So konfigurieren Sie mit virsh den Storage virtueller Maschinen

Wer schnell und auf direktem Weg VM-Storage verwalten will, kommt an Kommandozeilen-Tools nicht vorbei. Wir stellen virsh für Linux-Maschinen vor.

Wenn Sie sich am Anfang Ihres Virtualisierungs-Projekts befinden, ist ein grafisches Tool wie zum Beispiel Virtual Machine Manager großartig. Es wird Ihnen gute Dienste leisten, weil es einfach zu benutzen ist und alle benötigten Optionen zur Verfügung stellt. Für fortgeschrittene Administration bietet die virsh-Shell aber sogar noch mehr Optionen.

Es gibt viele verschiedene Management-Aufgaben, die man damit in Bezug auf Storage-Geräte erledigen kann. Zu Beginn müssen Sie den virtuellen Maschinen (VM) natürlich erst einmal Storage zuweisen. Während Sie sich dieser Aufgabe widmen, können Sie die entsprechenden Geräte-Eigenschaften an Ihre individuellen Bedürfnisse anpassen. Um kompletten Zugriff auf die Geräte Ihrer virtuellen Maschinen zu erlangen, verwenden Sie den Befehl virsh edit. Ein Beispiel für eine entsprechende VM wäre virsh edit node1. Somit bekommen Sie die komplette Konfiguration der virtuellen Maschine als XML ausgegeben. In der nachfolgenden Code-Auflistung sehen Sie, wie die Ausgabe einer Festplatte-Konfiguration aussehen könnte.

Auflistung 1: Festplatten-Konfiguration, wie Sie es mithilfe von virsh edit sehen.

<devices>
   <emulator>/usr/bin/qemu-kvm</emulator>
   <disk type='block' device='disk'>
     <driver name='qemu' type='raw'/>
     <source dev='/dev/vgvms/lvonenodecluster'/>
     <target dev='vda' bus='virtio'/>
     <address type='pci' domain='0x0000' bus='0x00' slot='0x04' function='0x0'/>
   </disk>
   <disk type='block' device='disk'>
     <driver name='qemu' type='raw'/>
     <source dev='/dev/vgvms/drbdn1'/>
     <target dev='vdb' bus='virtio'/>
     <address type='pci' domain='0x0000' bus='0x00' slot='0x06' function='0x0'/>
   </disk>
   <disk type='file' device='cdrom'>
     <driver name='qemu' type='raw'/>
     <source file='/isos/sles11sp364.iso'/>
     <target dev='hda' bus='ide'/>
     <readonly/>
     <address type='drive' controller='0' bus='0' target='0' unit='0'/>
   </disk>

Über diese Schnittstelle eine Festplatte hinzuzufügen ist relativ einfach. Zunächst einmal müssen Sie einen Festplatten-Typ definieren. In einer typischen Konfiguration wird das eine Disk des Typs Block sein. Diese Angabe würde auf ein Block-Gerät auf dem KVM-Host verweisen, das als Storage-Backend für Ihre Festplatte dient. Eine weitere häufig benutzte Option ist der Festplatten-Typ File. Hiermit ist alles gemeint, was eine Datei als Storage-Backend zur Grundlage hat. Denken Sie zum Beispiel an eine so genannte Sparse- oder eine ISO-Datei für ein CD-ROM.

Nachdem Sie den Festplatten-Typ definiert haben, müssen Sie die Art des Gerätes bestimmen, auf das die virtuelle Maschine zugreift. An dieser Stelle spezifizieren Sie den benutzten Treiber und Gerätetyp innerhalb des Treibers. Für Festplatten-Zugriffe mit KVM bietet der QEMU-Treiber Raw-Zugriff auf das darunterliegende Storage-Backend auf Host-Ebene an. Nach der Treiber-Spezifikation können Sie ein Cache-Attribut angeben, um festzulegen, wo sich das Caching abspielen soll. An dieser Stelle haben Sie mehrere Optionen: none, writethrough, writeback, directsync und unsafe. Mit allen diesen Parametern können Sie festlegen, wie das Caching zwischen KVM-Host und der virtuellen Maschine synchronisiert werden soll. Die beste Performance erzielen Sie allerdings, wenn Sie das Caching auf dem Host komplett deaktivieren. Das geschieht mit der Option: cache=none.

Danach muss noch die Quelle festgelegt werden, die für das Gerät benutzt werden soll. Wenn als Festplatten-Typ Block angegeben wurde, dann ist die Quelle ein Device („dev“). Bei der Konfiguration des Festplatten-Typs als File handelt es sich bei der Quelle entsprechend um eine Datei.

Als nächsten Schritt geben Sie ein Ziel an. Das spezifiziert, welchen Typ an Hardware das virtuelle Gerät erkennt. Bei Festplatten sind das in der Regel vd-Geräte. Die erste Festplatte wäre zum Beispiel vda, die zweite vdb und so weiter. KVM verwendet den virtio-Bus, der direkten und nicht-emulierten Zugriff auf die Festplatten-Geräte aus der virtuellen Maschine heraus erlaubt. Das garantiert beim Zugriff auf das Gerät einen minimalen Overhead. Andere Peripherie-Geräte wie zum Beispiel optische Laufwerke verwenden in der Regel den IDE-Bus. Andere Bus-Systeme wie SCSI lassen sich aber natürlich ebenso benutzen. Sollte ein Gerät ganz spezielle Eigenschaften benötigen, können Sie diese in einer separaten Zeile hinterlegen. In der Beispiel-Auflistung weiter oben sehen Sie, dass das CD-ROM-Gerät als readonly hinterlegt ist. Für ein auf einem ISO-Abbild basierendes Gerät ist das natürlich sinnvoll.

Die letzte Zeile in der Konfiguration spezifiziert die Adresse des Gerätes innerhalb der virtuellen Maschine. Als Administrator können Sie diese Zeile einfach auslassen. Beim ersten Neustart der virtuellen Maschine, die dieses Gerät benutzt, wird sie automatisch angefügt.

Nachdem Sie die Geräte-Eigenschaften spezifiziert haben, starten Sie die virtuelle Maschine neu. Die aktualisierte Konfiguration wird somit automatisch erkannt. Weiterhin generiert die Software die Konfigurations-Zeilen automatisch, die für den Zugriff auf das neue Gerät notwendig sind.

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Artikel wurde zuletzt im Mai 2014 aktualisiert

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