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So machen Sie keine Fehler bei der Implementierung von Cloud Storage

Beim Aufbau von Hybrid Cloud Storage gilt es, Fehler zu vermeiden. Richtige Planung ist sehr wichtig und Vor- und Nachteile müssen abgewogen werden.

Unternehmen, die sich auf die Installation einer hybriden Cloud nicht ausreichend vorbereiten, können schwere Fehler machen. Nur genaue Planung und das Verständnis der Herausforderungen, die mit hybriden Clouds verbunden sind, schützen vor unliebsamen Zwischenfällen.

Hybrid Cloud Storage wird immer beliebter, aber Unternehmen, die solche Lösungen nutzen möchten, sollten sich bei der Implementierung vor einigen potentiell sehr teuren Fehlern hüten.

Hybride Clouds können die Kapitalkosten stark senken, weil sie die Menge der im Unternehmen benötigten Ressourcen für Hardware, Software und Infrastruktur verringern können. Dadurch sinken auch die Betriebskosten für die On-Premise-Infrastruktur. Eine hybride Storageinfrastruktur kann die Datenmenge, die in der Public Cloud gespeichert wird, signifikant senken, weil die Daten beim Kunden dedupliziert und komprimiert werden, bevor sie in die Cloud wandern. Dadurch, dass weniger Daten in der Public Cloud gespeichert werden, reduzieren sich natürlich auch die monatlichen Kosten.

Unglücklicherweise können IT-Abteilungen bei der Implementierung einer Hybrid Cloud zwei kostspielige und folgenreiche Fehler begehen: Sie können die falsche Art von Cloud Storage auswählen und ungeeignete On-Premise-Storage einsetzen.

Die Auswahl der falschen Public Cloud

Der erste häufige Fehler während einer Hybrid-Cloud-Implementierung ist die Auswahl ungeeigneter Public-Cloud-Storage. Es gibt in der Public Cloud sechs Storage-Typen:

  • Block Storage, also lokal eingebettete Disk- oder SAN-Storage für Anwendungen in der Cloud, die mehr Leistung brauchen,
  • File- oder NAS-Storage für Anwendungen, die mit NFS- oder SMB-Protokollen arbeiten,
  • Objekt-Storage für aktive Archive, auf deren Daten noch relativ häufig zugegriffen wird,
  • Objekt-Storage für „kühle“ Archive, deren Daten seltener genutzt werden,
  • Objekt-Storage für „kalte“ Archive mit sehr seltenen Zugriffen,
  • Tape Storage – normalerweise ein lineares Tape-Filesystem, die ebenfalls für kalte Archive genutzt wird.

Jede Form der Cloud-Storage hat typische Leistungscharakteristiken und Kosten. Den falschen Storage-Typ auszuwählen, kann katastrophale Folgen für eine Hybrid-Cloud-Implementierung haben. Block-Storage beispielsweise hat die geringste Verzögerung, schafft die meisten Ein-/Ausgabevorgänge pro Zeiteinheit und infolgedessen auch den höchsten Durchsatz. Aber sie kostet auch am meisten – bis zu 30 Mal so viel wie aktive oder „kühle“ Archiv-Storage. Wer Block-Cloud-Storage auswählt, wenn Objekt-Cloud-Storage ausreichen würde, macht einen sehr teuren Fehler.

Ähnliche Schwierigkeiten tauchen auf, wenn ein IT-Bereich unpassende „kalte“ Archiv-Storage aus der Cloud auswählt. Dieser Storage-Typ ist bezahlbar, er kostet normalerweise weniger als 1 Cent pro Gigabyte und Monat. Aber wenn Anwender auf die Daten im Archiv zugreifen, können sie Probleme bekommen. Erstens dauert es lange – bis zu fünf Stunden –  die Daten aus dem „kalten“ Archiv abzurufen. Zusätzlich berechnet der Provider des Cloud-Storage-Service Transportgebühren: Die sind beim Lesen von Daten aus der Archiv-Storage gegenüber der Datenmenge überproportional hoch. Sie können das Zwölffache der Storage-Gebühren betragen.

