Tipps für die geschickte Wartung von SSDs

Hinsichtlich ihrer Wartung verlangen SSDs ein anderes Vorgehen als traditionelle Laufwerke. Nachstehend finden sich die Tipps für die Wartung von SSDs.

Dieser Artikel behandelt

SSD

ÄHNLICHE THEMEN

Solid-State-Laufwerke (SSDs) sind rasch von einer überteuerten Kuriosität zu einem Must-have geworden. Noch sind...

sie nicht preiswert genug, um damit sämtliche Festplattenlaufwerke zu ersetzen, denn die sind hinsichtlich der Kosten pro Gigabyte immer noch deutlich billiger. Aber dort, wo es auf Durchsatz und IOPS ankommt, sind SSDs klar überlegen. Da aber vermehrt Deduplizierung und Komprimierung bei Flash-Speichern zum Einsatz kommen, werden demnächst viele Flash-Arays die Aufgabe des Primärspeichers flächendeckend übernehmen.

Aus Wartungssicht jedoch verlangen SSDs ein anderes Vorgehen als traditionelle Laufwerke. Vor diesem Hintergrund habe ich einige der wichtigsten und nützlichsten Tipps für die Wartung von SSDs zusammengetragen.

Niemals defragmentieren. Auf keinen Fall.

Diesen Punkt darf man getrost wiederholen und erklären, selbst wenn er mittlerweile weithin bekannt sein dürfte. SSDs müssen nicht defragmentiert werden, weil die Zugriffszeit für jedes Byte bei ihnen identisch ist, egal ob bei zufälligem I/O oder sequenziellem Lesen. Eine Defragmentierung solcher Laufwerke bringt also keine erkennbaren Performance-Vorteile und verschwendet letztlich nur Bandbreite des Laufwerks (dass es wirklich auch seine Lebensdauer verkürzt, glaube ich nicht – dazu später mehr).

Mittlerweile sind die meisten Betriebssysteme in der Lage, das Vorhandensein einer SSD zu erkennen und dementsprechend eine Defragmentierung zu verhindern. Windows 7 zum Beispiel erkennt SSDs bei der Installation und nimmt sie automatisch nicht in die Zeitplanung der Defrag-Utility auf. Nachträgliche oder als Ersatz für eine Festplatte mit demselben Laufwerksbuchstaben eingebaute SSDs werden jedoch möglicherweise nicht automatisch ausgeschlossen.

Überprüfen können Sie das, indem sie den Menüpunkt Configure Schedule im Disk Defragmenter öffnen und bei Select Disks sicherstellen, dass SSDs nicht angekreuzt sind. Wenn die SSDs von Anfang an nicht in der Liste erscheinen, ist alles in Ordnung.

Das Laufwerk C: ist auf dieser Liste nicht zu sehen, weil es eine SSD ist und deshalb von Windows automatisch ausgeschlossen wurd

Keine Sorgen über die Lebensdauer von SSD-Laufwerken

Als SSDs neu auf den Markt kamen, war ihre größte Schwäche die begrenzte Zahl an Schreib-Vorgängen, die jede Memory-Zelle übersteht. Tatsächlich hat der in SSDs verwendete Flash-Speicher eine begrenzte Lebensdauer, typischerweise im Bereich von 100.000 bis 1 Million Schreibvorgängen pro Block. Doch es wäre ebenso unrealistisch wie unfair, zu sagen, dass SSDs dadurch für täglichen Produktivbetrieb nicht geeignet wären.

SSDs und auch Flash-Speicher im Allgemeinen arbeiten zur Verlängerung der Lebensdauer mit einer Technik namens „Wear Levelling“, also Abnutzungsausgleich. Wenn Zellen eines solchen Speichers beschrieben werden, sorgt dieser Mechanismus dafür, dass alle zur Verfügung stehenden Zellen gleichmäßig genutzt werden, anstatt immer wieder dieselben Zellen zu verwenden. Schon das verlängert die Lebensdauer enorm.

Das dürfte ausreichen für Durchschnittswerte, die selbst in schreibintensiven Umfeldern keine Begrenzung darstellen: Bevor es Probleme mit dem Laufwerk gibt, dürfte es längst durch ein viel schnelleres, größeres und langlebigeres Modell ersetzt sein.

