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So integrieren Sie hyperkonvergente Systemen in hybride Cloud-Umgebungen

Hyperkonvergente Systeme sind auf hybride Clouds noch nicht abgestimmt und der Anwender muss Hand anlegen. Aber die Entwicklung geht voran.

Sind hyperkonvergente Systeme eine geeignete Plattform für eine Hybrid-Cloud-Umgebung? Aus zwei Gründen gibt es darauf keine eindeutige Antwort. Erstens entwickelt sich die Technologie rasant, und es gibt Anbieter, die an hybriden Cloud-Produkten arbeiten, die die speziellen Eigenschaften der Hyperkonvergenz für sich ausnutzen. Zweitens gibt es keine eindeutige Definition des Begriffs Hybrid Cloud.

Um die Unsicherheit und Komplexität um die hyperkonvergente Cloud zu verstehen, muss man verstehen, was hyperkonvergente Systeme eigentlich sind.

Einige nennen sie „Virtualisierung in der Box“. Ihre Grundidee besteht darin, dass ein Gesamtsystem aus Knoten besteht, die jeweils Storage-, Rechen- und Netzressourcen besitzen. Der Hersteller verbindet diese Ressourcen durch einen Hypervisor und eine Management-Schicht und zertifiziert das Gesamtpaket. Er garantiert, dass all die einzelnen Teile miteinander zusammenarbeiten.

Zunächst klingt es, als würde Hyperkonvergenz großartig für den Einsatz in der Hybrid Cloud taugen. Hybride Clouds bestehen aus privaten und öffentlichen Cloud-Ressourcen. Private Clouds basieren auf der Virtualisierung von Servern und Hyperkonvergenz wurde spezifisch entwickelt, um Server-Virtualisierung zu optimieren.

Einige Marktforscher behaupten, dass Private Cloud im Grunde nur eine andere Bezeichnung für Server-Virtualisierung ist. Legt man diese Definition zugrunde, eignen sich hyperkonvergente Cloud-Systeme besonders gut als Private-Cloud-Plattformen. Allerdings ist eine andere Definition von Private Clouds weiter verbreitet. Danach bieten sie Server-Virtualisierung, kombiniert mit einer sie überlagernden Selbstbedienungs-Schicht. Mit dieser Selbstbedienungsschicht können berechtigte Anwender selbst mit Hilfe vordefinierter Templates virtuelle Maschinen einrichten. Außerdem kann diese Schicht weitere Funktionen bereitstellen, zum Beispiel Kostenabrechnung oder Kapazitätsprognosen.

Das Problem beim Aufbau dieses Typs von Private Cloud auf Basis hyperkonvergenter Systeme besteht darin, dass hyperkonvergente Systeme, ob sie nun in einer hyperkonvergenten Cloud oder beim Anwender eingesetzt werden, ihre eigene Management-Schicht mitbringen. Sie ist im Allgemeinen vorkonfiguriert und relativ unflexibel in der Handhabung.

Hyperkonvergente Systeme und das Modell der Hybrid Cloud

Das bedeutet nicht, dass hyperkonvergente Systeme nicht verwendet werden können, um eine Private Cloud aufzubauen. Vielmehr machen es einige Hersteller einfacher als andere, eine Private Cloud mit ihren hyperkonvergenten Systemen zu bauen. Wie einfach sich eine Private Cloud aus einem hyperkonvergenten System aufbauen lässt, hängt davon ab, ob die Private-Cloud-Software vom Hypervisor-Anbieter stammt oder von einem externen Anbieter kommt. Zusätzlich wirkt sich auch der Umfang aus, in dem der Anbieter des hyperkonvergenten Systems es den Anwendern ermöglicht, die Management-Schicht nach ihren Bedürfnissen zu konfigurieren.

Auch Public Clouds spielen im Hybrid-Cloud-Modell eine Rolle. Meistens basiert die Public-Cloud-Seite der Hybrid Cloud auf Infrastruktur, die als Service bereitgestellt wird. Bekannte Beispiele sind Amazon EC2 oder Microsoft Azure. Diese Ressourcen an ein hyperkonvergentes System beim Anwender anzubinden, funktioniert relativ einfach.

Bei Microsoft Azure muss zunächst der Domain-Name der Organisation in der Azure-Cloud registriert werden. Dazu setzt man ein Azure Active Directory auf und baut ein virtuelles Netz auf, das beide Umgebungen umfasst. Dann können Anwender nahtlos Ressourcen vor Ort und in der Public Cloud ansprechen. Gleichzeitig lassen sich auch Workloads zwischen dem lokalen Rechenzentrum und der Public Cloud migrieren. Die Konfiguration der Public Cloud funktioniert gleich, unabhängig davon, ob nun im Rechenzentrum hyperkonvergente Systeme stehen oder nicht.

Es gibt gegenwärtig wenige Hersteller hyperkonvergenter Systeme, die ihre Lösungen speziell als hyperkonvergente Cloud für den Einsatz als Private oder Hybrid Cloud entwickeln. Diese Idee gewinnt aber Freunde. Dell EMC, Hewlett Packard Enterprise und Nutanix beispielsweise arbeiten mit Microsoft daran, eine hybride Version des Azure Cloud Platform System zu entwickeln, die auf einer Referenzarchitektur für hybride Clouds basieren wird – im Grunde also ein Entwurf für ein hyperkonvergentes System.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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