Wer diesen Fehler bei der Implementierung seiner Hybrid Cloud vermeiden will, muss die Eigenschaften der zu speichernden Daten sehr gut mit denen des geplanten Speicherorts abgleichen. Dabei geht es folgende Fragen: Wie oft wird auf die Daten zugegriffen? Welche Anforderungen gibt es an die Haltedauer? Wie viele Daten werden beim Kunden gehalten, wie viele auf der Public-Cloud-Storage? Die Antworten beeinflussen den zweiten Bereich, wo gern Fehler gemacht werden.

Die Auswahl der falschen On-Premise-Storage

Der zweite Fehler bei der Implementierung einer Hybrid Cloud besteht darin, die falsche On-Premise-Storage auszuwählen. Es gibt vier grundlegende Methoden, Hybrid-Cloud-Storage-Systeme bereitzustellen:

  1. Verwendung eines primären NAS- oder SAN-Speichersystems, das Daten-Snapshots oder -Tiers regelbasiert auf die Public Cloud repliziert. Bei der Verteilung der Daten auf Speicherschichten hinterlässt das System einen lokalen Stub, der den Anschein erweckt, die Public-Cloud-Storage befände sich weiter vor Ort.
  2. Nutzung eines Gateway oder Cloud-integriertes Storage (CIS). CIS sieht aus wie lokale NAS- oder SAN-Storage. Sie speichert die Daten lokal zwischen, während sie gleichzeitig alle oder die meisten Daten regelbasiert auf die Public Cloud transferiert. Auch hier bleibt ein Stub auf dem On-Premises-System, so dass es scheint, als wären die Daten in der Public Cloud lokal vorhanden.
  3. Installation eines ein Objekt-Storage-Systems beim Kunden, das entweder dieselbe de-facto-Schnittstelle wie die Public-Cloud-Storage besitzt oder den Zugriff auf externe Ressourcen erweitert. Nutzt die Objekt-Storage vor Ort dieselbe Schnittstelle wie Public-Cloud-Storage, können die Applikationen je nach den Anforderungen auf jeden der beiden Speichertypen – oder beide – schreiben. Behandelt die Objekt-Storage vor Ort die Public-Cloud-Storage als eine Erweiterung oder ein Target im Hintergrund der Objekt-Storage, werden die Daten ähnlich wie beim NAS- oder SAN-Tiering regelbasiert in die Public Cloud repliziert. Benutzt die Public Cloud dieselbe Objekt-Storage-Software, kann sie eine geografische Erweiterung der vor Ort beim Kunden vorhandenen Objekt-Storage werden.
  4. Einsatz des vorhandenen NAS- oder SAN-Storage-Systems gekoppelt mit einer Archivierungs- oder Backup-Software, die die Daten regelbasiert in die Public Cloud kopiert. Archivierungssoftware kann darüber hinaus lokale Kopien der Daten regelbasiert löschen.

Jede dieser Möglichkeiten hat Vor- und Nachteile und bevorzugte Einsatzszenarien. Die falsche auszuwählen, kann problematische Konsequenzen haben. CIS-Systeme beispielsweise sind meistens relativ kosteneffizient. Einige Public-Cloud-Service-Provider bieten sie zum Nulltarif oder sehr begrenzte monatliche Zusatzkosten an, was ein sehr gutes Angebot sein kann. Als teuer kann diese Lösung sich erweisen, wenn die Menge der lokal zwischengespeicherten Daten für die Applikationen nicht ausreicht. Dann holt das CIS ständig Daten aus der Public Cloud zurück auf die Storage beim Kunden. Das bedeutet erhebliche Leistungseinbußen durch den Datentransport übers Internet und weitere Verzögerungen durch die Daten-Rehydrierung, also der Ersatz des Stub durch die echten Daten. Es ist auch sehr wahrscheinlich, dass der Provider von den Unternehmen Übertragungsgebühren für das Lesen der Daten aus der Cloud verlangt.

