SSDs und die Cloud sorgen für Veränderungen beim Data-Tiering

Zum komplexen Thema Data-Tiering kommen nun SSDs und die Cloud. Durch die richtigen Maßnahmen profitieren das Data-Center und die Storage-Effizienz.

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Neue Storage-Optionen verwischen die einstigen Grenzen zwischen den verschiedenen Daten-Typen. Data-Tiering hat...

als ziemlich geradliniges Konzept angefangen. Nun ist ein verworrenes Knäuel daraus geworden. Deswegen könnten Unternehmen die Bereitstellung von Daten schwieriger finden.

Seit Jahren ist Data-Tiering eine angepriesene Strategie, weil bestimmte Daten-Gruppen für eine Firma unterschiedlich wertvoll sind. „Nicht alle Informationen müssen auf einem Mercedes-gleichen Storage-System residieren.“, sagte Henry Baltazar, Senior-Analyst bei Forrester Research. Das wirkt sich natürlich umgehend auf den Geldbeutel aus.

Storage-Tiers platzieren die wertvollsten und hinsichtlich Performance anspruchsvollsten Daten auf die teuersten Storage-Komponenten. Daten die weniger sensibel hinsichtlich des Faktors Zeit sind, wandern auf weniger kostspielige Hardware. Anstelle nur das Teuerste vom Teuren zu kaufen, mischen Firmen günstigere Alternativen unter.

Gebräuchlich sind drei Storage Tiers:

  • Tier 1 ist schnelles und teures Storage, wie zum Beispiel Fibre-Channel-Laufwerke. Diese Storage-Systeme werden oftmals für komplexe und wichtige Applikationen reserviert. Dazu gehören Datenbank-Management-Systeme. Weiterhin beinhalten Sie ausgeklügelte Skalierbarkeit und Funktionen hinsichtlich der Zuverlässigkeit.
  • Storage des Typs Tier 2 sind langsamere und weniger teure Festplatten-Systeme. Diese unterstützen in der Regel Applikationen wie zum Beispiel E-Mail. Firmen investieren in diesem Bereich weniger. Diese Daten müssen normalerweise nicht 24/7 (24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche – sprich immer) sofort verfügbar sein.
  • Tier 3 kümmert sich um Backup- und Wiederherstellungs-Systeme. Normalerweise nimmt man dafür kostengünstige Festplatten oder Datenbänder her. In diesem Bereich kann die Wiederherstellung von Informationen Stunden oder sogar Tage dauern.

Probleme mit Data-Tiering

Data-Tiering hat niemals wirklich den Durchbruch geschafft. „In der Realität sieht es so aus, dass weniger Firmen Data-Tiering eingesetzt haben, als den Herstellern lieb ist und das kommuniziert haben.“, sagte George Crump, Präsident des Consulting-Unternehmens Storage Switzerland.

Der Data-Tiering-Prozess erfordert von den IT-Abteilungen einiges an Vorarbeit. Unternehmen müssen den Wert ihrer Daten einschätzen, die Informations-Flüsse untersuchen und dann festlegen, welche Daten wohin gehören. Das kostet natürlich alles Zeit. Wegen der Dynamik im Business, müssen diese Einschätzungen in periodischen Abständen aktualisiert werden. Nehmen wir hierfür einen Zeitraum von sechs Monaten an. Das sind schlechte Nachrichten für die sowieso überlasteten Mitarbeiter des Data Centers.

Tiering-Storage zu realisieren erfordert außerdem viel Handarbeit. Das Zuweisen von Storage erfordert, viele Geräte anfassen zu müssen. Allerdings ändert sich das.

„Hersteller von Datenmigrations-Tools bieten heutzutage wesentlich ausgeklügeltere Produkte an, die wesentlich mehr Automatisierung als in der Vergangenheit zulassen.“, sagte Mark Peters, Senior-Analyst bei Enterprise Strategy Group. Somit reduziert sich die gesamte Zeit der Daten-Migration.

Automatisierung hat den Tiering-Prozess sicherlich einfacher gemacht. Allerdings verwaschen technische Fortschritte der jüngeren Vergangenheit die Grenzen der drei Tiers. „SSDs (Solid-state Drives) haben derzeit in den Unternehmen ein signifikantes Momentum.“, fügte Peters an.

Normalerweise sind SSDs im Top-Tier anzusiedeln, da deren Performance unglaublich hoch ist. Allerdings sind die Geräte teuer. Manchmal legen Sie den zehnfachen Preis verglichen mit anderen Storage-Produkten hin. Einige Firmen mischen SSDs mit anderen teuren und sehr schnellen Storage-Arrays, um den Kostenschock etwas zu lindern. Um mitzuteilen, wie kostenintensiv und hochwertig SSDs sind, werden Sie auch als Tier 0 oder Tier bezeichnet.

Die Clouds sind auf dem Vormarsch

„Mich hat es überrascht, dass SSDs plötzlich eine massive Rolle spielen in Sachen Archivierungs-, Backup- und Wiederherstellungs-Applikationen.“, sagte Baltazar. SSDs werden für Cloud-Storage benutzt, weil Unternehmen Bandbreiten-hungrige Medien sichern. Dazu gehören Bilder und Videos. Diese bringen traditionelle Backup-Storage-Lösungen an die Grenzen des Machbaren. Cloud-Storage-Anwender adaptieren diese Technologie außerdem, um den Geschwindigkeits-Ansprüchen der Firmen gerecht zu werden. Unternehmen lagern Informationen von den Büros in die Cloud aus.

Cloud-Computing hat einen nachhaltigen Effekt auf Data-Tiering. Unternehmen verwenden die Cloud immer häufiger als Tier-3-Option, um ihre Daten zu sichern und lassen günstigen physikalischen Storage außen vor.

Das Verhalten der Anwender vermasselt außerdem jedes noch so geschickt entworfene Data-Tiering. Mitarbeiter eröffnen Cloud-Konten und legen dort Firmen-Dokumente ab. „Immer mehr Unternehmen werden zur Ausgabe von Policies gezwungen, in welcher Form die Anwender Daten speichern dürfen.“, sagt Crump.

Firmen müssen bei der Planung von Storage ebenso Markt-Fluktuationen in Betracht ziehen. In den letzten Jahren sind die Preise für SSD im zweistelligen Bereich gefallen. Die ökonomischen Aspekte von Data-Tiering-Plänen könnten ziemlich schnell überholt sein.

Firmen haben bezüglich Storage in der heutigen Zeit mehr Auswahl als jemals zuvor. Es geht manchmal schon in die Richtung „die Qual der Wahl“. Um die richtigen Entscheidungen zu treffen, könnten Unternehmen Hilfe von außenstehenden Consulting-Firmen in Anspruch nehmen. Außerdem sind Mitarbeiter-Schulungen nie verkehrt.

Wenn Sie sich erst durch den Wust und von Tiers, SSD und Cloud-Evolution gebissen haben und Licht ins Dunkel kommt, erkennen Sie die vielen Vorteile für das Data Center in Sachen verbesserte Storage-Effizienz.

Artikel wurde zuletzt im Dezember 2013 aktualisiert

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