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Software-defined Storage: Die versteckten Kosten von SDS-Produkten

Software-defined Storage wird für seine Flexibilität und Effizienz gepriesen, allerdings übersehen Anwender häufig versteckte IT-Kosten.

Wo liegt der eigentliche Wert in Enterprise-Storage-Arrays? Ist es die Software oder die Hardware oder gar beide Komponenten? Durch all den Hype um Software-defined Storage (SDS) scheint die Branche derzeit der Meinung zu sein, der wirkliche Wert liege in der Software. Der Trend wird nicht nur durch Start-ups unterstützt. Auch große Unternehmen wie EMC, HP oder IBM bieten SDS-Produkte an.

Obwohl noch immer ein wenig Verwirrung rund um die SDS-Technologien herrscht, werden doch sicher viele Unternehmen SDS-Produkte erwerben oder ihrer Liste der Zukunftsinvestitionen an Storage hinzufügen. Dabei setzen alle auf die propagierten Vorteile von SDS. Dazu gehören:

Hardwareflexibilität: Die Abtrennung der Storage-Software von der Hardware erlaubt Firmen eine größere Auswahl an Hardware und wann sie diese implementieren wollen.

Schnellerer Zugriff auf neuere Hardwaretechnologien: Diese Flexibilität ermöglicht es, schnelleren oder hoch-kapazitiveren Storage eher einzusetzen. Anwender können die Hardware sofort nutzen, wenn diese verfügbar ist und müssen nicht vier oder fünf Jahre auf ein neues Array warten.

Einfacheres Lizenz-Management: Es ist nicht notwendig, neue Lizenzen oder Upgrades für Software-Funktionen zu kaufen, wenn neue Hardware zum Einsatz kommt.

Support für verschiedene Generationen: Da sich verschiedene Hardwaregenerationen integrieren lassen, kann die Firma inkrementelle Hardware-Upgrades durchführen. Dabei bleiben die Daten an ihren Standorten (data in place) und Forklift-Upgrades werden eliminiert.

Trotzdem können versteckte Kosten anfallen, die mit der SDS-Lösung verbunden sind, und über die nicht viel geredet wird. Der Mix aus Hardware, der durch SDS gewährleistet wird, verschiebt die Kosten der Software- und Hardware-Integration in Richtung Endanwender.

Während viele das Wort Standardhardware oder auch Commodity-Hardware verwenden, so gibt es diese eigentlich nicht. Ich selbst habe als Storage-Ingenieur gearbeitet und erinnere mich nur ungern an den Übergang von U160- zu U320-SCSI. Ich erinnere mich an viele Überstunden im Labor mit einem Satz an „Commodity SCSI“-Festplatten. Jeder einzelne erzeugte eine eigene Interaktion mit dem SCSI-Bus.

Drives von Hersteller A funktionierten bestens, auch die von Hersteller B. Versuchte man, Festplatten beider Hersteller einzusetzen, versagte das System. Die Resultate variierten je nach Controller-Firmware, Festplattenhersteller und Drive-Firmware. Nach Monaten an Analyse und Tests waren wir endlich in der Lage, ein qualifiziertes und validiertes funktionierendes System zu präsentieren.

Die Zeiten und die Technologien haben sich zu einem gewissen Grad geändert, und viele werden sicher anbringen, dass sich die Festplattenstandards verbessert haben. Ich bin der Meinung, dass neue Hardwaretechnologien, wie beispielsweise Solid-State Storage, sich jeden Tag weiterentwickeln und verändern.

Denken wir das Konzept der Abstraktion von Storage-Software und -Hardware bis zum Ende, so sollte SDS mit jeder Hardware arbeiten können. Wenn dies erreicht würde, so wären die Möglichkeiten der Technologiekombinationen, die man in einem solchen System nutzen könnte, schier endlos. In einem solchen Szenario liegen die Verantwortung und auch die Kosten, neue Hardware zu validieren und integrieren, größtenteils bei der IT.

Unternehmen, die heute bereits SDS-Produkte evaluieren, erkennen oft die Herausforderung und fragen nach qualifizierten Hardwareoptionen, um das Risiko zu verringern. Viele SDS-Angebote umfassen eine Appliance-Option, die eine Integration erleichtern soll. Manche führen hier an, dass dies kein reines SDS sei.

Darüber hinaus erstellen SDS-Produkte, die Workloads großer Content Repositorys (Object Storage) bedienen, mehrere Datenkopien oder nutzen Erasure Coding, um die Systemsicherheit zu verbessern. Das reduziert das Risiko eines Datenverlusts, wenn nicht-validierte Hardware eingesetzt wird.

Viele Unternehmen werden sicher die Möglichkeit begrüßen, Storage-Technologie mittels Software zu implementieren. Diese Firmen sind wahrscheinlich groß genug, um über ein eigenes Qualifizierungsteam zu verfügen. Diese Firmen können es sich leisten, genügend Hardware zu erwerben, so dass sich die Installation von nicht qualifizierten Komponenten rechtfertigen lässt. Für solche Installationen ist SDS (als reine Software-Implementierung) enorm nutzbringend.

Andere Unternehmen werden entscheiden müssen, was das Beste für ihr Geschäft ist. Wie erwähnt, erkennen SDS-Anbieter das Problem und offerieren entsprechende Lösungen wie Appliances oder Listen zertifizierter Komponenten. Wenn man sich für ein SDS-Produkt entscheiden will, so ist es essentiell, festzustellen, ob der Hersteller wirklich die Vorteile von SDS gewährleisten kann – sei es nun als Software oder mit Hardware.

Über den Autor:
Scott Sinclair arbeitet als Storage-Analyst bei der Firma Enterprise Strategy Group in Austin, Texas. Er hat sich als Experte in den Bereichen Storage Protection und Datenschutz bewährt und hat neue Technologien und Business-Strategien für Fortune-500-Technologiefirmen erforscht. Scott hat einen Bachelor-Abschluss in Informatik von der Vanderbilt University und ein Master in Business Administration von der in Texas basierten McCombs School of Business.

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Artikel wurde zuletzt im September 2015 aktualisiert

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