Sind konventionelle Disk-Backup-Lösungen mittlerweile zu langsam?

Viele Geschäftsanwendungen sind mittlerweile für Flash-basierte SSDs optimiert. Das Dilemma: Die Daten werden auf langsameren Festplatten gesichert.

Virtualisierte Server-Infrastrukturen haben jüngst von zwei Entwicklungen profitiert. Zunächst bietet die Integration von Flash als primärer Speicher eine schnellere Verarbeitung der Daten in virtualisierten Umgebungen. Viele Backup-Anwendungen können zudem die Daten virtueller Maschinen (VM) direkt von der Backup-Appliance wiederherstellen und starten. Obwohl diese beiden Entwicklungen nicht zusammenhängen, stehen sie doch im Konflikt zueinander.

Aufgrund von Flash-Speichern haben sich Anwender an die höhere Leistung gewöhnt. Wenn sie allerdings gezwungen sind, ihre virtualisierten Anwendungen von der Backup-Appliance zu starten, bemerken sie einen Leistungsunterschied, da diese nicht auf Flash basieren. Stattdessen kommen aus wirtschaftlichen Gründen langsamere Festplatten mit hoher Speicherkapazität zum Einsatz.

Dilemma für Betreiber von Rechenzentren

Gleichzeitig haben viele Softwareanbieter damit begonnen, ihre Anwendungen auf die schnelleren Speicherlösungen abzustimmen, um deren Vorteile zu nutzen. Sind die Business-Anwendungen einmal im Einklang mit SSDs konfiguriert, gibt es kein zurück. Aus Anwendersicht ist der Leistungsunterschied zwischen den verschiedenen Technologien nicht akzeptabel.

Die Betreiber der Data Center stehen also vor einem Dilemma: Sollen sie eine VM mit dem langsameren Festplatten-Storage oder doch mit SSD-basierten Systemen verwenden, die höhere Leistungen versprechen? Für sie stehen vor allem wirtschaftliche Faktoren im Vordergrund. Es ist zwar möglich, eine VM direkt aus dem Backup-Speicher zu starten. Doch welchen Sinn hat das, wenn die Geschwindigkeit hinterher hinkt? Auf der anderen Seite erlauben die Service-Level-Agreements (SLAs) keine längere Ausfallzeit für kritische Geschäftsanwendungen. Diese kann aber durchaus vorkommen, wenn eine abgestürzte VM wieder für die Produktionsumgebung zum Laufen gebracht werden muss.

Aus dem Cache booten

Um dieses Problem zu lösen, könnten Hersteller von Backup-Lösungen SSDs in ihre HDD-basierten Backup-Plattformen integrieren. Diese ließen sich für ein kurzfristiges Recovery verwenden. So würde eine betroffene VM und Geschäftsanwendung auf Speichereinheiten arbeiten, die der Produktionsumgebung ähnlich ist. Das erhöht die Leistung der Anwendung.

Darüber hinaus würde der Flash-Speicher nicht im passiven Status verharren und auf einen Job warten. Stattdessen könnte das Backup-System die Flash-Einheiten für die Speicherung von Metadaten verwenden, um Workloads zu verbessern. Dies würde die Suche im Backup-Katalog deutlich schneller machen und eine höhere Skalierungen erlauben.

Changed Block Recovery

Während die Installation eines Flash-Speichers in einem Backup-System widersprüchlich erscheint, ist er in der Realität unumgänglich. Der Leistungsabfall beim Betrieb aus dem Backup-Speicher ist zu groß, um noch praktikabel zu sein. Für relativ wenig Geld können Anwender ihre Kapazitäten für die Wiederherstellung von Daten und die Leistung ihrer Backup-Systeme deutlich verbessern.

Anwender, die bereits heute eine funktionierende Lösung suchen, können beispielsweise eine Software verwenden, die auf ein Changed Block Recovery setzt. So bieten Avamar von EMC und die in vmProtect verwendete Flashback-Technik von Acronis die Möglichkeit, Daten einzeln statt die komplette VM wiederherzustellen. Auf diese Weise wird das Recovery gestrafft und das Netzwerk geschont. Zwar besteht auch hier eine gewisse Ausfallzeit, diese ist aber deutlich kürzer als bei einer kompletten Wiederherstellung der VM.

Fazit

Recovery-Kapazitäten vor Ort können ein wertvolles Instrument zur Wiederherstellung einer virtuellen Umgebung sein. Der zunehmende Einsatz von SSDs für die Workloads der Virtuellen Maschinen reduziert gleichzeitig die Überlebensfähigkeit konventioneller HDD-basierter Systeme.

Bereits die Integration eines moderaten Anteils von SSD-Kapazitäten in das Backup-System würden den Plattformen eine Doppelfunktion geben. Es lässt sich als leistungsfähiges Backup-Archiv verwenden, das gleichzeitig ein Sicherungsspeicher für kritische Anwendungen ist. Alternativ können Unternehmen, die bereits kurzfristig ihre Ausfallzeiten reduzieren möchten, eine kombinierte Lösung aus Backup-Appliance und Software verwenden, die auf Changed Block Recovery setzt.

Artikel wurde zuletzt im Oktober 2013 aktualisiert

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