So führen Sie Datenmigrations-Projekte erfolgreich durch

Viele Datenmigrations-Projekte scheitern in der Praxis. Fünf Best Practices helfen Ihnen, Daten erfolgreich zu transferieren.

Unabhängig davon, auf welchem Storage-Medium Sie Ihre Unternehmensdaten speichern: Die Migration der Daten kann ein komplizierter Prozess sein. 

Laut Bloor Research, einem unabhängigen europäischen IT-Research und Marktforschungsunternehmen, führen über die Hälfte aller Datenmigrations-Projekte zu Kostenüberschreitungen oder Verzögerungen im Zeitplan. Und das, obwohl Unternehmen rund fünf Milliarden Dollar pro Jahr für die Datenmigration ausgeben.

Es gibt beispielsweise eine mittelständische Non-Profit-Organisation aus Boston (mit einer Handvoll über das Land verteilten Büros), die gleich mehrere Fehler bei der Datenmigration gemacht hat. Die Fehler passierten, als die Verantwortlichen ihre Bibliothek auf ein neues, umfassendes Open-Source-Bibliotheks-Management-System verlagerten. Das Unternehmen wollte sein altes und unflexibles proprietäres System aufgeben. Vor der Datenmigration wurde den Administratoren versichert, der Transfer wäre unkompliziert und recht einfach abzuwickeln.

Die meisten IT-Manager betrachten Datenmigration als Routinejob und widmen ihr kaum Aufmerksamkeit.

Mark Teter, Chief Technology Officer, Advanced Systems Group

Leider mussten die Verantwortlichen erfahren, dass Datenmigration nie so einfach ist, wie IT-Experten versprechen. Nach der Migration stellte sich heraus, dass beim Datentransfer häufige Fehler gemacht wurden. Beispielsweise wurde nicht genug Zeit für die Datenmigration eingeplant. 

Stattdessen wurden die Daten überstürzt transferiert, was zu Flüchtigkeitsfehlern führte – beispielsweise der Verwendung von falschen Trennzeichen zur Separierung der Datenelemente. Das war zwar einfach zu beheben, doch jeder Fehler kostete das Migrationsprojekt ein paar Tage zusätzlich.

Andere Fehler stellten sich als ernsthafter heraus. Zum Beispiel vergaßen die Verantwortlichen die verschiedenen Verwendungsmöglichkeiten ihrer Daten in dem neuen System zu durchdenken. Auch wollten sie doppelte Datensätze vor der Migration entfernen, doch das war aus Zeitgründen nicht mehr möglich. Dies hatte zur Folge, dass einige Daten mehrfach migriert wurden.

Allerdings hat das Unternehmen auch ein paar Dinge richtig gemacht. Nachdem eine erste Datenmenge migriert worden war, wurde diese beispielsweise getestet, bevor sie weiter verarbeitet wurde. „Die meisten IT-Manager betrachten Datenmigration als Routinejob und widmen ihr kaum Aufmerksamkeit", sagte Mark Teter, Chief Technology Officer beim Systemintegrator Advanced Systems Group. 

Grundsätzlich gibt es bei der Datenmigration drei Vorgehensweisen: Eine Organisation kann erstens einfach die Dateien von einem Volume auf ein anderes kopieren. Zweitens können Datenreplikations-Tools verwendet werden, wie EMC Symmetrix Remote Data Facility (SRDF), IBM Softek Transparent Data Migration Facility (TDMF) oder sogar ein nativer Volume-Manager des Hosts. Und drittens gibt es schließlich eine Vielzahl von Extract-Transform-Load (ETL) Tools, die helfen können, die Datenmigration stark zu vereinfachen.

Warum Datenmigrationen scheitern

Laut Teter können Datenmigrationen aus folgenden Gründen fehlschlagen:

• Der Kopiervorgang schlägt fehl.

• Der Server stürzt ab.

• Das Ziel-Storage-Gerät stürzt ab oder ist nicht mehr erreichbar.

• Ein kleineres Rechenzentrums-Problem tritt ein (Array Ausfall).

• Ein größeres Rechenzentrums-Problem tritt ein (Komplettausfall).

• Die Daten werden bei Start der Migration oder während der Migration beschädigt.

Teters größte Sorge bei der Datenmigration ist das Risiko für die Datenintegrität. „Organisationen sollten sich bemühen, die Datenintegrität während der gesamten Migration sicherzustellen. Andernfalls ist es sehr zweifelhaft, dass die Daten aktuell, richtig und vollständig sind", sagte er. Im schlimmsten Fall kann ein Unternehmen nicht einmal die letzte gültige Kopie ihrer Daten mit Sicherheit bestimmen.

Datenmigration: Fünf Best Practices

Um Daten während der Migration zu schützen, sollten Sie diese fünf Best Practices beachten:

1. Bestimmen und lokalisieren Sie zu Beginn die Daten, die Sie migrieren möchten. Versuchen Sie zu verstehen, welche Daten migriert werden, wo sie gespeichert sind, in welchem Datenformat sie vorliegen und in welcher Form sie an welchem Zielort ankommen sollen.

2. Extrahieren, bereinigen, transformieren und deduplizierenSie die Daten. Grundsätzlich können alle Daten Probleme hervorrufen. Verwenden Sie die Datenmigration als Chance, Ihre Daten zu bereinigen.

3. Transferieren Sie die Daten systematisch, indem Sie die Datenmigrationspolitik Ihres Unternehmens durchsetzen. Beschränken Sie die Datenmigrationen beispielsweise auf die Nachtstunden, wenn die Netzwerknutzung gering ist und Ihr Projekt nicht gestört wird.

4. Testen und validieren Sie. Testen Sie die migrierten Daten, um sicherzustellen, dass sie richtig sind und im erwarteten Format vorliegen. Ohne Prüfung und Validierung der migrierten Daten können Sie sich über deren Integrität nicht sicher sein.

5. Prüfen und dokumentieren Sie den Vorgang. Regularien und Compliances erfordern, dass Sie jede Phase des Datenmigrationsprozesses dokumentieren und ein Audit-Protokoll aufbewahren, aus dem hervorgeht, wer was mit welchen Daten wann gemacht hat.

Wie gut hat das Bostoner Unternehmen Teters Best Practices beachtet? Beim ersten Schritt wussten die Verantwortlichen zwar, woher die Daten kamen, aber machten sich keine Gedanken, in welcher Form sie die Daten an ihrem neuen Speicherort haben wollten. Sie versäumten es auch, ihre Quelldaten vollständig zu bereinigen, was erst deutlich wurde, als sie diese testeten. Und wenn die ersten beiden Schritte nicht richtig abgeschlossen werden, kommt es zwangsläufig zu einem Problem beim Migrationsprojekt.

Glücklicherweise half im Nachhinein ein solides Testverfahren, die Schwierigkeiten frühzeitig zu erkennen. Keiner der gemachten Fehler erwies sich als fatal; sie verlangsamten nur die Gesamtmigration und erhöhten die Kosten.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Facebook, Twitter und Google+!

Artikel wurde zuletzt im November 2014 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Data-Center-Storage

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close