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So können Sie die hybride Cloud als Storage Tier einsetzen

Neue Cloud-Technologien ermöglichen das automatische Verschieben zwischen Storage-Schichten (Tiers) und die Nutzung der Cloud als Storage Tier.

Dieser Artikel behandelt

Public Cloud

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Public Cloud Computing setzt Anwender und IT-Abteilungen in die Lage, Anwendungen ohne Kapitalinvestitionen in Hardware auszurollen.

Während Storage einen wachsenden Anteil der On-Premise-Budgets einnimmt, liefert Storage in der Public Cloud eine Möglichkeit, Speicherkosten als Betriebskosten statt als Kapitalausgaben abzusetzen.

Wenn man so vorgeht, kann man eine hybride Architektur für Cloud-Storage schaffen, in der Daten an verschiedenen Orten abgelegt werden – On- und Off-Site und zum jeweils günstigsten Preis.

Die Provider für Public Cloud bieten verschiedene Storage-Optionen an, die einen Teil einer hybriden Cloud-Storage-Architektur bilden können.

Dazu gehört unstrukturierte, „rohe“ Speicherkapazität in der Form von Objekt-Storage, File- und Block-Services. In der Regel kann auf die Objekt-Speicherplattformen lokal in der Cloud oder entfernt vom On-Premise-Rechenzentrum zugegriffen werden. Auf Block- und File-Angebote wird gewöhnlich nur über Public-Compute-Instanzen zugegriffen.

Ferner bieten Cloud-Provider eine Reihe von strukturierten Produkten, die den Anwendern Datenbankschnittstellen zur Verfügung stellen. Diese sind entweder proprietär oder mit traditionellen SQL- oder NoSQL-Datenbanken (Structured Query Language und Non-relational Structured Query Language) kompatibel. Wir werden in diesem Artikel nicht auf die strukturierten Produkte, sondern auf die Nutzung der unstrukturierten Speicherangebote eingehen.

Es stellt sich also die Frage, wie die IT-Abteilungen eine hybride Cloud-Strategie entwickeln können.

Zugangswege für die hybride Cloud

Public Cloud Storage wird in der Regel auf zwei Wegen angeboten: entweder über das Internet oder das private Wide Area Network (WAN), bei einem Cloud-Provider oder über Public Cloud Services.

Der entfernte Datenzugang zwischen On-Premise Anwendungen und Public Cloud Storage zieht erhöhte Latenzen nach sich und macht wegen der Auswirkung auf die Geschwindigkeit der Anwendungen den direkten Zugang zu File oder Block Storage nicht gerade einfach. Wir werden später noch auf Lösungen für dieses Problem eingehen.

Vergleichsweise ist Objekt Storage weniger durch Latenzen betroffen, hängt aber mehr von der Bandbreite ab, was für einen WAN-Zugang spricht.

Objekt-Speicher in der Public Cloud ist zu einem perfekten Speicherziel für Backups und Archive geworden, wobei viele Dienstleister Cloud-Konnektoren für bestehende Angebote zur Verfügung stellen. Objekt-Speicher bieten praktisch unbegrenzte Wachstumsmöglichkeiten für die Kapazität – bei hoher Lebensdauer und vernünftigen Zugangszeiten.

Das Daten-Management bleibt beim Backup- und Archivsystem, das zum Beispiel für abgelaufene Daten verantwortlich ist, wenn kein Backup mehr nötig ist.

Verschiedene Speicherstufen

Data Tiering kann durch das Backup-System implementiert werden oder über eine Cloud-Plattform. Die Objekt-Plattform Amazon Web Services Simple Storage Services (S3) erlaubt zum Beispiel das automatische Verschieben von älter werdenden Daten von einer Zugangsstufe (Tier) zur anderen und schließlich zu der langfristigen Aufbewahrung mit Glacier. Jeder dieser Schritte reduziert die Speicherkosten zu Lasten längerer Zugangszeiten.

Objekt-Speicher müssen nicht nur für Backup und Archiv eingesetzt werden. Man kann sie auch für primäre Daten benutzen, einschließlich aller unstrukturierten Daten wie Dateien, Bilder und sonstige Medien. Dies bedeutet, dass man Anwendungen wie kundenorientierte Webseiten On-Premise speichern kann, wobei Medien direkt aus der Cloud zum Einsatz kommen. Und dies erspart der IT-Abteilung Ausgaben bei Storage-Hardware, kann aber Zugangskosten nach sich ziehen, außer wenn die Daten sind über ein Frontend-Cloud-Netzwerk erreichbar sind.

Bei Objekt-Speicher sollte man besonders auf die Kosten achten, die anfallen, je nachdem, wo sie gespeichert werden. Cloud Provider berechnen die Kosten in der Regel auf der Basis der anfallenden Terabytes pro Monat sowie einem zusätzlichen Betrag für den Zugang über das Netzwerk. Für das Laden von Daten in den Objekt-Speicher fallen im Allgemeinen keine Netzwerkkosten an, aber wenn man von außen auf sie zugreift, verlangen die Provider Gebühren dafür.

Zusätzlich verlangen die Provider Extragebühren pro Terabyte für die Speicherung von logischen Daten, selbst wenn diese Daten besonders komprimiert oder dedupliziert sind. Hier helfen Software-Produkte wie StorReduce, die die Daten vor der Speicherung in einem Objekt-Store deduplizieren und damit die Menge der zu speichernden Daten deutlich reduzieren – was gerade bei sehr redundanten Datensätzen wie Backups von Nutzen ist.

