Tomasz Zajda - Fotolia

Tipps fürs Backup multipler Hypervisoren

Ein Backup verschiedener Hypervisoren ist grundsätzlich realisierbar, allerdings sollte man drei wichtige Dinge dabei beachten.

Über die letzten Jahre hinweg ist es immer gebräuchlicher geworden, in Unternehmen gleichzeitig verschiedene Hypervisoren einzusetzen. Diese Mischungen an Hypervisoren entstehen beispielsweise durch Merger oder Akquisitionen oder in anderen Fällen durch kleiner werdende IT-Budgets, die IT-Abteilungen dazu zwingen, günstigere Technologien einzusetzen. Was auch immer der Grund sein mag, gemischte Hypervisor-Umgebungen werden mehr und mehr zur Norm.

Eine Multi-Hypervisor-Umgebung in Betrieb zu haben, stellt IT-Manager vor logistische Herausforderungen. Dazu gehören auch Backup und Recovery. IT-Administratoren müssen abwägen, wie sehr der Hypervisor-Mix die Disaster-Recovery-Pläne beeinflusst. Es gibt drei zentrale Herausforderungen, denen sich EDV-Verantwortliche stellen müssen.

Probleme mit der Backup-Anwendung

Vor kurzem noch benötigte man für jeden Hypervisor eine separate Backup-Anwendung und somit auch eine separate Sicherung. Mittlerweile ermöglichen einige Backup-Hersteller, verschiedene Virtualisierungs-Plattformen mit nur einer Anwendung abzusichern. Allerdings offerieren diese Produkte oft nicht den gleichen Grad an Services für die unterschiedlichen Hypervisoren. So kann es passieren, dass eine Backup-Applikation umfassenden Support für VMware bietet, Hyper-V dagegen aber nur minimal unterstützt (oder umgekehrt).

Unternehmen, die eine Backup-Software für verschiedene Hypervisoren nutzen wollen, sollten prüfen, welche spezifischen Versionen unterstützt werden. Einige Backup-Produkte beispielsweise unterstützen bislang noch nicht vSphere 6.

Instant Recovery

Eine der wichtigsten Backup-relevanten Funktionen ist das Instant Recovery – die sofortige Wiederherstellung. Hierbei kann eine virtuelle Maschine mehr oder weniger sofort nach einem Ausfall wieder in Betrieb genommen werden, ohne dabei ein traditionelles Restore durchführen zu müssen. Diese Technologie gewährleistet extrem verkürzte RTOs sowie den Nutzern die Möglichkeit, gleich weiterarbeiten zu können.

Obwohl diese Funktion in jeder Backup-Anwendung vorhanden sein sollte, kann es trotzdem problematisch in gemischten Hypervisor-Umgebungen sein, da dieses Feature abhängig von Disk-basierten Backups ist. Nutzt die Firma Disk-Backup, so ist der letzte Recovery-Punkt online verfügbar, ohne dass Mitarbeiter Bandmedien mounten und auslesen müssen. Da VM-Backups auf Disk-basierten Sicherungen leicht verfügbar sind, kann die Backup-Software den Hypervisor anweisen, die VM direkt von diesem Backup zu starten. Davor wird ein Snapshot erstellt, so dass jeder Schreibprozess innerhalb der sich ändernden Festplatte isoliert wird und die Integrität des Backups nicht gefährdet.

Egal welche spezifische Methode für Instant Recovery vom Backup-Hersteller angeboten wird, es funktioniert nur mit einem Hypervisor. Mit verschiedenen Hypervisoren ist es etwas komplizierter. Es kann vorkommen, dass ein Instant Recovery nur für eine Virtualisierungs-Plattform möglich ist, aber nicht für mehrere. Das kann auch bedeuten, dass in einer Multi-Hypervisor-Umgebung für ein Instant Recovery alle Plattformen separat gesichert werden müssen.

Verteilte Backup-Anwendung

Distributed – oder verteilte – Backup-Anwendungen können das Disaster Recovery in einer Multi-Hypervisor-Umgebung verkomplizieren. So ist es beispielsweise sehr schwierig, eine Anwendung zu sichern, die auf verschiedenen VMs und auf unterschiedlichen Hypervisoren laufen. Kommen hier keine Gast-Backups zum Einsatz, so muss die Backup-Software nicht nur Applikations-agnostisch sein, sondern muss auch nativen Support für jeden Hypervisor gewährleisten. Wird eine vollständige VM-Wiederherstellung nötig, so muss zunächst festgestellt werden, auf welchen Virtualisierungs-Plattformen die virtuellen Maschinen der Anwendung operierten. Die Backup-Software sollte in der Lage sein, ein Crash-konsitentes Recovery der verteilten Anwendung zu erstellen, unabhängig davon, ob die VMs unterschiedliche Hypervisoren beherbergen.

Es ist nicht unmöglich, VMs auf multiplen Hypervisoren abzusichern. Dafür muss der Administrator wissen, welche VMs in welcher Umgebung laufen, welche Recovery-Anforderungen jede VM hat und ob die Backup-Software die gewünschten Funktionen bereitstellt. Auch wenn es umständlich ist, oft ist es effizienter, verschiedene Backup-Produkte für verschiedene Umgebungen einzusetzen, anstatt zu versuchen, mit einer Backup-Anwendung alle Anforderungen zu bedienen.

Folgen Sie SearchStorage.de auch auf Twitter, Google+ und Facebook!

Artikel wurde zuletzt im November 2015 aktualisiert

Pro+

Premium-Inhalte

Weitere Pro+ Premium-Inhalte und andere Mitglieder-Angebote, finden Sie hier.

Erfahren Sie mehr über Sichere Datenspeicherung

Diskussion starten

Schicken Sie mir eine Nachricht bei Kommentaren anderer Mitglieder.

Mit dem Absenden dieser Daten erklären Sie sich bereit, E-Mails von TechTarget und seinen Partnern zu erhalten. Wenn Ihr Wohnsitz außerhalb der Vereinigten Staaten ist, geben Sie uns hiermit Ihre Erlaubnis, Ihre persönlichen Daten zu übertragen und in den Vereinigten Staaten zu verarbeiten. Datenschutz

Bitte erstellen Sie einen Usernamen, um einen Kommentar abzugeben.

- GOOGLE-ANZEIGEN

SearchSecurity.de

SearchNetworking.de

SearchEnterpriseSoftware.de

SearchDataCenter.de

Close