Die Disaster Recovery (DR) kann bei Verwendung von Tiering oder CIS erschwert sein. Denn die Daten in der Public Cloud können nicht direkt gelesen werden, sondern nur durch die CIS oder ein On-Premise-Storage-System für das Cloud-Tiering. Das bedeutet, dass das CIS oder Tiering-System beim Cloud-Provider oder am DR-Standort dupliziert werden muss. Diverse Anbieter von CIS- oder Storage-Tiering-Systemen bieten nun Softwarevarianten ihrer Produkte an, die als virtuelle Maschinen in der Cloud oder beim DR-Provider laufen. In jedem Fall treibt die zusätzliche Hard- oder Software die Kosten nach oben.

Objekt-Storage kann eine einfachere Integration zwischen On-Premise-Storage und der Public Cloud ermöglichen, sie hat aber keine besonders hohe Leistung. Damit sich Anwender nicht ständig über die fehlende Leistung der Storage vor Ort beschweren, muss man sicherstellen, dass die Leistung des Objekt-Storage-Systems zu den jeweiligen Anforderungen passt. Zwar nutzen Objekt-Storage-Systeme die Standardschnittstelle von Amazon Web Services, Simple Storage Service (S3), trotzdem sind aber nicht alle S3-Schnittstellen gleich. Viele bieten nur einen Teil der S3-Funktionen. Eine Anwendung, die für die S3-Schnittstelle entwickelt wurde, muss daher daraufhin überprüft werden, ob sie mit den Funktionen auskommt, die  einerseits die Objekt-Storage On-Premise und andererseits die Public Cloud verwendet. Andernfalls müssen Administratoren mit Irritationen, Schwierigkeiten und Stress rechnen. Man braucht Zeit, Engagement und viel Arbeit, um dieses Problem zu lösen.

In die Cloud zu sichern oder zu archivieren, kann die Kosten beträchtlich senken, aber auch große Probleme bereiten. Es ist sehr einfach, Backups in die Cloud zu schicken – bei der Wiederherstellung der Daten sieht das anders aus. Meist braucht man dafür einen Mediaserver beim Kunden. Das vereinfacht den Vorgang und beschleunigt ihn erheblich gegenüber dem Versuch, die Wiederherstellung direkt aus der Public Cloud auszuführen. Werden aber die Daten direkt in der Public Cloud wiederhergestellt, braucht man dort ebenfalls einen physischen oder virtuellen Media Server. Fehlt dieser in der Cloud, kann man die Daten dort nicht wieder herstellen. Außerdem dauern beide Vorgänge normalerweise lange, wenn die gesicherten Daten in der Cloud auf einer der Objekt-Storage-Varianten lagern.

Archivierung in die hybride Cloud ist meist kompliziert. Denn die Quell-Storage On-Premise und die Public-Cloud-Storage wissen nichts voneinander. Applikationen und Anwender müssen wissen, wo sich ihre Daten gerade befinden, um darauf zugreifen zu können. Manche Archivierungprogramme hinterlassen einen Stub, allerdings können die betreffenden Links zerbrechen. Anwender reagieren möglicherweise ärgerlich oder wütend, wenn sie ihre Daten nicht finden können. Die meisten Archivierungslösungen helfen dabei, die Daten mit Unterstützung des Administrators ausfindig zu machen, aber die Fehlerbeseitigung verschlingt in der Regel viel Zeit.

Wie in der Public Cloud muss auch das Storage-System beim Kunden zu den Eigenschaften der gespeicherten Daten passen. Fehler bei der Auswahl lassen sich vermeiden, indem man genügend Zeit und Sorgfalt in die grundlegende Analyse der Anforderungen steckt.

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Artikel wurde zuletzt im November 2016 aktualisiert

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