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VM-Sicherung: Geocluster oder Offsite-Replikation

Geocluster und Offsite-Replikation verschieben bei einem Störfall die Workloads in ein anderes Rechenzentrum, doch was ist die bessere Lösung?

Einer der Vorteile der Server-Virtualisierung ist der, dass die Hypervisor-Hersteller Anwender eine große Auswahl an Data-Protection-Optionen für virtuelle Maschinen (VM) offerieren. Will der Administrator beispielsweise während eines Desasters die virtuellen Maschinen in einem sekundären Rechenzentrum betreiben, so kann er dies durch VM-Replikation erreichen. Es gibt hierfür zwei Ansätze.

Option 1: Geocluster

Viele IT-Verantwortliche sehen in Geocluster – manchmal auch Distanz-Cluster genannt – die beste Option, VMs abzusichern. Ist die Virtualisierungs-Software sinnvoll konfiguriert, kann sie Daten sofort ein Rechenzentrumsausfall erkennen und verschiebt die Workloads in ein alternatives RZ. Dort werden diese Workloads nahezu ohne Serviceunterbrechung weiter betrieben.

Obwohl ein Geocluster zweifellos eine gute VM-Absicherung darstellt, müssen einige Faktoren beachtet werden:

Ein Geocluster kann teuer sein und eine komplizierte Installation erfordern. Abhängig davon, welches Herstellerprodukt zum Einsatz kommt, muss der Virtualisierungs-Host lokalisiert werden. Manche Hersteller geben strikte Beschränkungen bei den Latenzen und Distanzen an. Dadurch lässt sich eventuell kein Langstrecken-Cluster aufbauen, wenn das zweite Rechenzentrum zu weit entfernt liegt.

Für den Aufbau eines Geoclusters benötigt man relativ viel Hardware und ein Großteil dieser Hardware wird nicht optimal ausgenutzt. Sind die Host-Server im externen RZ stark belastet, haben sie wahrscheinlich nicht genügend Ressourcen für ein umfangreiches Failover.

Option 2: VM-Replikation

Die Replikation virtueller Maschinen ist eine weitere Möglichkeit, ein Failover der VMs in einem zweiten Standort umzusetzen. Hierbei wird eine Standby-Kopie der VM auf einem externen (remote) Server abgelegt. Je nach Hypervisor ist auch der Aufbau zweier separater Cluster möglich. Ein Cluster verbleibt im lokalen RZ, das andere am sekundären Standort. Die VMs werden dann vom primären Host-Cluster auf das zweite repliziert. Dieser Ansatz bietet einen hohen Datenschutz ohne die Komplexität eines Langstrecken-Clusters aufzuwerfen.

Allerdings hat diese Replikationsmethode auch ihre Nachteile. Je nach eingesetztem Hypervisor, bietet die VM-Replikation keine Echtzeit-Protection. Der Replikationsprozess ist typischerweise asynchron. Das bedeutet, die Synchronisation findet nach einem Zeitplan statt – normalerweise alle paar Minuten – anstatt in Echtzeit. Kommt es zu einem Störfall im primären RZ, kann es zu einem Datenverlust kommen und zwar der Daten, die zwischen der letzten Replik und dem Ausfall nicht repliziert wurden.

VM-Replikation erzeugt eine Offline-Kopie der replizierten VM. Im Falle eines Desasters muss diese Kopie manuell aktiviert und in online gestellt werden. Auch hier ist dies vom jeweiligen Hypervisor abhängig. Im Gegensatz dazu kann ein gut konfiguriertes Failover-Cluster einen automatischen Failover von einem RZ auf das andere durchführen.

Manche Produkte bieten nicht genügend beziehungsweise die geforderte Skalierbarkeit. Microsoft Hyper-V beispielsweise erfordert, dass die Replikation auf einer pro-VHD-Basis erfolgt. Das ist meist kein Problem für Unternehmen, die nur eine kleine Anzahl an VMs sichern müssen. Der einzig praktische Weg, Replikation für zahlreiche VMs umzusetzen, ist das Skripten der Funktion mittels PowerShell.

Für die VM-Sicherung haben sowohl Geocluster als auch Replikation Vor- und Nachteile. EDV-Verantwortliche sollten sorgfältig prüfen, welcher Ansatz am besten für das eigene Unternehmen geeignet ist. Die Hypervisor-Anbieter offerieren ähnliche Funktionalitäten, bei Features wie Clustering oder Replikation gibt es allerdings oft herstellerspezifische Nuancen. Diese Unterschiede gilt es herauszukristallisieren, damit entschieden werden kann, welche VM-Sicherung die optimale für die Firma ist.

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Artikel wurde zuletzt im Dezember 2015 aktualisiert

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