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Tipps für die Migration von ONTAP auf Clustered ONTAP

In Clustered Data ONTAP änderte NetApp wesentliche Dinge im Betriebssystem, was eine Migration etwas aufwendiger macht als in den Vorgängerversionen.

Eine Datenmigration von einem Speichersystem zum anderen ist grundsätzlich aufwändig, weil eine Menge Daten und Einstellungen (Berechtigungen, QoS, Konfigurationen) mit übertragen werden müssen. Meist ist eine Migration zeitraubend und bedarf sorgfältiger Planung, da das „alte“ Produktivsystem zu einem bestimmten Zeitpunkt abgeschaltet wird oder offline ist und der Administrator dann keine bösen Überraschungen wie Datenverlust oder -korruption erleben möchte.

Besonders anspruchsvoll wird eine Migration, wenn Hersteller verschiedene Produktlinien haben oder von einem zum anderen Software-Release neue Basisfunktionen einführen, die ein grundsätzlich anderes Setup erfordern. Viele Anwender investieren oft viel Zeit und Geld in ihre Migrationen, sei es in Migrationsdienste oder zusätzlichen Support oder interne Überstunden. In den meisten Fällen kommt es auch zu Downtimes, also zum Abschalten von Systemen und dem kurzfristigen Stilllegen der Produktion. Aus diesem Grund verlagern Unternehmen Migrationsprozesse gern auf Wochenenden oder Betriebsferienzeiten.

NetApp ONTAP-Migrationen

Am Beispiel von NetApp ONTAP zeigt sich, wie Hersteller ihren Kunden helfen, Migrationen so stressfrei wie möglich zu halten. Wie bei anderen Anbietern auch, konzipierte der Hersteller seine Systeme aufwärtskompatibel. Das bedeutet, dass die jeweils neuen ONTAP-Releases die bis zum Wechsel beschriebenen Festplatten und Metadaten weiterhin verarbeiten kann.  

Dadurch wird eine wirkliche Migration bei einem neuen Software-Release oder beim Einsatz eines neuen, leistungsfähigeren Storage-Controllers nicht notwendig. Eine Migration ist nur dann erforderlich, wenn die Daten auf  neue Medien, wie beispielsweise größere Festplatten oder Flash-Speicher, übertragen werden sollen und die alten Drives aus dem produktiven Betrieb genommen werden.

Hierfür bietet der Hersteller etablierte Verfahren in den Systemen, wie zum Beispiel SnapMirror. Bei SnapMirror findet im Hintergrund eine Migration statt; die letzten Daten werden zu einem gewünschten Zeitpunkt übertragen und die alten Medien abgeschaltet. Anwender von NetApp-Systemen können seit etwa 20 Jahren auf diese und ähnliche Methoden zugreifen.

Clustered Data ONTAP erfordert neue Wege 

Mit der Einführung von Clustered ONTAP (cDOT) ändert sich allerdings der Migrationspfad für Anwender. Das liegt daran, dass mit dieser Betriebssystemversion viele neue Funktionen wie Scale-Out oder QoS eingeführt und das Datenmanagement auf den Medien vollständig erneuert wurden. Deswegen lässt sich eine Migration oder ein Wechsel von ONTAP 7 zu Clustered Data ONTAP nicht so einfach umsetzen wie bei Vorgängerversionen. Der Panikmache mancher Wettbewerber muss der Anwender auch nicht uneingeschränkt Glauben schenken, denn auch für diese Migration unterstützt der Hersteller seine Kunden.

Anwender, die eventuell noch an ihrem ONTAP 7 festhalten wollen, sollten sich die Vorteile der neuen Betriebssystemversion ansehen und abwägen, ob diese nicht eine Migration rechtfertigen. Mit Clustered Data ONTAP verfügt der Nutzer nicht nur über zahlreiche zusätzliche Funktionen, sondern auch über höhere Skalierbarkeit, Verfügbarkeit und bessere Performance.