Cloud-Gateways und -Appliances

Der Einsatz von Cloud Storage bedeutet, dass die Anwendungsdaten in der einen oder anderen Form auf die Plattform gelangen. Es gibt eine ganze Reihe von Produkten mit Gateways für Cloud Storage sowie Appliances, die standardmäßig mit Cloud Storage arbeiten.

Nasuni bietet Hardware und eine NAS-Appliance (Virtual Network Attached Storage) an, die Public Cloud Storage benutzen. Die Appliance hält aktive Daten lokal im Cache vor und verschiebt inaktive Daten in die Public Cloud.

Panzura bietet ebenfalls eine globale Plattform für „Cloud NAS“ an, die Public Cloud Storage einsetzt. Aktive Daten werden lokal im Cache von jeder Appliance zwischengespeichert. Globales File Locking kümmert sich um die Datenintegrität über längere Distanzen hinweg.

Microsoft kaufte 2012 StorSimple und benutzt deren Technologie als Gateway, um Daten in die Public Cloud Azure zu migrieren. Die Daten werden lokal als iSCSI-Volumes dargestellt und dann in Azure Blob Storage gespeichert.

AWS bietet sein eigenes Speicher-Gateway an. Die Gateway-Software erlaubt es, File-, Block- oder Tape-Daten in S3 zu speichern.

Dell EMC erwarb 2014 TwinStrata und benutzte deren Technologie, um CloudArray zu entwickeln, eine Appliance, mit dem man Block- und File-Daten in der Public Cloud speichern kann. CloudArray ist Bestandteil der Produkte VMAX, VPLEX und VxRAIL von Dell EMC.

Anwendungen in der Cloud laufen lassen

Die bisherige Diskussion hat sich darauf konzentriert, die Public Cloud als Backend-Storage für On-Premise Anwendungen zu benutzen. Aber wie sieht es aus, wenn man das Computing in der Cloud und Storage als On-Premise Einrichtung laufen lassen möchte?

Daten zu oder von der Public Cloud zu bewegen, ist keine triviale Angelegenheit und kann zu Anwendungsausfällen führen, wenn auf die Datenintegrität Wert gelegt wird. Es gibt Produkte auf dem Markt, die mit diesen Problemen zurechtkommen und die On-Premise Daten und Applikationen in die Public Cloud ausweiten.

Avere Systems verfügt über eine Reihe von NAS Caching Services, die vFXT, einen virtuellen Filer, der auf AWS läuft, sowie Google Compute Platform oder Microsoft Azure einschließen. In der Tat ist vFXT in der Lage, einen Cache für On-Premise Daten in der Cloud einzurichten, so dass Cloud-basierte Anwendungen auf On-Premise Daten zugreifen können.

Velostrata bietet ein Produkt an, das den Zugang für On-Premise Daten zu einer Caching Appliance in der Cloud erweitert. Virtuelle Maschinen, die On-Site laufen, können für Disaster-Recovery- oder Kapazitätsplanungsaufgaben in die Public Cloud migriert werden.

VMware führte vor kurzem mit der Cross Cloud Architecture eine neue Plattform ein, mit der Anwendungen, die On-Premise laufen, in die Public Cloud migriert werden können. Dies wird erreicht, indem der Netzwerk-Layer zwischen verschiedenen Standorten ausgedehnt wird. Obwohl dies nicht direkt ein hybrides Cloud-Storage-Produkt ist, liefert es dennoch die Fähigkeit, Anwendungen und Daten zwischen verschiedenen Standorten zu bewegen.

Appliances für Cloud Storage

Schließlich sollen noch die Virtual Storage Appliances erwähnt werden, die in der Public Cloud laufen.

Auf diesem Gebiet haben die Array-Lieferanten ihre bestehenden Hardware- oder Softwareangebote genommen und sie so geändert, dass sie für den Einsatz bei Public Providern wie AWS taugen. Der Vorteil dieser Services besteht darin, dass sie ein Standard-Interface für das Verschieben von Daten zwischen On-Premise und Public Clouds bereitstellen, indem bestehende Replikationstechnologien benutzt werden.

Diese Produkte könnten zum Beispiel für Test- und Entwicklungsaufgaben in der Cloud benutzt werden, die auf kopierten Daten aus dem Rechenzentrum beruhen.

NetApp bietet zum Beispiel gegenwärtig Data ONTAP für AWS und Azure an. Das Unternehmen entwickelt ferner „Data Fabric“, eine Strategie und eine Suite von Tools, mit der man Zugang zu Daten von verschiedenen Standorten und Plattformen aus bekommt.

Taktischer Storage

Es gibt inzwischen eine große Bandbreite an Möglichkeiten, auf Public Cloud Storage zuzugreifen. Gegenwärtig sind die meisten von ihnen herstellerspezifisch und basieren darauf, Daten in proprietären Formaten zu speichern.

Noch fehlt ein einheitlicher Datenstandard, mit dem Daten sowohl auf On-Premise und Public-Produkten existieren könnten.

Hybride Storage Clouds werden deshalb für die meisten IT-Abteilungen mehr eine taktische als eine strategische Entscheidung sein. Zweifellos wird die Produktentwicklung eine konsistentere Sicht auf Speicher bringen, unabhängig vom jeweiligen physikalischen Standort.

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Artikel wurde zuletzt im März 2017 aktualisiert

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