Scale Out NAS: Diese Optionen bietet der Markt heute

Durch stetig wachsende Mengen an Daten werden Scale-Out-Systeme als Speicher-Option beliebter. Besonders das Network-Attached Storage (NAS) wird immer populärer.

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Im Bereich Storage sind Scale-Out-Systeme mittlerweile eine beliebte Option bei schnell wachsenden Datenmengen....

Durch den rasanten Anstieg der Dateivolumen ist vor allem Network-Attached Storage (NAS) als Scale-Out-Storage sehr populär geworden. Scale-Out bezeichnet in diesem Zusammenhang meist geclusterte NAS-Systeme, die bei rechenintensiven Prozessen wie „Big Data“-Analysen und in großen Datei-Umgebungen zum Einsatz kommen.

Storage-Anbieter sind sich uneinig hinsichtlich der optimalen Architektur für ein Scale-Out-NAS-System. Unabhängig von dieser Diskussion haben sowohl die Platzhirsche wie auch viele kleinere Unternehmen mittlerweile Lösungen für dieses Segment vorgestellt. Die meisten Scale-Out-NAS-Systeme setzen auf eigene Geräteknoten mit Commodity-Servern oder proprietären Geräten. Wegen des steigenden Interesses an Scale-Out-Systemen haben zudem bekannte Hersteller wie Dell, EMC, Hewlett Packard (HP), Hitachi Data Systems (HDS) und NetApp Technologien für eigene Scale-Out-NAS-Produkte übernommen. IBM arbeitet noch an der Entwicklung einer eigenen Lösung und bietet vorerst die Technologie von NetApp als OEM-Version an.

Der Markt für Scale-Out NAS hat sich stark entwickelt: Handelte es sich anfangs um einen sehr technischen Bereich, bietet er heute Unternehmen die Möglichkeit zur Bewältigung der ausufernden Menge an nicht strukturierten Daten. Auch für Erweiterungen durch Server-Virtualisierung – aus verwaltungstechnischer Sicht für viele Administratoren ein Albtraum – finden sich hier zahlreiche Lösungen. Durch die Steigerung von Kapazität, Rechenleistung und Konnektivität sinkt die Gefahr, es bei der Provisionierung von Performance oder Kapazität zu übertreiben. Viele moderne Systeme verfügen zudem über erstklassige Funktionen für Daten-Services sowie verbesserten Datenschutz.

Sehen wir uns im Folgenden den Markt für Scale-Out Network-Attached Storage und die darin aktiven Anbieter an.

Die üblichen Verdächtigen im Bereich Scale Out NAS

Die Übernahme der Isilon Corp. durch EMC im November 2010 war mit einem Volumen von 2,25 Milliarden US-Dollar mit Sicherheit die größte Transaktion in der Branche. Isilon galt am damals relativ überschaubaren Markt als großer Fisch. Wie viele seiner Konkurrenten entschloss sich EMC zum Ankauf einer Scale-Out-Technologie und gegen eine Eigenentwicklung.

Angesichts der großen Vertriebsabteilung und dem Channel-Programm von EMC ist Isilon immer noch ein gewichtiger Faktor. „Isilon ist zweifellos die Nummer 1 im Markt für Scale-Out-Produkte“, sagt Arun Taneja, Consulting Analyst und Gründer der Taneja Group.

Laut Nick Kirsch, bei EMC Isilon Director of Product Management, wurde Isilon von Anfang an als Scale-Out-System konzipiert. Kirsch zufolge wurden andere herkömmliche Storage-File-Systeme einfach nur um zusätzliche Ebene für die gemeinsame Nutzung erweitert „Kunden legen in ihren Rechenzentren großen Wert auf Einfachheit“, führt Kirsch aus. „Sie suchen nach einem möglichst simplen Weg für das Scale-Out ihrer Storage-Umgebung – komplexe Lösungen haben da keinen Platz.“

NetApp sicherte sich den Zugriff auf Scale-out-NAS-Technologie durch die Übernahme von Spinnaker Networks Inc. im Februar 2004. Während EMC mit Isilon einen kompletten Geschäftsbereich samt Produktportfolio aufkaufte, erwarb NetApp mit Spinnaker nur geistiges Eigentum. Dieses wurde in NetApps Betriebssystem Data Ontap integriert, das auf seiner gesamten FAS Storage-Plattform zum Einsatz kommt. NetApp präsentierte 2007 seine ersten Produkte für Clustered Storage. Mit Version 8 seines Data Ontap Betriebssystems  verschmolzen die Scale-Out NAS-Funktionen von Data Ontap GX OS mit den Datenschutzfunktionen von Data Ontap 7G.

Dell hat seine Scale-Out-Technologie durch die Übernahme von Exanet im Februar 2010 bekommen. Das alte Exanet-Dateisystem wurde anschließend in Dell Fluid File-System umbenannt. Es ist in die PowerVault NX3500 und EqualLogic iSCSI Storage-Produkte von Dell integriert. Zudem arbeitet Dell an der Integration seines NAS-Dateisystems in seine Compellent Fibre Channel Storage-Area Network (FC SAN)-Plattform.

