SAN-Backup: Unnötige Komplikationen bei Backups und Recovery im Storage Area Network vermeiden

Backups können im Storage Area Network durch das Verschieben von Daten kompliziert werden. Einfache Strategien vermeiden umständliches SAN-Backup.

Ein Verschieben Ihrer Daten bringt stets die Gefahr mit sich, dass Ihre Backup-Vorgänge komplizierter werden. Zudem müssen Sie höchstwahrscheinlich zu ungewöhnlichen Backup-Strategien greifen. In diesem Artikel werden die Ziele von Back-ups in SAN-Umgebungen sowie eine Reihe von Backup-Methoden für SANs erörtert, die Ihnen bei der Erreichung der Ziele helfen sollen.

Backup-Ziele

Bei der Planung von Back-ups für ein Storage Area Network sind zwei Hauptziele zu beachten. Das erste besteht in der Vermeidung eines Backup-Zeitfensters. Moderne Rechenzentren sollten Zugriff auf Daten und Anwendungen 24 Stunden pro Trag zur Verfügung stellen, was ein Backup-Fenster grundsätzlich inakzeptabel macht. Das zweite Ziel ist eine möglichst weit reichende Reduktion der Belastung Ihrer Netzwerk-Infrastruktur durch das Backup. Immerhin will man keine zusätzliche Last auf einem Server oder einer Netzwerk-Ressource erzeugen, die vielleicht ohnehin schon überlastet ist.

Es gibt eine Vielzahl von Topologien, die Ihnen bei Erreichung dieser Ziele helfen können. Vier der gebräuchlichsten davon werden im Folgenden vorgestellt.

Image-Kopien

Ein Image kann man sich am besten als ein gespiegeltes Laufwerk vorstellen. Mittels Spiegelung ist ein SAN in der Lage, ein Image von einer produktiven Platte anzufertigen und auf einer anderen Platte im selben Storage-Array zu speichern. Dieser Kopierprozess geschieht auf Hardware-Ebene – in den Erstellungsprozess des Images sind also keine Netzwerk-Server involviert. Leider bedeutet die Tatsache allerdings auch, dass das Erstellen von Images nicht von allen SANs unterstützt wird.

Images allein sind aber nicht unbedingt eine hinreichende Backup-Lösung. Der Grund dafür ist denkbar einfach: Der Ausfall eines Storage-Arrays kann sowohl die produktive Platte als auch jene mit dem Image beeinträchtigen. Deshalb können Images höchstens ein Baustein einer umfassenden Backup-Lösung sein. Für gewöhnlich wird eine traditionelle Sicherungssoftware dann dazu verwendet, ein Backup von der Platte mit dem Image zu erstellen. Auf diese Weise können Backups erstellt werden, ohne dass dies einen negativen Einfluss auf die Performance der produktiven Platte zur Folge hat.

Disk-to-Disk Backups

Eine weitere Möglichkeit, ein Storage Area Network zu sichern, sind Backups von Disk zu Disk. Die Aufzeichnung des Backups geschieht hier auf einer Platte statt auf ein Band. Im Falle eines SANs behandeln Disk-to-Disk Backups ein Storage-Array wie eine virtuelle Band-Bibliothek. Die Performance von Server-Festplatten ist fast immer besser als die von Band-Laufwerken. Die Verwendung einer virtuellen Band-Bibliothek ermöglicht daher grundsätzlich einen deutlich schnelleren Backup-Verlauf als bei einer physischen Band-Bibliothek.

Jedoch sind – ähnlich wie im Falle der Images – auch Disk-to-Disk Backups keineswegs schon eine perfekte Lösung, da sie ebenfalls durch Ausfälle des Storage-Arrays gefährdet sind. Deshalb werden Disk-basierte Backups normalerweise auf ein anderes Speichermedium geschrieben. Zum Beispiel praktizieren viele Organisationen etwas, das unter der Bezeichnung „Disk-to-Disk-to-Tape“ bekannt ist. Diese Architektur sieht das periodische Kopieren des Inhalts der virtuellen Band-Bibliothek auf ein physisches Band vor, das dann an anderer Stelle verwahrt werden kann. Eine weitere Architektur mit Namen Disk-to-Disk-to-Cloud erfreut sich ebenfalls zunehmender Beliebtheit. In diesem Fall wird der Inhalt der virtuellen Band-Bibliothek in ein Cloud-Storage kopiert.

Backups ohne Server

Eine weitere Option für das Backup eines Storage Area Networks sind die so genannten Serverless Backups, also Backups ohne Server. Wie schon der Name verrät, handelt es sich hier um eine Art der Sicherung, bei der die Daten nicht über einen Server laufen.

Es gibt verschiedene Varianten dieser speziellen Backup-Architektur. Eine der gebräuchlicheren verwendet ein Protokoll namens E-Copy, eine Erweiterung des SCSI-Protokolls. Für serverlose Backups dieser Art muss sowohl Ihre SAN-Hardware als auch Ihre Backup-Software E-Copy unterstützen.

Bei E-Copy fordert Ihre Backup-Software die Datenquelle dazu auf, die Daten über das SAN auf das Ziellaufwerk (für gewöhnlich eine Band-Bibliothek) zu kopieren. Auf diese Weise werden die Daten ohne Umweg direkt von der Quelle zum Ziel gesendet, der Backup-Server wird umgangen. Dies hilft dabei, den Backup-Prozess effizienter zu gestalten.

Backups ohne LAN

Die letzte Möglichkeit für SAN-Backups, die an dieser Stelle vorgestellt werden soll, sind Backups ohne LAN. Dabei handelt es sich um Backups, bei denen der Traffic isoliert auf dem SAN gehalten wird – ein Transfer über das Unternehmensnetzwerk entfällt. Dies unterscheidet sich vom Back-up ohne Server insofern, als letzteres die Anwendungsserver außen vor lässt. In einem Backup ohne LAN dagegen stellen die Anwendungsserver Backup-Agenten zur Verfügung und sind entsprechend am Sicherungsprozess beteiligt.

LAN-lose Backups bieten mehrere Vorteile: Zum einen muss das LAN nicht den Backup-Traffic aufnehmen. Der andere Vorteil besteht darin, dass die Daten ein SAN deutlich schneller passieren können als ein LAN, weil hier der Overhead durch TCP/IP entfällt.

Um eine Sicherung ohne LAN durchzuführen, benötigen Sie eine SAN-fähige Backup-Software. Die meisten großen Hersteller bieten in irgendeiner Form SAN-Unterstützung an. Sie brauchen zudem eine Band-Bibliothek (oder ein anderes Backup-Ziel), die direkt an Ihr SAN angebunden ist, außerdem muss Ihr Backup-Server mit dem SAN verbunden sein. Die Aufgabe des Backup-Servers ist die Kommunikation mit den übrigen Servern, die am SAN hängen, und die Steuerung der Abfolge im Backup-Prozess. Auf diese Weise findet der Backup-Prozess vollständig isoliert innerhalb des SAN statt. Dies sollte das Streaming Ihrer Daten zum Backup-Ziel deutlich schneller machen, als es über ein LAN möglich wäre.

Über den Autor: Brien M. Posey, MCSE, ist Inhaber eines Microsoft-MVP-Awards für Exchange Server, Windows Server und Internet Information Server (IIS). Posey hat unter anderem als CIO für eine US-weite Krankenhauskette gearbeitet und war für das Department of Information Management von Fort Knox verantwortlich. Seine persönliche Website finden Sie unter www.brienposey.com.

Artikel wurde zuletzt im Mai 2012 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über SAN-Management

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close