Manche Leute raten bei Systemen mit SSD als Hauptlaufwerk dazu, den Ruhezustand zu deaktivieren oder Swap-Dateien auf andere Laufwerke zu verschieben. Der erste Punkt ist vollkommen sinnlos. Notebooks mit eingebautem SSD-Systemlaufwerk nutzen die SSD für den Ruhezustand und werden dadurch absolut nicht beeinträchtigt.

Der zweite Vorschlag hat eine gewisse Berechtigung, wird aber oft falsch implementiert. Wenn Sie ein System mit SSD und anderen Laufwerken haben, sollten Sie den Großteil Ihrer Swaps tatsächlich nicht auf der SSD unterbringen – hauptsächlich aber zwecks paralleler Abarbeitung und zur Vermeidung von Engpässen, nicht wegen Sorgen um die Lebensdauer. Von Hosting-Anbietern zum Beispiel ist bekannt, dass sie für einen Teil ihrer Server-Cluster SSDs als reine Swap-Laufwerke nutzen, ohne sich große Sorgen um sie zu machen.

Kurz gesagt: Außer in Fällen, wo ein echter Fehler vorliegt, sollte die Lebensdauer von SSDs kein Problem darstellen. Wenn Sie sich für konkrete Zahlen dazu interessieren, können Sie sich die von Max Schireson ansehen – er kommt auf einen Wert um fünf Jahre auf der Grundlage von Worst-Case-Szenarien in einer Umgebung mit Datenbank-Servern.

Weniger Sorgen um Belüftung und Kühlung

SSDs produzieren deutlich weniger Abwärme und sind auch deutlich weniger empfindlich gegenüber Wärme als ihre rotierenden Gegenstücke. Aus diesem Grund können sie getrost auch in Umgebungen eingesetzt werden, wo es nur minimale Kühlung und Durchlüftung gibt, ohne dass Haltbarkeit oder Performance leiden.

SMART-Statistiken  verwenden

SMART-Statistiken (SMART steht für den offenen Standard Self-monitoring, Analysis and Reporting Technology) werden von vielen Storage-Geräten zur Verfügung gestellt, auch von SSDs. Welche genau, kann sich je nach Hersteller und konkretem Gerät sehr unterscheiden. Oft aber  liefern SSDs eine Reihe von interessanten Informationen, die man sich gelegentlich anschauen sollte. Ein Programm wie CrystalDiskInfo gibt Ihnen sowohl einen allgemeinen Überblick über den Zustand des Laufwerks als auch genaue Detail-Informationen. Diese Statistiken sind nicht über jeden Zweifel erhaben – Laufwerke können aus Gründen kaputtgehen, die von den SMART-Angaben nicht erfasst sind. Trotzdem können sie dabei helfen, mögliche Probleme frühzeitig zu erkennen.

SMART-Statistiken für ein SSD-Laufwerk über CrystalDiskInfo. Die Angaben zu „Program Fail Count“, „Erase Fail Count“ und „Wear Leveling Count“ sind nur für SSDs verfügbar und helfen dabei, den Gesamtzustand einzuschätzen.

Auf Firmware-Upgrades achten

SSDs haben eine Firmware-Schicht, die vom Hersteller zwecks Fehlerbehebung oder Performance-Verbesserungen gelegentlich aktualisiert werden kann. Für meine eigene SSD vom Typ Crucial M4 zum Beispiel gab es im August 2012 ein solches Firmware-Update, das eine Reihe von merkwürdigen Problemen (einschließlich System-Crashs beim Starten aus dem Ruhezustand) behob. Wenn Sie eine ganze Reihe von SSDs für Systeme in Ihrem gesamten Unternehmen einführen wollen, sollten Sie vielleicht alle vom selben Hersteller beziehen: Dadurch wird es leichter, die Firmware-Veröffentlichungen dazu im Blick zu behalten.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+, Xing und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im Mai 2016 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Solid-State-Speicher

0 Kommentare

Älteste Beiträge 

Passwort vergessen?

Kein Problem! Tragen Sie Ihre E-Mail-Adresse unten ein. Wir werden Ihnen eine E-Mail mit Ihrem Passwort schicken.

Ihr Passwort wurde an die folgende E-Mail-Adresse gesendet::

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close