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Storage, Performance und Datenverlust: Gute Gründe für den Snapshot-Verzicht

Snapshots stellen sehr granulare Möglichkeiten zur VM-Wiederherstellung bereit. In manchen Fällen sollte aber auf Snapshots verzichtet werden.

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Backup-Tools

Snapshots sind ein integraler Teil beim Management virtueller Maschinen und ermöglichen es Administratoren, zu jedem Zeitpunkt ganze Instanzen einer virtuellen Maschine anzufertigen, um den Status und die Daten der VM zu sichern. Snapshots können dabei angefertigt werden, wenn die virtuelle Maschine ausgeführt wird, wenn sie angehalten wird oder sogar, wenn sie ausgeschaltet ist.

Snapshots dienen meist der Datensicherung, so lässt sich leicht ein früherer Zustand der virtuellen Maschine wiederherstellen, beispielsweise bei einem Ausfall oder einer fehlerhaften VM. Snapshots sind aber wiederum auch keine Selbstläufer und auch selbst fehleranfällig, daher gibt es durchaus Situationen, in denen Snapshots gänzlich deaktiviert werden sollten.

Wenn man die große Bedeutung von Snapshots für virtuelle Maschinen bedenkt scheint es wenig einleuchtend, warum man Snapshots überhaupt deaktivieren sollte. Trotzdem gibt es einige Fälle, in denen das Deaktivieren von Snapshots oder zumindest eine reduzierte Anzahl durchaus sinnvoll ist.

Der häufigste Grund für das Anfertigen von weniger Snapshots ist die Storage-Kapazität. Snapshots sind keine kompletten Kopien der originalen VMDK-Dateien (Virtual Machine Disk File). Stattdessen registrieren und speichern Snapshots lediglich die Veränderungen – das Delta – zwischen der Original-VM und dem aktuellen Stand der virtuellen Maschine. Dadurch ist für die Wiederherstellung nicht nur die ursprüngliche VMDK-Datei nötig, sondern zusätzlich auch alle bisher angefertigten Snapshots.

Aus diesem Grund können Snapshots auch nicht als Backup gelten, auch wenn sie oft in der gleichen Weise verwendet werden. Sobald die ursprüngliche VMDK-Datei oder auch nur ein Snapshot verloren gegangen ist oder nicht mehr funktioniert, ist eine Wiederherstellung der virtuellen Maschine nicht mehr möglich.

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Das große Problem bei Snapshots ist der Storage. Die Snapshot-Dateien können mitunter genau so groß werden wie die originale VMDK-Datei. Man braucht nun nur die Anzahl möglicher Snapshots für eine VM bedenken – und vSphere 6 beispielsweise unterstützt pro VM bis zu 32 Snapshots – um sofort die möglichen Storage-Probleme zu erkennen. Eine große Anzahl an Snapshots kann sogar die VM-Performance beeinträchtigen, beispielsweise bei transaktionalen Workloads wie E-Mail- oder Datenbankservern. VMware empfiehlt daher, höchstens zwei oder drei Iterationen an Snapshots anzulegen.

Auch wenn Snapshots auf den ersten Blick das Potential für sehr granulare Wiederherstellungen bieten mögen, sind die meisten Snapshots ab einem Alter irgendwo ab 24 bis 72 Stunden tatsächlich eher wertlos – sie sind dann einfach zu alt und beherbergen ein zu großes Risiko für den Datenverlust. Das Vorhalten vieler alter Snapshots, die meist sowieso nie wiederhergestellt werden, verbraucht enorm viele Storage-Kapazitäten, ohne dabei wirkliche Vorteile zu bieten. Daher sollten nur einige wenige Snapshots der letzten Stunden angefertigt und gespeichert werden, während darüberhinausgehende Zeitabstände über Backups abgesichert werden.

Grundlegend gibt es drei Situationen, in denen Snapshots reduziert oder deaktiviert werden können. Erstens bei Entwicklungs-VMs, auf denen Test- oder Beta-Software ausgeführt wird. Zweitens bei leistungsanfälligen virtuellen Maschinen oder Hosts, bei denen Snapshots die Performance beeinträchtigen könnten. Drittens schließlich könnte es nötig sein, bestehende Snapshots zu löschen, bevor die korrespondierende VMDK-Datei vergrößert wird oder vor virtuellem Raw Device Mapping. Wird die Größe bei laufenden Snapshots geändert, kann dies zu fehlerhaften Snapshots und damit zu Datenverlust führen.

Snapshots können dabei sowohl für einzelne VMs verwaltet und konfiguriert werden, wodurch Administratoren Snapshot-Aktivitäten sehr gezielt für die Workloads aktivieren und optimieren können, die wirklich davon profitieren. Damit können geschäftskritische Workloads mit einer großen Anzahl von in kurzen Zeitabständen angefertigten Snapshots ausgeführt werden, während sich für weniger wichtige Workloads Snapshots reduzieren oder komplett deaktiveren lassen, um Storage-Kapazitäten einzusparen.

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Artikel wurde zuletzt im Juni 2016 aktualisiert

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