am besten ist es, die Backup-Software für physische Host-Systeme und Hypervisor-Level-Recoverys zu mounten und File-Level-Restores durchzuführen. Dafür müssen die Ressourcen ausreichend geplant werden und ausgerüstet sein.

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Artikel wurde zuletzt im Februar 2016 aktualisiert

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