„Wir ergänzen unsere Storage-Produktreihe um einheitliche Funktionen“, erklärt Mike Davis, Director of Strategy Planning für die NAS von Dell. „So können wir ein physisches NAS-Gerät oder einen Cluster von NAS-Geräten einfach auf einem beliebigen SAN-Produkt als Basis aufsetzen.“

HP sicherte sich eine Scale-Out-NAS-Technologie mit der Übernahme des Start-ups Ibrix Inc im Jahr 2009. Die Technologie von Ibrix ist heute Bestandteil der HP-StorageWorksX9000 -Serie und bietet eine Skalierung bis zu 16 PB. HP hatte bereits durch die Übernahme von PolyServe Inc. in 2007 Software für geclusterte Datei-Server ins Haus geholt. Allerdings wurde die PolyServe-Technologie nach der Übernahme von Ibrix nicht mehr weiterentwickelt.

HDS übernahm seinen OEM-Partner BlueArc und dessen Scale-Out-NAS-Technologie im September 2011. Das Dateisystem SiliconFS von BlueArc unterstützt eine Gesamtkapazität von 16 PB und 4 Millionen Objekte pro Verzeichnis mit Storage Load Balancing und einem Toolset für die Virtualisierung. Die Serie Titan wurde für hochleistungsfähige Unternehmensanwendungen konzipiert, während sich die Produktreihe Mercury eher an mittlere Unternehmen richtet.

IBM hat ein Scale-Out-Network-Attached-Storage (SONAS) System im Angebot, das auf seinem General Parallel File System (GPFS) basiert. SONAS bietet Skalierbarkeit für bis zu 21 PB sowie 256 Dateisysteme und eignet sich für große Unternehmen sowie Cloud Provider. Laut dem Berater Taneja wird IBM seine Abhängigkeit von NetApp durch die Weiterentwicklung der Marke SONAS wahrscheinlich verringern.

Andere Hersteller konzentrieren sich auf vertikale Märkte

Diverse Anbieter von NAS-Systemen vertreiben ihre Lösungen in vertikalen Märkten wie High-Performance Computing (HPC), Energie mit Öl- und Gas-Unternehmen, Medien und Unterhaltung sowie wissenschaftliche Organisationen.

Panasas Inc. bedient mit seinem parallelen Storage-System ActiveStor Umgebungen für technisches Computing in Branchen wie Energieversorgung, Finanzdienstleistungen, Produktion sowie Forschung. Seine im Rack montierte Blade-Architektur umfasst geschlossene Gehäuse mit bis zu elf Storage- und Director-Nodes für Rechenleistung, Kapazität und Dateiverwaltung. Im Gehäuse befinden sich zudem bis zu zwei 10 Gigabit Ethernet Blade-Switches. ActiveStor speichert Dateien als Objekte und gewährleistet so Performance und Zuverlässigkeit.

DataDirect Networks (DDN) konzentriert sich mit seinen Produkten GridScaler und ExaScaler auf die Medien- und Unterhaltungsbranche sowie auf Cloud-Provider und Anbieter von Supercomputing. Im April 2011 präsentierte DDN seine mit mehreren Protokollen ausgestattete NAS-Scaler-Unternehmensplattform für eher mittelständische NAS-Unternehmungen. NAS Scaler unterstützt bis zu 16 Knoten und 2 PB nutzbare Kapazität pro Cluster. Zudem bietet die Lösung erweiterte Funktionen für Datenschutz, beispielsweise automatisches Storage-Tiering, Snapshots, Mirror Volumes und asynchrone Replikation.

Scale Computing zielt mit seinem Intelligent Clustered Operating System (ICOS) auf den Markt für mittlere Unternehmen. Die Produkte seiner S-Serie bieten Unified Storage für mittelgroße Umgebungen, die M-Serie ist für die Anforderungen hoch leistungsfähiger Datenbanken und Virtualisierung konzipiert. Die Datenschutz-Funktionen von ICOS umfassen Thin Provisioning, Snapshots und Copy-on-Write-Replikation per Fernzugriff.

Die StorNext Appliances von Quantum Corp. richten sich ebenfalls an Kunden aus der Medien- und Unterhaltungsbranche, HPC sowie vertikale Energieunternehmen. Die StorNext Q-Serie bietet Dual-active Controller und automatisches I/O-Pfad-Failover. Die unterschiedlichen Modelle der Q-Serie sind von 7,2 TB skalierbar bis zu einer Rohkapazität von mehr als 1 PB. 2011 erweiterte Quantum sein Angebot um eine StorNext Archive Enabled Library für mittlere Unternehmen, die mit einem ausufernden Wachstum großer Dateien zu kämpfen haben.

FileStore N8300 von Symantec Corp. ist ein skalierbares Clustered-NAS-System auf Basis des vom Unternehmen entwickelten Dateisystems Veritas Storage Foundation. FileStore unterstützt bis zu 16 active-active 2U- und 4U-Knoten sowie eine Gesamtkapazität von 1,4 TB. Zudem sind Enterprise Vault sowie die Clustered-File-Software in die Lösung integriert.

Die Red Hat Storage Software Appliance (SSA) nutzt die GlusterFS Open-Source Clustered NAS-Software von Gluster Inc., die Red Hat im Oktober 2011 für 136 Millionen US-Dollar erworben hatte. Die Software von Gluster kann auf physischen Standardservern und als virtuelle Appliance ausgeführt werden. Red Hat hat SSA bereits um sein Betriebssystem Red Hat Enterprise Linux (RHEL) erweitert. Dieses unterstützt die synchrone wie die asynchrone Replikation von Dateien.

Artikel wurde zuletzt im Februar 2012 aktualisiert

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