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Storage-Steckbrief: Server-seitiges Storage von Datrium – schneller als Flash?

Storage-Controller bremsen die Performance von All-Flash-Arrays aus, so das Start-up Datrium. Datrium DVX soll sogar schneller als Flash sein.

Der Storage-Steckbrief von SearchStorage.de wirft in unregelmäßigen Abständen einen Blick auf interessante Storage-Start-ups aus dem Silicon Valley. Der Fokus liegt dabei auf den fünf Kriterien Performance, Datensicherheit, Skalierbarkeit, Datenverfügbarkeit und Enterprise-Funktionen wie Deduplizierung und Komprimierung.

Schneller als Flash? In Produktivsystemen kaum machbar, so die derzeit vorherrschende Meinung. Das Silicon-Valley-Start-up Datrium sieht die Sache anders und will mit seinem „Server Powered Storage System“ den Gegenbeweis antreten.

Bei der Positionierung im Storage-Markt (Abbildung 1) sieht Datrium eine Lücke zwischen hyperkonvergenten Infrastrukturen, die serverseitige Storage-Funktionen als integrierte Lösung anbieten, und traditionellem externem Storage, der als SAN (Storage Area Network) weder integriert ist noch serverseitig Storage bereitstellt. Konvergente Lösungen sind in dieser Matrix integrierte Produkte, die ebenfalls keine serverseitigen Storage-Funktionen bieten. Datrium wiederum liefert genau diese, ist aber nicht integriert – und schließt damit die Lücke.

Der Schlüssel zum Verständnis dieser Selbstpositionierung liegt in einer einfachen Erkenntnis: Flash ist inzwischen so schnell, dass der Controller in Flash-Lösungen mittlerweile die reine Flash-Performance ausbremst und zum Flaschenhals wird. Datrium will dieses Problem lösen, indem die Funktionen des Storage-Controllers an die wesentlich besser zu skalierenden Server übergeben werden. Auf umso mehr Hosts Datrium DVX läuft, so das Versprechen von Datrium, umso schneller wird die Storage-Lösung auch – letztlich sogar potenziell schneller als herkömmliche All-Flash-Arrays.

Hierfür wird auf den Virtualisierungs-Hosts Datriums DVX-Software installiert, die dort je nach Konfiguration 20 bis 40 Prozent der Compute-Ressourcen für die Aufgaben des Storage-Controllers reserviert. Als Hardware können dabei Standard-x86-Server aller großen Hersteller zum Einsatz kommen, Datrium DVX ist derzeit aber lediglich für VMware ESXi verfügbar.

Abbildung 1: Selbstpositionierung von Datrium im Storage-Markt.

Die Storage-Hardware selbst kommt ebenfalls von Datrium und wird in Form einer zwei Höheneinheiten großen Appliance bereitgestellt. Die DVX NetShelf Appliance ist mit NVRAM bestückt und bietet eine effektive Kapazität von bis zu 180 TB und wird per 10 GbE an die Server angebunden. Die tatsächliche Kapazität ist zwar mit 29 TB wesentlich geringer, durch Deduplizierung und Komprimierung verspricht Datrium aber, abhängig vom jeweiligen Workload, 60 bis eben 180 TB an effektiv nutzbarer Speicherkapazität.

Das große Problem dabei: Die Datrium NetShelf-Appliance ist derzeit noch nicht skalierbar. Zwar lassen sich auch mehrere NetShelf-Appliances parallel betreiben, einen einheitlichen Storage-Pool erhält man damit aber nicht. Datrium ist mit seiner DVX-Lösung erst im ersten Quartal 2016 auf den Markt gekommen, noch bis Ende des Jahres soll der Fokus weiter der Performance-Optimierung liegen. Erst 2017 will man sich schließlich um Kapazitätsfragen kümmern und neben der Skalierbarkeit zum Beispiel auch die Replikation für DR-Szenarien (Disaster Recovery) angehen.

Abbildung 2: Überblick über die DVX-Architektur.

Performance-Optimierung: Die Storage-Performance lässt sich laut Craig Nunes, Vice President Marketing bei Datrium, mit DVX auf drei grundlegende Arten steigern. Zunächst ganz einfach über das Hinzufügen zusätzlicher Hosts zum DVX-Cluster, wodurch mehr CPU-Kerne für die Aufgaben des Storage-Controllers zur Verfügung stehen.

Eine weitere Möglichkeit besteht über VMware vMotion und der Migration einer virtuellen Maschine zu einem weniger ausgelasteten Host. Bei traditionellen Storage-Arrays, so Craig Nunes, werden auf dem Gast zusätzliche Compute-Ressourcen frei, das I/O-Processing bleibt aber durch die Array-Controller unverändert. Mit Datrium DVX erhält eine virtuelle Maschine aber sowohl zusätzliche Compute- als auch Processing-Kapazitäten, was zu einem weiteren Performance-Gewinn führen soll.

Als dritte Möglichkeit führt er den neuen Insane Mode an, der dem Storage-System zusätzliche Compute-Ressourcen zusichert. Standardmäßig sind 20 Prozent der CPU-Kerne eines Hosts für Datrium DVX reserviert, der Insane Mode erhöht diesen Prozentsatz mit einem Klick auf 40 Prozent, was durch die erhöhte Compute-Kapazität wiederum dem I/O-Processing zugute kommen soll.

Skalierbarkeit: Datrium DVX bietet derzeit lediglich die Möglichkeit, die Performance per Scale-out auf bis zu 32 Server für eine NetShelf-Appliance zu erhöhen. Die Kapazität lässt sich dagegen derzeit nur über das Hinzufügen eines weiteren Clusters erhöhen.

Deduplizierung/Komprimierung: Datrium bietet sowohl Deduplizierung als auch Komprimierung und sei dabei, so Craig Nunes, „der einzige Storage-Anbieter, der Always-on Deduplizierung sowohl für Flash-Speicher als auch für Festplatten anbietet.“

Datensicherheit: Eine Verschlüsselung der Daten ist nativ mit Datrium derzeit nicht möglich.

Datenverfügbarkeit: Die DVX-Architektur bietet sowohl Isolierung als auch lokale Speicherung der Daten für jeden Server und für jede zugewiesene Flash-Ressource. Sollte der lokale Flash-Speicher oder sogar der gesamte Server ausfallen, liegen alle aktiven Daten auch auf der NetShelf-Appliance vor und sollen sofort von einem neuen Server ausgelesen werden können.

Datrium DVX ist laut Craig Nunes auch hardware- und softwareseitig redundant aufgebaut. Software-Updates sollen zudem unterbrechungsfrei durchgeführt werden können. Für Offsite-Disaster-Recovery können Lösungen von Veeam oder Zerto eingesetzt werden.

Hinweis: Der Besuch der Firmenzentrale von Datrium im Silicon Valley erfolgte auf Einladung der IT Press Tour. Der Veranstalter kam für die Hotel- und Flugkosten auf.

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Artikel wurde zuletzt im Juli 2016 aktualisiert

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