Zu beachten ist bei dieser Migration zudem, wie viele File- und Block-Daten transferiert werden müssen. Bei Files ist es wichtig, die unterschiedlichen File-Typen und die Storage-Kapazitäten der Files zu kennen, ebenso wie viele Files in jeder Ordnerstruktur enthalten sind. Darüber hinaus sollte der Administrator wissen, wie Nutzer und Anwendungen auf diese Daten zugreifen. Damit kann er eine einfache Migration und einen nahtlosen Zugriff auf die Daten nach dem Prozess gewährleisten.

Blockdaten basieren auf LUNs und normalerweise ist die Migration von diesen Daten sehr komplex. Das liegt daran, wie die Daten der Applikation zugeführt werden. Aus diesem Grund sollte der Administrator die Datenmigration dieser Informationen aus der Perspektive der Anwendung umsetzen und nicht aus der Sicht des Storages.

NetApp selbst betont, dass drei Methoden für 95 Prozent der Migrationsfälle ausreichen und hiermit schnell und vollständig auf die neuste ONTAP-Version gewechselt werden kann. Dazu stellt der Hersteller die nötigen Tools kostenfrei zur Verfügung. Die Charakteristika der Daten – und somit die Effizienz des Systems – bleiben erhalten. Dazu gehört unter anderem, dass die Daten dedupliziert und komprimiert bleiben und ein aufwändiges Neuaufsetzen beispielsweise von Spiegelbeziehungen nicht vonnöten ist.

Zu den drei Methoden, um auf neue ONTP-Betriebssysteme zu wechseln, gehören:

  • Copy Free Transition.
 Mit Copy Free Transition werden lediglich die Storage-Controller vor den bestehenden Medien ausgetauscht. Die Daten stehen danach im neuen ONTAP zur Verfügung. 
Eine Migration ist hier nicht erforderlich.
  • 7MTT (7-Mode Transition Tool).
 7MTT kommt dann zum Einsatz, wenn der Kunde neben neuen Controllern auch die Medien austauschen möchte. Hierbei wird eine Block-Level-Replikation auf Basis der SnapMirror-Engine durchgeführt. 
Ein weiterer Vorteil von 7MTT besteht in der Funktion, die Daten vor einem Schwenk auf das neue System umfassend testen zu können.
  • SnapMirror.
 Der Unterschied zur 7MTT-Methode liegt darin, dass bei einer SnapMirror-Migration die Konfiguration manuell auf das cDOT-System ausgerollt werden muss. Dies ist insbesondere dann von Vorteil, wenn der Kunde im gleichen Zuge Änderungen innerhalb seiner Infrastruktur abbilden möchte.

Umfassende Dokumentation und Services 

Alle Anforderungen an ein solches Migrationsprojekt sind vom Hersteller in der Unified Transition Methodology zusammengefasst, die über alle Tools und den kompletten Prozess Auskunft gibt. Hier werden dann zum Beispiel auch Anpassungen in APIs und Skripten mit erfasst und transparent gemacht.

Darüber hinaus gibt es zahlreiche Dokumentationen, beispielsweise einen Überblick und Best Practices zu 7-Mode Snap Mirror (7-Mode SnapMirror Async Overview and Best Practices Guide) oder wie man eine SnapMirror-Operation anlegt und ausführt. Hinzu kommen eine Anleitung, wie eine Migration zu cDOT durchzuführen ist sowie eine Microsite des Herstellers zum Thema. Ebenso stehen zahlreiche Services des Herstellers zur Verfügung, bei denen sich der Anwender Hilfestellung holen kann.

Es gibt aber auch Drittanbieter, die mit zusätzlichen Tools beim Wechsel auf Clustered Data ONTAP helfen. So zum Beispiel Catalogic Software, die ein entsprechendes Lösungspapier zu ihrer Software zur Verfügung stellen. Auch Avnet hilft als Partner des Herstellers beim Wechsel auf cDOT.

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Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

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