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Storage-Steckbrief: Open-Source-Archivierung mit Versity

Das Start-up Versity will den Archivierungsmarkt umkrempeln und so Oracle, IBM und Quantum Kunden abjagen. Hierfür setzt Versity auf Open Source.

Der Storage-Steckbrief von SearchStorage.de wirft in unregelmäßigen Abständen einen Blick auf interessante Storage-Start-ups aus dem Silicon Valley. Der Fokus liegt dabei auf den fünf Kriterien Performance, Datensicherheit, Skalierbarkeit, Datenverfügbarkeit und Enterprise-Funktionen wie Deduplizierung und Komprimierung.

„Ganze 70 bis 90 Prozent aller Tier-1-Daten können als inaktiv angesehen werden“, so Bruce Gilpin, CEO und Mitgründer des auf die Datei-Archivierung spezialisierten Start-ups Versity. Damit erklärt sich dann auch das Unternehmensziel von Versity, die Datei-Archivierung einfacher, effizienter und damit auch kostengünstiger zu machen.

Das im Juli 2013 gegründete und nach eigenen Angaben bereits seit Dezember 2014 profitable Unternehmen greift hierfür auf ein POSIX-basiertes Open-Source-Dateisystem zurück, das als Eigenentwicklung speziell für die Archivierung auf hochperformanten Clustern mit mehreren tausend Nodes entworfen wurde und Policy-gestützte Automatisierung unterstützt. Neben Datei- und Block-Speicher wird seit kurzem auch S3-kompatibler Object-Storage in der Public Cloud unterstützt, wodurch zum Beispiel vergleichsweise einfach georedundante Cluster eingerichtet werden können und Fiber Channel oder Infiniband obsolet werden.

Der Archivierungsmarkt gleicht für Bruce Gilbin einem extrem geschlossenen Markt mit geringen Investitionen und Innovationen, hohen Kosten bei einem Anbieterwechsel und daher wenig Anreiz zum Wechsel. „Bei diesen Voraussetzungen“, so Bruce Gilpin, „sei der Archivierungsmarkt mehr als reif für disruptive Veränderungen.“ Und die will Versity in Form seines Versity Storage Manager (VSM) bringen.

Versity sieht sich dabei als puren Softwareanbieter gegenüber klassischen Storage-Anbietern im Vorteil, die statt Commodity-Hardware ihre eigenen Storage-Appliances verkaufen und damit deutlich höhere Preise veranschlagen. Zudem verspricht Bruce Gilpin, dass die mit Versity archivierten Dateien auch nach Vertragsende vollständig zur Verfügung stehen und durch das Open-Source-Dateiformat GNU TAR auch ohne Versity-Software gelesen werden können.

Abbildung 1: Die Archivierungsarchitektur von Versity im Überblick.

Performance-Optimierung: Das eigenentwickelte Shared-SAN-Dateisystem ermöglicht laut Versity den gleichzeitigen Zugriff mehrerer Nodes auf den Shared Storage, was den gesamten Datendurchsatz des Archiv-Systems erhöhen soll. Im Fall der neuen Object-Storage-Archivierung wird die Performance durch das Verpacken der Dateien in größere Archive erhöht, die wiederum in GNU-TAR-Formate eingebettet werden.

Durch dieses Traffic Shaping soll das Archivierungssystem an die optimale Performance herangebracht werden, was laut Versity ein Vielfaches des regulären Daten-Traffics ermöglichen soll. Gleichzeitig ermöglicht Multi-Threading von S3-Prozessen das Aufteilen von Dateien in mehrere Pakete, die anschließend parallel archiviert werden können, was ebenfalls der Performance zugute kommen soll.

Skalierbarkeit: Zur Erhöhung der reinen Speicherkapazität des Versity-Archivsystems wird einfach in Scale-up-Manier die Festplatten- beziehungsweise Tape-Kapazität erhöht.  Um zukünftig auch für große Archivsysteme die nötige Performance bieten zu können, arbeitet Versity aber an Scale-out-Verfahren, um Metadaten- und Anwendungsserver mitskalieren zu können.

Deduplizierung/Komprimierung: Enterprise-Kunden würden die Daten in ihren Archiven nur ungern durch Deduplizierung oder ähnliches ändern, so Bruce Gilpin – eine entsprechende Funktion fehlt bei Versity daher. Allerdings können Backup-Tools anderer Hersteller beim Schreiben der Daten in das Versity-Archiv eine Deduplizierung der Inhalte vornehmen. Die Daten-Komprimierung dagegen bietet Versity auf Disk- beziehungsweise Tape-Ebene an.

Datensicherheit: Derzeit gibt es keine Möglichkeit, mit Versity Archivdaten zu verschlüsseln. Wenn das Zielmedium (Disk-, Tape- oder Object-Storage) die Verschlüsselung anbietet, kann diese aber auch mit Versity genutzt werden. An einer nativen Verschlüsselung arbeitet Versity nach eigenen Angeaben derzeit.

Datenverfügbarkeit: Der Versity Storage Manager bietet die Prüfsummen-Verifizierung der Archivdaten und ermöglicht das Anlegen von bis zu vier Kopien jeder Datei auf dem Storage-Medium der Wahl. Die Datenverfügbarkeit wird also durch verschiedene Kopien auf unterschiedlichen Medien und unterschiedlicher Hardware sichergestellt.

Derzeit kann Versity zwar nur weniger als 20 Kunden vorweisen, ist dafür aber global vertreten: Neben den USA, Großbritannien, Frankreich, Saudi-Arabien und dem Oman gibt es auch bereits mehrere Kunden in Deutschland. „Deutschland“, so Bruce Gilpin, „ist bereits jetzt der zweitwichtigste Markt für Versity und wir sind gerade aktiv dabei, weitere Vertragsgespräche positiv abzuschließen.“

Hinweis: Der Besuch der Firmenzentrale von Versity im Zentrum von San Francisco erfolgte auf Einladung der IT Press Tour. Der Veranstalter kam für die Hotel- und Flugkosten auf.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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